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19 Gesamtschüler werden zu Forschern

Von: ran
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Nach der Atomkatastrophe von Fukushima werden sich die Schüler der „Junior-Ingenieur-Akademie” zunächst mit regenerativen Energien beschäftigen. Und dies nicht nur in der Schule, sondern auch vor Ort, etwa im Solarkraftwerk in Jülich. Den zahlreichen Partnern sei Dank. Foto: Volker Uerlings / Andreas Röchter (2)

Eschweiler. Die konkrete Idee ist Mitte des vergangenen Jahres entstanden: Brigitte Capune-Kitka, Lehrerin und Abteilungsleiterin an der Städtischen Gesamtschule Eschweiler, machte ihren Kollegen Ralf Sistermann auf das Projekt „Junior-Ingenieur-Akademie” der Deutschen Telekom-Stiftung aufmerksam.

Dieses verfolgt das Ziel, Schüler in naturwissenschaftlichen Fächern gezielt zu fördern. Ein dreiviertel Jahr später ist die Waldschule als deutschlandweit zweite Gesamtschule nun fester Bestandteil der Initiative. Am Dienstag überreichte mit Dr. Gerd Hanekamp der Leiter der Programme der Stiftung vor zahlreichen Gästen in der Mensa der Waldschule die offizielle Anerkennungsurkunde.

Schwierig und anstrengend

„Es ist eine Tatsache, dass viele Schüler davor zurückschrecken, naturwissenschaftliche Fächer zu studieren”, erklärt Ralf Sistermann, Projektleiter der Junior-Ingenieur-Akademie an der Städtischen Gesamtschule. „Schließlich gelten diese Studiengänge als schwierig, langwierig und anstrengend. Dabei wissen die wenigsten Schüler, was Naturwissenschaft wirklich bedeutet. Genau dies wollen wir den Teilnehmern an unserer Akademie vermitteln”, nennt der Pädagoge die Zielsetzung.

19 Schüler der achten Jahrgangsstufe werden sich in den kommenden beiden Schuljahren als „Forscher” betätigen. Und dabei von den Partnern der Waldschule profitieren. Zu diesen zählen unter anderem die RWTH und FH Aachen, aber auch Unternehmen wie RWE. „Der Fachkräftemangel ist ein Problem in Deutschland. Deshalb sind natürlich auch Firmen an diesem Projekt interessiert”, weiß Ralf Sistermann, der betont, dass die Junior-Ingenieur-Akademie keine finanzielle Unterstützung von der Telekom-Stiftung erhält. „Wir bleiben autark und haben somit die Möglichkeit, selbstständig zu entscheiden, welchen Themen wir uns widmen.”

So können die Verantwortlichen auch auf aktuelle Entwicklungen reagieren. „Beeinflusst durch die Atom-Katastrophe in Fukushima werden wir uns zunächst mit regenerativen Energien beschäftigen”, blickt der Projektleiter in die nahe Zukunft. Besonders stolz ist Brigitte Capune-Kitka auf die Tatsache, dass unter den 19 Schülern der ersten Akademie zehn Mädchen sind. „Und diese haben bei besonders kniffligen Fragen auch noch meistens die Nase vorn”, schmunzelt Ralf Sistermann. Wichtig sei jedoch vor allem, dass die Jugendlichen lernten, im Team zusammenzuarbeiten. „Bei uns planen die Schüler mit und bringen eigene Ideen ein”, nennt Brigitte Capune-Kitka einen Grundsatz.

Die stellvertretende Schulleiterin Marlene Rüland betonte während der Anerkennungsfeier, dass das Motto „nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir”, an der Gesamtschule keine Phrase, sondern entscheidender Bestandteil des Schulkonzepts sei. „Die Junior-Ingenieur-Akademie bereichert das Lernangebot. Nach dem Gütesiegel ?Individuelle Förderung ist die Teilnahme an diesem Projekt eine weitere Auszeichnung.”

Bürgermeister Rudi Bertram erklärte, dass eine geordnete Schullandschaft ein positiver Standortfaktor für Eschweiler sei. „Von diesem Projekt profitieren die Schule, die Schüler und auch die Kooperationspartner, die in Zukunft um qualifizierte Arbeitskräfte kämpfen werden”, so der Verwaltungschef. Lobende Worte fand auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg: „Was an dieser Schule geschieht, ist richtungsweisend. Wenn ihr als Schüler die Chancen ergreift, die euch hier geboten werden, steht euch die Welt offen, denn man wird euch umwerben”, sprach er die Jungforscher direkt an.

In die gleiche Kerbe schlug der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel: „Ob sich die Gesellschaft bewegt, liegt in euren Händen. Wir benötigen Studenten in naturwissenschaftlichen Fächern und euch bieten sich riesige Chancen auf dem Arbeitsmarkt.”

An einem Strang ziehen

Bevor Dr. Gerd Hanekamp die Anerkennungsurkunde überreichte, kamen in kurzen Gesprächsrunden auch die Kooperationspartner, Eltern und Schüler zu Wort. „Ein solches Projekt auf die Beine zu stellen benötigt zahlreiche Beteiligte”, machte Christof Häfner, Vorsitzender der Elternpflegschaft, deutlich. Und Ralf Sistermann ergänzte: „Nur wenn Schüler, Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen, kann Großes gelingen.” Hochachtung brachte schließlich Dr. Gerd Hanekamp zum Ausdruck: „Die Gesamtschule Eschweiler hat die Aufnahme in die Junior-Ingenieur-Akademie alleine und aus eigenem Engagement geschafft. Dies ist auch ein Kompliment für unsere Stiftung.”
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