Eschweiler - Abseits der Seebaustelle wärmen Vandalen sich an loderndem Müll

Abseits der Seebaustelle wärmen Vandalen sich an loderndem Müll

Von: rpm
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Ein Aussichtssteg zwischen zwei zweigeschossigen Bauten: Das Seezentrum nimmt Formen an. Im Sommer sollen die Bauten mit Leben erfüllt werden. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Hans Köhler nimmts mit Galgenhumor: „Wenn jemand seinen PC samt Monitor vermisst - bei uns kann er ihn wiederfinden! Wir zeigen ihm gerne, wo er ihn verloren hat.” Hans Köhler ist Fachwart Boule bei den Naturfreunden. Und ärgert sich fast täglich über den Müll, den rücksichtslose Zeitgenossen ins Naherholungsgebiet bei Dürwiß kippen.

Von Bauschutt über Elektronikschrott bis hin zu Hausmüll. Einen ganzen Berg von Letzterem setzten Unbekannte erst kürzlich auf dem Gelände der Dürwisser Grillhütte in Brand. Gleich nebenan steht die hölzerne Schutzhütte der Boule-Gruppe, die mit zündelnden Zerstörungswütigen bereits ihre bitteren Erfahrungen gemacht hat. Kein Wunder, dass Hans Köhler und seine Mitstreiter vor allem Feuer-Vandalen fürchten.

Vandalismus ist auch ein großes Thema am benachbarten Blausteinsee. Hans Johnen, der hiern im Auftrag der Blausteinsee-GmbH nach dem Rechten sieht, weiß ein Lied davon zu singen, wie wenig Rücksicht manche Zeitgenossen auf Umwelt und Mitmenschen nehmen.

„Wenn ich Leuten verwehre, mit dem Auto bis unmittelbar ans Ufer zu fahren, muss ich mich von manchen sogar als "Arschloch" beschimpfen lassen”, berichtet Johnen. Eigentlich hat er die Faxen dicke - aber Entlastung ist nicht in Sicht. „Wir suchen händeringend jemand, der mich von 14 bis 17 Uhr ablöst”, sagt er, „aber wir finden niemanden.”

Dabei dürften die negativen Auswüchse mangelnder sozialer Kontrolle am Westufer des Blausteinsees bald spürbar geringer werden: wenn das See-Zentrum in Betrieb geht. Die beiden Flügelbauten, die demnächst Ausstellungen, Seminarräume, Büros und ähnliche öffentlich zugängliche Nutzungen beinhalten, sind fast fertig. Spätestens im Frühsommer sollen sie eröffnet werden.

Der Indesteg, der an einen der Absetzer erinnert, mit denen Rheinbraun einst Tagebaulöcher mit Abraum verfüllte, ist ebenfalls so gut wie fertig. Selbst die derzeitigen Minustemperaturen halten Mitarbeiter der Stahlbaufirma nicht ab, den insgesamt 65 Meter langen und 24 Meter hohen „Steg” zu montieren. Der „schwebt” über der Treppenanlage, die die Flügelbauten mit der Arena der Seebühne verbindet, und bietet aus luftiger Höhe einen besonderen Blick auf den See.

Eine touristische Attraktion, der allerdings viele Einheimische bisher wenig abzugewinnen wissen. „Tag für Tag fragen mich Besucher, was das Ding eigentlich soll”, berichtet Hans Johnen. „Die meisten halten da gar nichts von. Schließlich ggebe es ja hier gar nichts zu sehen.”
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