Eschweiler - 200 Jahre, bis alle Wohnungen saniert sind

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200 Jahre, bis alle Wohnungen saniert sind

Von: ran
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Michael Stephan, Geschäftsführer von „Altbau Plus“, führte angehende Dachdecker des Berufskollegs Eschweiler durch die Ausstellung „Unser Haus spart Energie – gewusst wie“. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Praktisch jeder Autofahrer weiß, wie viel Benzin sein Auto verbraucht. Aber kaum ein Haus- oder Wohnungsinhaber ist sich bewusst, wie viel Energie in seinem Heim verbraucht wird.“ Deutliche Worte, die Michael Stephan, Geschäftsführer von Altbau Plus, Mittwochmorgen sprach, während er rund 30 Schüler der Ausbildungsschiene Dachdecker des Berufskollegs Eschweiler durch die Ausstellung „Unser Haus spart Energie – gewusst wie“ führte.

Die Ausstellung im Foyer des Rathauses ist ein wichtiger Bestandteil der Informationswoche „Gebäudesanierung und Erneuerbare Energien“, die unter der Überschrift „Klimaschutzregion Aachen“ in Kooperation zwischen der Stadt Eschweiler und der Städteregion Aachen noch bis Mittwoch, 29. Mai, im Rathaus stattfindet.

Zur Eröffnung hatte Bürgermeister Rudi Bertram die große Bedeutung des Themas sowohl für die Wirtschaft als auch die Umwelt unterstrichen. Und dies gelte in besonderem Maße für Eschweiler. „Wir sind ein Standort, an dem in der Vergangenheit und der Gegenwart intensiv Energie erzeugt wurde und wird. Doch einige der Ressourcen werden uns in Zukunft, dass heißt in wenigen Jahrzehnten, nicht mehr zur Verfügung stehen“, blickte der Verwaltungschef nach vorne. Es gelte, die Bevölkerung in Sachen Energiesparen zu sensibilisieren. „Dabei stehen mir die ökologischen Belange im Vergleich zu den wirtschaftlichen zu selten im Vordergrund“, so der Bürgermeister.

„Als Stadt Eschweiler bemühen wir uns, das Thema täglich auf die Agenda zu setzen“, versicherte Rudi Bertram. Nicht umsonst laute das Logo der Indestadt „Eschweiler – mit Energie in die Zukunft“.

Uwe Zink gratulierte den Verantwortlichen der Stadt Eschweiler, die Hürde zur Kwk-Kommune (Kraftwärmekopplung) genommen zu haben, was zur Folge habe, in den kommenden Monaten ein Feinkonzept entwickeln zu können. „Die Gebäudesanierung weist pro eingesetztem Euro die höchste Effizienz bei der Einsparung von Kohlenstoffdioxid (CO2) auf“, betonte der Umweltdezernent der Städteregion Aachen. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu nutzen, sei die Hauptaufgabe des von allen Kommunen der Städteregion zur Reduzierung von CO2 gebildeten Arbeitskreises.

Vor allem das Schlagwort „Nachhaltigkeit“ treibe die Verantwortlichen der Stadt um, erklärte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. „Wir haben bereits vor mehr als zehn Jahren begonnen, uns intensiv mit den Möglichkeiten des Energiesparens zu beschäftigen und früh erkannt, dass dies ein Thema der Zukunft sein wird.“ Seitdem seien Millionenbeträge in städtische Liegenschaften geflossen. „Allerdings wird die meiste Energie, nämlich rund 25 Prozent, in privaten Haushalten verbraucht“, so Hermann Gödde. Dennoch: „Wir haben eine Vorbildfunktion zu erfüllen, um die Bürger zu sensibilisieren.“

Dass in puncto „Energieeffizienz“ noch viel Luft nach oben vorhanden ist, veranschaulichte Michael Stephan mit Zahlen: „Es gibt in der Städteregion 266 000 Wohnungen, von denen nach Schätzungen von Experten rund 80 Prozent sanierungsbedürftig sind.“ Bliebe die Zahl der jährlich vorgenommenen Sanierungen weiterhin so wie aktuell, dann vergingen allerdings noch etwa 200 Jahre, bis alle Wohnungen saniert seien. Eines der schwerwiegendsten Probleme für die Verbraucher sei die zu erwartende Energiepreissteigerung. „Diese lag in den vergangenen zehn Jahren bei Durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Auf Grund des Energiehungers aufstrebender Staaten wird die Preissteigerung in der Zukunft höher liegen“, so der Geschäftsführer, der anschließend den angehenden Dachdeckern mit Hilfe der Ausstellung die Möglichkeiten des Energiesparens durch unter anderem Sonnenenergie, Biomasse oder Wärmepumpen erläuterte.

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