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28 Schulformen unter einem Dach, das erfordert kluge Führung

Von: ran
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Verfügen in Sachen Zukunft des Berufskollegs Eschweiler über klare Vorstellungen: Schulleiter Thomas Gurdon (links) und sein Stellvertreter Christoph Happe. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Zum ersten Mal seit Jahren geht das Berufskolleg Eschweiler mit einer vollständigen Schulleitung in ein neues Schuljahr. Nachdem Thomas Gurdom seit August 2012 als Schulleiter fungiert, wurde Christoph Happe im April, also während des vergangenen Schuljahres, offiziell zu seinem Stellvertreter ernannt. Zuvor hatte Raphael Lamm die Aufgaben des stellvertretenden Schulleiters übernommen, nach dessen Versetzung in den Ruhestand war das Amt vakant.

„Die Schule ist strukturell gut organisiert. Deshalb konnte die Situation gut aufgefangen werden“, blickt Thomas Gurdon zurück. Dennoch sind alle Verantwortlichen natürlich froh, dass das Berufskolleg Eschweiler nun wieder über eine vollständige Schulleitung verfügt. Und das Führungsduo hat klare Vorstellungen von der nahen Zukunft. „Es wird einen neuen Geschäftsverteilungsplan, also eine neue Ausrichtung der Schule geben“, macht der Schulleiter deutlich. „Dabei wird der Schwerpunkt auf der Unterrichtsentwicklung liegen“, unterstreicht Thomas Gurdon.

Die Bildungslandschaft verändere sich. Dem demographischen Wandel müsse genauso Rechnung getragen werden wie der angestrebten Inklusion, also dem gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern. „Wir sind wie ein Schiff auf See. Dessen Besatzung weiß auch nicht genau, was auf sie zukommt, muss aber dennoch vorbereitet sein.“ Agieren statt reagieren heiße die Devise. Und diese sei nur umzusetzen, wenn das gesamte Kollegium mit im Boot sitze.

„Unsere Aufgabe lautet, die Bildung der Schüler voranzutreiben. Alles andere ist Beiwerk“, unterstreicht Thomas Gurdon. Die Flexibilität des Systems Berufskolleg sei in Sachen Neuausrichtung ein großer Vorteil, ergänzt Christoph Happe: „Bei 28 verschiedenen Schulformen unter einem Dach sind wir immer gezwungen, auf Einflüsse von außen zu reagieren.“ Die heterogene Schülerschaft, die vom Abiturienten bis zum Förderschüler reiche, tue ihr Übriges.

Aktuell müsse die sinkende Zahl von Berufsschülern registriert werden, während die Zahl der Vollzeitschüler stabil bleibe. „Die Handwerksbetriebe finden nicht genügend Auszubildende“, kennt Thomas Gurdon den Grund für diese Entwicklung. Da die Zahl der Lehrer immer an die Zahl der Schüler gekoppelt sei, müsse davon ausgegangen werden, dass in Zukunft ausscheidende Lehrer nicht automatisch ersetzt werden. „Auf der anderen Seite werden auch die Klassen kleiner, was eine bessere Unterrichtssituation nach sich zieht“, erklärt Thomas Gurdon.

Das Hauptaugenmerk der Unterrichtsentwicklung soll auf die größere Eigenständigkeit und Selbstverantwortung der Schüler gerichtet werden. „Die Lehrpläne sind inzwischen kompetenzorientiert. Entscheidend ist, über welche Kompetenzen der Schüler am Ende des Unterrichts verfügt. Der Weg dorthin kann von Lehrern und Schülern individuell gewählt werden. Für die Bildungspolitik in NRW ist dies durchaus ein Paradigmenwechsel“, betont Christoph Happe. Kapazitäten, die durch den Rückgang der Schülerzahlen frei werden, sollen in die individuelle Förderung der Schüler investiert werden. „Durch diese offeneren Lernformen werden auch die Lehrer entlastet“, nennt Thomas Gurdon einen weiteren Vorteil. Für den Schulleiter ist klar: „Wir müssen unsere Schüler, die sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, dort abholen, wo sie stehen.“

Nach der Qualitätsanalyse, der sich das Berufskolleg im abgelaufenen Schuljahr unterzog, seien dem Kollegium bereits Konzepte für einige Schulformen vorgestellt worden. „Wir hoffen, diese Konzepte nach ein bis zwei Jahren auch auf weitere Bildungsgänge übertragen zu können“, blickt Christoph Happe in die Zukunft. Und zu dieser soll nach Vorstellung der Schulleitung auch die Internationalisierung des Berufskollegs gehören. „Wir verfügen über Partnerschulen in Spanien, Frankreich sowie Russland und sind Teil eines euregionalen Projektes mit Berufsschulen in Belgien und den Niederlanden. Darüber hinaus dürfen wir uns seit Beginn dieses Schuljahres, zunächst für den Zeitraum von drei Jahren, wieder Comenius-Schule nennen“, berichtet Thomas Gurdon.

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