Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Abwrackprämie sorgt für leere Autohäuser

Von: Lars Brepols
Letzte Aktualisierung:
abwrack_bu
Alle Hände voll zu tun: Nicht nur den Autohäusern beschert die Abwrackprämie einen Ansturm. Auch die Autoverwerter haben kaum noch Kapazitäten für die alten Fahrzeuge. Foto: ddp

Eschweiler. Abwrackprämie, Umweltbonus, Null-Prozent-Sonderfinanzierung. Die Autohäuser nutzen den Schwung des Konjunkturpaketes II und locken derzeit mit satten Rabattversprechen.

Bis zu 2500 Euro winken beim Kauf eines Neu- oder Jahreswagens aus dem staatlichen Topf. Zudem legen einige Händler noch einen Sonderbonus obendrauf.

Wer momentan noch einen mindestens neun Jahre alten Wagen fährt, wird sicherlich mit dem Gedanken gespielt haben, seinen alten Flitzer gegen ein neues Gefährt einzutauschen. Denn, wer ist schon bereit, für einen beispielsweise 15 Jahre alten Wagen - mit 250.000 gelaufenen Kilometern - noch 2500 Euro zu zahlen?

Für die durch die Wirtschaftskrise stark gebeutelte Autoindustrie sind die Auswirkungen der Abwrackprämienregelung deutlich spürbar, denn die Kunden laufen - zur Freude der Händler - derzeit Sturm.

Wir haben uns bei Eschweiler Autohäusern einmal umgehört, wie sich die Abwrackprämie auf das Tagesgeschäft auswirkt und welche Empfehlungen sie potentiellen Neu-Kunden mit auf den Weg geben.

Etwa um das fünffache hat sich der Verkauf bei Auto Westphal gesteigert, wie René Weinberg berichtet. Gerade kleinere Fahrzeuge würden derzeit bei dem Opel- und Chevrolet-Händler stark nachgefragt. „Wir spüren die Auswirkungen der staatlichen Prämie schon sehr”, sagt Weinberg, der davon ausgeht, dass der Prämientopf noch bis Mitte des Jahres reichen wird. Bis Freitag wurden etwa 18.000 von möglichen 583.000 Förderanträgen eingereicht. Eine aktuelle Übersicht ist auf der Homepage des Bundesamtes für Wirtschaft und Abfuhrkontrolle (BAFA) abrufbar. Trotzdem empfiehlt Weinberg potentiellen Käufern, sich möglichst schnell für einen Neuwagen zu entscheiden, denn eine sichere Aussage, wie lange der Topf hält, könne niemand geben. „Die Zahlen werden relativ schnell ansteigen, denn die Anträge der vergangenen Wochen trudeln erst langsam ein”, weiß Westphal.

Ähnlich sieht Gaby Kerkhoffs, Geschäftsführerin des gleichnamigen Autohauses, die Situation. Die Nachfrage sei riesengroß, die Lager leer. „Fox, Polo und Golf sind schon ausverkauft. Glücklicherweise habe ich im November Polos bestellt, die in zwei Wochen geliefert werden”, sagt Kerkhoffs, die zu Beginn eine regelrechte Kauf-Hysterie ausgemacht hat. „Langsam beruhigt sich die Lage wieder, denn die Kunden wissen, dass die Lager - nicht nur bei uns - leer sind”, verdeutlicht die Geschäftsführerin. Wer jetzt ein Auto bei einem VW und Skoda-Händler bestellt, muss gegebenenfalls drei Monate auf das Neufahrzeug warten. Aber ich gehe davon aus, dass dann noch Geld im Pott ist”, ist Kerkhoffs überzeugt.

Auch Hans-Jürgen Gerhards kann nur noch auf ein Restkontingent an Autos zurückgreifen. „Wir haben eine dermaßen hohe Kundenfrequenz, dass wir fast keine Autos mehr anbieten können”, sagt Gerhards. „Es fühlt sich an, als ob morgen die Welt untergeht.” Die Abwrackprämie sei ein Grund, um wieder in die Autohäuser reinzugehen. „Ich bin seit 21 Jahren selbstständig, aber so einen Januar habe ich noch nie erlebt”, sagt Gerhards, dessen Familienbetrieb Fahrzeuge des japanische Herstellers Daihatsu anbietet. Vor der Zeit nach der Abwrackprämie ist Gerhards indes nicht Bange. „Der Gebrauchtwagenmarkt wird total zusammenbrechen. Da wir das Fabrikat Daihatsu anbieten, habe ich keine Zukunftsängste, denn wir hatten schon im vergangenen Jahr Probleme, den vielen Bestellungen hinterherzukommen.”

Etwa 50 Autos hat Andreas Rippe, Verkaufsleiter bei Auto Koch, dank der Abwrackprämie allein in dieser Woche verkauft. Etwa 70 Prozent seiner Kunden würden derzeit nur wegen des Umweltbonus ein neues Fahrzeug erwerben. Sieben von zehn seien Neukunden. „Seit Mitte der Woche habe ich keine Autos mehr”, sagt Rippe, „jetzt muss ich mir die Fahrzeuge von draußen holen und in unsere Halle stellen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert