Eschweiler - 1012 Urkunden für sportliche Eschweiler

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1012 Urkunden für sportliche Eschweiler

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf und Anne Karduck
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Sportvereine und Schulen sind
Sportvereine und Schulen sind die wichtigsten Träger der Sportabzeichen-Bewegung: Hier werden die Teilnehmer aus den Eschweiler Sportvereinen ausgezeichnet. Diesmal haben insgesamt 1012 Indestädter das Sportzeichen Foto: Friedhelm Ebbeke-Bückendorf

Eschweiler. „Jetzt im zwölften Jahr haben wir es versucht, die Tausender-Marke zu knacken, und ihr habt dazu beigetragen, dass wir es geschafft haben. 1012 Eschweiler haben diesmal das Sportabzeichen abgelegt!” Freude bei Dr. Christoph Herzog, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, und Jubel im Saal. Und das gleich dreimal nacheinander.

Drei Veranstaltungen brauchte es am Samstag, um die über tausend Freizeitsportlerinnen und -sportler zu ehren. Vor zwölf Jahren waren es gerade einmal 75 Teilnehmer.

Längst vorbei sind die Zeiten, als der Ratssaal für die alljährliche Ehrung der Bürger ausreichte, die das Deutsche Sportabzeichen in Bronze, Silber oder Gold errungen haben. Seit mehreren Jahren wird in der Aula der Realschule Patternhof geehrt, und weil weder Bühne noch Saal für tausend Leute ausreichen, gab es am Samstag erneut drei Feiern.

Bei der ersten Auszeichnung für die rund 130 Grundschüler fragte Dr. Herzog, welches neue Ziel man sich denn nach dem Erreichen der Zahl 1000 setzen wolle. Eine Antwort fiel ihm am Ende der dritten Ehrung ein...

In vielen Städten werden nur jene Freizeitsportler eingeladen, die zehnmal, 20-mal oder noch öfter die Bedingungen erfüllt haben und somit ein Jubiläum feiern können. Anders in Eschweiler. Hier sind alle, die das Abzeichen erhalten, eingeladen und werden öffentlich geehrt. Das trägt mit zum Erfolg des Sportabzeichen-Bewegung in Eschweiler bei, ist Co-Moderator Karl Biernat überzeugt.

Aber ebenso ist Biernat selber ein Erfolgsgarant. Der Übungsleiter der LSG Eschweiler ist Fachmann für Sportgeschichte und holt jedes Jahr prominente Leistungssportler zur Sportabzeichen-Verleihung nach Eschweiler.

In diesem Jahr waren es erstmals Sportlerinnen. Die Vize-Europameisterin im Tischtennis Irene Ivancan und die mehrfache weißrussische Tischtennis-Meisterin Tatsiana Kostromina plauderten in Interviews über ihre Karrieren und zeigten auf der Bühne der Realschul-Aula, wie atemberaubend rasant ihr Sport ist.

Seit zwölf Jahren ist die Raiffeisenbank Eschweiler Sponsor und Mitorganisator der Sportabzeichen-Ehrung. Vorstandssprecher Johannes Gastreich ließ keinen Zweifel daran, dass die Raiffeisenbank auch weiterhin auf diese Weise den Breitensport fördern will: „Wir sind stolz darauf, dass wir im Jahr unseres 100-jährigen Bestehens eine so erfolgreiche Veranstaltung ausrichten dürfen, und hoffen, in den kommenden Jahren noch mehr Teilnehmer begrüßen zu können.”

Sieben Stunden Training

„Bitte ganz vorsichtig!” bat Charly Biernat die Nr. 49 der Tischtennis-Weltrangliste, Irene Ivancan, als er ihr einen Tischtennisschläger in die Hand drückte.

Einen ganz besonderen Schläger, eine Leihgabe des Deutschen Sport- und Olympiamuseums. Er stammt aus dem Jahr 1905, ist mit Pergament bezogen und ähnelt eher einem Tambourin als den modernen Schlägern, mit denen die Celluloidbälle auf Tempo 150 beschleunigt werden. Das laute Ping-Pong dieses Schlägers gab dem Spiel seinen Namen.

