170 weitere Kindergartenplätze müssen bis August her

Von: tob
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Eschweiler. Das Thema Kindergartenplätze beschäftigt Politik und Verwaltung in diesen Tagen sehr intensiv. Kein Wunder, schließlich müssen zum 1. August ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. Der Rat der Stadt diskutierte über das Thema am Mittwochabend wieder recht intensiv.

Ratsmitglied Albert Borchardt hatte den Antrag gestellt, Auskünfte über den aktuellen Verfahrensstand zur Betreuungssituation im Kindergartenbereich zu erhalten. Kämmerer Manfred Knollmann gab am Mittwoch einen Überblick über den Stand und die Pläne. Er begann mit der Aussage: „Wir werden zum 1. August 2013 kein Kind unversorgt lassen.“ An Übergangslösungen werde derzeit gearbeitet.

Überbelegungen

Bei der Konferenz der im Eschweiler Stadtgebiet tätigen Kita-Träger im Dezember hatte sich herausgestellt, dass rund 200 Kinder (sowohl Ü3 als auch U3) zusätzlich betreut werden müssen. Zur Prüfung, inwieweit dieser zusätzliche Bedarf tatsächlich ab dem kommenden Kindergartenjahr gegeben ist, wurden die Erziehungsberechtigten schriftlich gebeten, ihren konkreten Betreuungswunsch mitzuteilen und hierbei insbesondere auch den Zeitpunkt der Betreuung anzugeben. 30 der 200 Kinder benötigen den Betreuungsplatz erst ab dem Kindergartenjahr 2014/15. Demnach müssen noch 170 Plätze geschaffen werden. Wobei sich auch noch nicht alle Eltern zurückgemeldet hätten, sagte Knollmann.

In den katholischen Einrichtungen bestehe die Möglichkeit von Überbelegungen. 46 zusätzliche Plätze könnten eingerichtet werden. Verhandlungen mit der Kirche laufen, die Kosten für die Stadt bezifferte Knollmann auf 32.000 Euro für ein Jahr. Im Katholischen Kindergarten St. Theresia könne eine fünfte Gruppe eingerichtet werden. Die Bereitschaft des Trägers sei vorhanden. Rund 20 Plätze bringe das Projekt. In der alten Kaplanei an der Dürener Straße (gegenüber der Kirche) könne eine Gruppe eingerichtet werden. Betreiber werde in diesem Fall die Betreuungseinrichtung für Kinder und Jugendliche (BKJ).

Bereits zugestimmt habe der Träger bei den zwei folgenden Lösungsvorschlägen: Fortbestand der eingruppigen Awo-Einrichtung Zauberhut an der Franz-Rüth-Straße nach Fertigstellung des derzeit im Bau befindlichen Kindergartens und Fortbestand und Einrichtung einer zweiten Gruppe in der Einrichtung an der Schillerstraße.

Es bestehe zudem die Möglichkeit der Inbetriebnahme eines weiteren Kindergartens in Nothberg mit Randzeiten von 6 bis 21 Uhr. Notwendige Gespräche mit dem LVR und dem Jugendamt seien eingeleitet worden. In der BKJ-Einrichtung in Neu-Lohn könne eine zweite Gruppe eingerichtet werden. Der Träger habe bereits Bereitschaft signalisiert.

„Großtagespflege“

Zudem sei ein Ausbau der Kindertagespflege möglich, einhergehend mit der Ausbildung von weiteren Tagespflegepersonen und gegebenenfalls der Einrichtung einer „Großtagespflege“.

180 zusätzliche Plätze (Ü3 und U3) würden bei diesen Maßnahmen entstehen, die Plätze in der Tagespflege seien noch nicht mit eingerechnet. Die finanzielle Situation könne derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Beispielhaft nannte Knollmann jedoch Zahlen der BKJ-Einrichtungen: „Für die vier Maßnahmen in den BKJ-Kindergärten entstehen laut Kämmerer Gesamtkosten in Höhe von rund 5,2 Millionen Euro, hiervon ausschließlich für die Einrichtung von U3-Plätzen etwa 3,4 Millionen Euro.

Insgesamt werden hierbei 101 U3-Plätze geschaffen. Seit dem Jahr 2012 sind hierfür Bundes- und Landesmittel in Höhe von etwa 460 000 Euro an die Stadt ausgezahlt beziehungsweise bewilligt worden, wobei eine darüber hinausgehende Mittelzuteilung in Aussicht gestellt wurde.

„Auf dem Zahnfleisch“

Die Opposition sieht das Thema sehr kritisch. „Da hat man sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt“, kommentierte Bernd Schmitz diese Ausführungen. „Ich weiß, dass Kindergärten teilweise auf dem Zahnfleisch gehen“, sagte Schmitz weiter.

Die CDU stellte gleich danach einen Antrag. Der Stichtag für die Bemessung der Zuschüsse für das kommende Kindergartenjahr sei der 15. März. Daher hat die CDU für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 5. März detaillierte Angaben zu vielen Zahlen beantragt, unter anderem U3-, Ü3- und U1-Plätze in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege, das Verhältnis zwischen Voll- und Teilzeitbetreuung und die Zahl der Kinder mit besonderem Förderbedarf. Es wird ein heißes Thema bleiben. Abgerechnet wird spätestens am 1. August.

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