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Adrenalinschübe im Minutentakt: Stephan II. regiert Eschweiler Narren

Von: Irmgard Röhseler und Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
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Erfolgreich aus der Pole Position gestartet: Prinz Stephan II. genoss seinen rauschenden Triumphzug in die Festhalle Weisweiler. Foto: Röhseler

Eschweiler. „Unser Schumi” vom Stich ist gestartet. Und zwar mit Vollgas. Stephan Lenzen, im bürgerlichen Leben Betriebsleiter der ESW-Röhrenwerke, leidenschaftlicher Rennfahrer und Zekretär der Narrenzunft, trägt seit Samstagabend ein glitzerndes Prinzenornat und befindet sich bereits im Geschwindigkeitsrausch.

Adrenalinschübe gab es nämlich im Minutentakt, nach dem ein bestens aufgelegter Komiteepräsident Norbert Weiland die Prinzenproklamation in der Festhalle Weisweiler eröffnete. Und damit einen Abend, der schöner und berauschender nicht hätte werden können. Mit dem Einzug der Standartengruppen, des Trommler- und Pfeifercorps der Freiwlligen Feuerwehr, der Prinzenbläser und des Happy Sound Orchestras startete eine Proklamation erster Klasse.

Und dann war der große Moment da - Zeremonienmeister Hans-Leo (Arnold) kündigte seinen Prinzen mit dem ersten „Tupp” an. Frenetisch umjubelt erlebten die neue Tollität und der Zeremonienmeister einen fliegenden Start, den man wohl sonst nur in einem Cockpit eines Formel-1-Boliden erlebt. Voller Dankbarkeit machte Stephan II. seine erste Liebeserklärung an das närrische Volk, indem er 3000 Rosen vom Himmel regnen ließ. Was für ein Start!

„Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens”

„Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens”, jubelte er begeistert. „Hier oben endlich zu stehen, das ist ein so tolles Gefühl, ich könnte hier Jahre stehen und nicht mehr weggehen!” frohlockte er und strahlte dabei seinen Zeremonienmeister an.

Ja, die beiden genossen den Abend in vollen Zügen. Und als der Komiteepräsident Prinz Stephan II. mit den prinzlichen Insignien (Prinzenmütze, Prinzenstern, Pritsche und Urkunde) ausstattete, kochten die Emotionen hoch. Das närrische Volk tobte. „Glaube mir, lieber Stephan, das wird Dein herrlichstes Rennen, das Du je gefahren hast!” versprach Norbert Weiland. Leichten Herzens übergab Bürgermeister Rudi Bertram den Stadtschlüssel an seine Tollität. Der Komiteepräsident wusste warum: „Mit dem Schlüssel hast Du nun auch die Schulden am Hals”, klärte er den Narrenherrscher auf. „Lebt Euren Traum mit Herz, nehmt Jung und Alt, Reich und Arm mit auf die Reise”, gab Rudi Bertram dem Gespann mit auf den Weg.

Traditionell hielt Hofnarr Tobias Wienands dem närrischen Volk den Spiegel vor. Und ließ den Blick auch in eine schneeweiße Zukunft schweifen: „Ein Schießstand am Rathaus entlang, was Gelsenkirchen kann, können wir âat lang”, forderte er eine Biathlon-Strecke durch die Innenstadt.

Auch Prinz Stephan II. beschäftigte sich in seinem Paragraphenkatalog mit dem Winterchaos in der Stadt. „Damit so etwas nicht mehr passiert, habe ich für Rudi und seinem Knecht Stefan (Kaever) zwei Schaufeln mitgebracht.” Sprach„s und überreichte zwei Exemplare an den sichtlich verdutzten Bürgermeister.

Eine besonders schöne Überraschung bereitete die zwölfjährige Lea ihrem Prinzenpapa mit einem anmutigen Tanz, für den sie einen dicken Kuss von ihrem Daddy und einen tosenden Applaus der Gäste erhielt. Dann ging erstmal musikalisch die Post ab: Das Trompeterkorps der Eefelkank Hastenrath präsentierte einen Parforceritt mit kölsche Leedcher und rockigen Tönen, der sich gewaschen hatte. Die Jungs ließen die Festhalle rocken und krönten ihren Auftritt mit dem von Prinz Stephan dirigierten „Laridah”.

Eine bissige Abrechnung mit der Männerwelt hielt Nachwuchsbüttenrednerin Sandra Reiter von den Roten Funken bereit. „Nimm einer Frau die Schönheit und die Intelligenz, und übrig bleibt der Mann”, mussten die Herren der Schöpfung starken Tobak einstecken. Auch die Komitee-Mariechengruppe prophezeite ihrem Prinzen tänzerisch eine „superjeile Zick”.

Natürlich gab„s traditionell Blümchen vom Präsidenten für Lydia Lenzen und Heike Engelhardt - die „besseren Hälften” des Duos.

Herrliche Anblicke

Selbst dem „Scharwachmüsje” (René Külzer) hatte die weiße Pracht so zugesetzt, dass er ein Geldinstitut um Hilfe bat. „Schließlich machen die ja auch sonst den Weg frei.” Einen herrlichen Anblick boten die Tanzpaare der Scharwache, Fidelen Trammebülle, Lätitia, Prinzengilde und des Kirchspiels. Den Traditionskrug der Gemeinschaft der ehemaligen Prinzen und Zeremonienmeister überreichten Ralf Boltz und Matthias Delhey. „Nä, wat is et Leave schön”, stellten die Inde-Singers schwungvoll fest, um dann das Prinzengespann ans Mikro zu holen. Mit „Wir sind jeck, jeck, jeck op Fastelovend!” brachten Stephan und Leo ihr Motto stimmgewaltig rüber.„ Aus einem Dorf am Waldesrand auch Pumpe-Stich genannt”, tauchte die Narrenzunft - unterstützt durch die Spielmannszüge „Grün-Weiß” Lohn und der Feuerwehr - die Festhalle in ein rot-grünes Farbenmeer. Die Karnevalsgesellschaft machte noch einmal richtig „Rabbatz” und setzte mit Tanzmariechen Vanessa Jungbluth, Tanzpaar Jaqueline Pfennings und Dieter Hübner und der Narrenzunft-Garde den tänzerischen Schlusspunkt unter eine Prinzen-Proklamation, die erahnen ließ, worauf sich das Narrenvolk in den nächsten Wochen freuen darf.
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