Ivancan, die aus Stuttgart stammt, wohnt in Düsseldorf und spielt in der Bundesliga für den TTC Berlin Eastside. Sie ist eine Abwehrspezialistin, die überraschend mit Angriffsschlägen Druck machen kann.

Wie spektakulär das aussieht, zeigte ein Film vom Endspiel der Europameisterschaft 2011 in Danzig. Dort wurde Irene Ivancan Vize-Europameisterin - ihr bisher größter Erfolg und für sie Anlass, ihr Studium zurück zu stellen und sich auf die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele vorzubereiten.

Mit täglich sieben Stunden Training. Wer sie spielen sehen möchte: Bei der WM in Dortmund gibt es am 25. März sogar freien Eintritt für Jugendliche.

Auch Tatsiana Kostromina ist Abwehrspielerin. Die Weißrussin hat dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen und bei Weltmeisterschaften eine Bronzemedaille mit der Mannschaft geholt. In der deutschen Bundesliga steht sie für den MTV Tostedt an der Platte.

Weit vorn, aber nicht an der Spitze

Viele Breitensportler beweisen sich jedes Jahr aufs neue, dass sie sportlich fit sind. Dr. Christoph Herzog würdigte diese Jubilare ganz besonders. Zum 25. Mal erfüllte Hans Koslowski die Bedingungen für das Goldene Sportabzeichen.

Das Abzeichen für 30 Jahre erhielten Marlene Münstermann und Simon Küpper. Und eine goldene 50 steht auf der Urkunde für Rainer Wick. Der konnte die Überreichung gar nicht abwarten - er musste zur nächsten Sportveranstaltung, dem Volkslauf im Stadtwald.

Mit über tausend Sportabzeichen liegt Eschweiler in der Region weit vorn. Aber nicht an der Spitze. Da steht die Nachbarstadt Stolberg mit rund 1300 Urkunden jährlich.

Das wäre doch, meinte Christoph Herzog am Schluss, eine Aufgabe, der man sich in Eschweiler stellen könnte: da auch auf Platz 1 zu kommen.

Auszeichnung für sportlich aktive Menschen im Breiten- und Freizeitsport

Mit dem Deutschen Sportabzeichen werden sportlich aktive Menschen im Bereich Breiten- und Freizeitsport ausgezeichnet. Dazu müssen im Lauf eines Jahres bestimmte sportliche Mindestleistungen Bereichen Schwimmfähigkeit, Sprungkraft, Schnelligkeit, Schnellkraft und Ausdauer erbracht werden.

Verliehen wird die Auszeichnung von Deutschen Olympischen Sportbund (früher: Deutscher Sportbund). Im nächsten Jahr können die Organisatoren das 100-jährige Bestehen feiern: 1913 wurden die ersten Deutschen Sportabzeichen verliehen.

Seit 1958 ist das Deutsche Sportabzeichen ein staatlich anerkanntes offizielles Ehrenzeichen. Neben der Auszeichnung für Erwachsene gibt es das „Deutsche Sportabzeichen Jugend” für Kinder und Jugendliche. Bisher gibt es für die erste erfolgreiche Teilnahme an einem Sportabzeichen-Wettbewerb eine bronzene, für die zweite eine silberne und ab der dritten eine goldene Auszeichnung. Geplant ist, diese Abzeichen künftig nach der erbrachten Leistung zu staffeln.

In Eschweiler werden das Training und die Leistungsabnahme der Sportabzeichen-Disziplinen von Sportvereinen und Schulen angeboten. Die Prüfer werden dazu eigens über den Landessportbund geschult. Die Auszeichnung der Eschweiler Absolventen wird von der Stadt Eschweiler seit zwölf Jahren gemeinsam mit der Raiffeisenbank organisiert, die auch als Sponsor der Ehrungen auftritt.

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