1000 Läufer bestehen die Schlammschlacht

Von: Stefan Herrmann
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Und los geht´s auf die Zehn-Kilometer-Strecke: Volkslauf-Mitbegründer Leo Fassbender (rechts) gab am Sonntagmittag den Startschuss. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. 1000 Läufer, die dem ungemütlichen Regenwetter mit jeder Menge Bewegungsdrang trotzten, eine „Premiere” der ganz besonderen Art und zwei Erfinder des Eschweiler Sportspektakels, die zum Jubiläum die Startpistole knallen ließen - das war die 40. Auflage des Internationalen Volkslaufs in der „Schlammschale” Waldstadion.

Die ganze Nacht über hatten die Wolken nach zuvor frühlingshaften Tagen ihre Schleusen geöffnet und auch am Sonntagmorgen zeigte Petrus kein Mitleid mit den Läufern.

„So ein Sauwetter!”, blickte Stadionsprecher und 2. Vorsitzender der veranstaltenden LSG Eschweiler, Dirk Bartholomy, beinahe ein wenig drohend gen Himmel. Doch alles Jammern abseits der Strecke nutzte nichts, und den Läufern war´s sowieso egal - sie zeigten sich alles andere als wasser- und dreckscheu und gingen voller Elan an den Start.

Den prestigeträchtigen Sieg beim VR-Bank-Halbmarathon feierte nach 21,1 Kilometern Ren Cremers vom SV Bergwacht Rohren in beachtlichen 1:16:54 Stunden, dicht gefolgt von Asad Zaki (Team Sport Loevenich). Die Beiden bogen als erste von insgesamt 287 gemeldeten Athleten für den Halbmarathon auf die Stadionrunde ein. Erst knapp 200 Meter vor dem Zielbanner zog Cremers ein letztes Mal unwiderstehlich an und sicherte sich so den Triumph bei der „Wasserschlacht im Waldstadion”.

Da feierten alle anderen angetretenen Läufer - ob Jung oder Alt - bereits längst im (mehr oder weniger) Trockenen. Pokale für den Gesamtsieg holten sich bei den 10 Kilometern Stefan Klewenhagen (DJK Jung Siegfried Herzogenrath) bei den Männern, der nach 34:22 Minuten ins Ziel kam, und Heike Herma (DJK Jung Siegfried Herzogenrath) in 41:56 Minuten.

Wie kleine nervöse Rennpferde standen die jüngsten Teilnehmer am frühen Vormittag an der Startlinie. Begleitet von Mama und Papa und teilweise gut „versteckt” unter langen Regencapes ging´s auf die schlammigen 300 Meter. Und das bei den Bambini-Mädchen sogar zu früh. Denn eigentlich sollte ein Pfiff nur alle Nicht-Läufer auffordern, den Startbereich freizumachen.

Doch die Mini-Athletinnen kannten beim Trillern der Pfeife kein Halten mehr. Drei Mädchen wurden von den hinterher eilenden Eltern und Betreuern erst ist im Ziel wieder „eingefangen”. Ein Neustart war trotzdem unumgänglich.

Da musste selbst Volkslauf-Organisator Manfred Beitzel schmunzeln: „Es gibt immer wieder was Neues: Einen Fehlstart haben wir bisher in den 40 Jahre auch noch nie gehabt”, glaubte er sich zu erinnern.

Zwei, die 1971 bei der Premiere das Zepter in der Hand hielten, waren Leo Fassbender und Engelbert Hoppe. Die Erfinder des Eschweiler Volkslaufs sorgten am Sonntag dafür, dass die knapp 300 Zehn-Kilometer-Läufer und auch die Marathon-Läufer mit einem punktgenauen Startschuss auf die Piste gingen. Da spulten Sprecher Dirk Bartholomy und seine Helfer längst schon einen Marathon der ganz anderen Art ab, nämlich den Siegerehrungsmarathon.

Insgesamt 18 Läufe

17 Läufe plus den seit einigen Jahren integrierten Nordic-Walking-Lauf, rund 1000 Athleten, die dem Schmuddelwetter die Stirn boten und schlammverschmiert, aber glücklich im Ziel ihre Medaillen entgegennahmen und tapfer ausharrende Zuschauer, die jeden Sportler mit Applaus im Waldstadion empfingen - der Eschweiler Volkslauf präsentierte sich auch im 40. Jahr seines Bestehens in allerbester Form.

Und wer weiß, vielleicht dürfen Bartholomy & Co. ja nach regenreichen Zeiten in der jüngeren Vergangenheit im nächsten Jahr auch mal wieder mit einem Lächeln Richtung (dann blauen) Himmel blicken.
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