2,7 Millionen helfen Xenos auf die Beine

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Sie freuen sich auf das Fachforum „Praktisch kultursensibel“ am 25. Juni: Teilnehmer und Verantwortliche des Projekts „Xenos-Zirqel“. Foto: Christina Handschuhmacher

Eschweiler. Für Suad El-Bodou ist das Projekt mit dem sperrigen Namen Xenos-Zirqel wie gemacht. Oder man könnte auch sagen, Suad El-Bodou ist wie gemacht für das Projekt Xenos-Zirqel. Die gebürtige Libanesin strebt eine Ausbildung zur Krankenschwester an – Xenos-Zirqel will mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung im Gesundheitssektor gewinnen und interkulturelle Kompetenzen im Gesundheitssektor stärken.

Denn, so betont Peter Brendel, Geschäftsführer des Projektträgers Low-Tec gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifzierungsgesellschaft: „Die Pflege in Deutschland muss sich inhaltlich dahingehend neu aufstellen, dass in Deutschland auch immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund pflegebedürftig werden.“ Der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund in den Pflegeberufen sei hingegen vergleichsweise gering.

„Praktisch kultursensibel – Pflege in der Region Aachen/Düren“ ist deshalb auch das 2. Xenos-Zirqel-Fachforum überschrieben, das am Dienstag, 25. Juni, im Dürener Leopold-Hoesch-Museum stattfindet. Dabei werden einen Tag lang Workshops und Vorträge rund um das Thema kultursensible Pflege angeboten. Anmeldungen sind noch möglich.

Doch was bedeutet kultursensible Pflege? Ursula Kreutz-Kullmann vom Projektpartner Arbeiterwohlfahrt Aachen-Land nennt ein Beispiel: Betritt man die Wohnung einer türkischen Familie, wird in den meisten Fällen erwartet, dass man zuvor seine Schuhe auszieht. Für die Mitarbeiter eines mobilen Pflegedienstes etwa, wäre es also wichtig, Überzieher für die Schuhe dabeizuhaben.

„Uns geht es darum, dass Menschen mit ihrem kulturellen Background nicht nur wahr-, sondern auch ernstgenommen werden“, sagt Anna Zeien vom Projektträger Low-Tec. Dabei gehe es nicht nur um das Thema Religion. Auch kulturelle Konzepte von Tod und Älterwerden in der jeweiligen Gesellschaft würden eine Rolle spielen.

Beim Projekt Xenos-Zirqel sitzt neben dem Awo-Kreisverband Aachen Land, dem Nell-Breuning-Haus, dem Projektträger Low-Tec und dem DRK-Kreisverband der Städteregion auch die Stadt Eschweiler als eins von fünf Teilprojekten mit im Boot.

„Das Thema Pflege von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wird immer mehr zum Thema in der Gesellschaft“, sagt auch Bürgermeister Rudi Betram. Bei Xenos-Zirqel stehe zudem die sinnvolle Vernetzung regionaler Einrichtungen aus dem Gesundheitssektor im Vordergrund.

Und Suad El-Bodou? Die 20-Jährige hat vier Monate lang einmal wöchentlich an einer Schulung von Xenos-Zirqel zum Thema Älter werden in Deutschland teilgenommen. Eine gute Vorbereitung für ihre Ausbildungspläne.

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