30 I-Dötzchen in einer Klasse: «Sparmodell auf Kosten der Schüler»

(ran) 18.11.2009, 16:58

Eschweiler. Ein Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW sorgt in einigen Eschweiler Grundschulen für Unruhe.


In ihm wird erklärt, dass eine Unterschreitung der Mindestzahl von 18 Schülern pro Klasse bis auf 15 Schüler nur dann zugelassen werden könne, wenn der Schulweg zu einer anderen Grundschule nicht zugemutet werden kann.

Erhält eine Grundschule also 31 bis 35 Neuanmeldungen, können, falls der Weg zu einer anderen Grundschule zumutbar ist, lediglich 30 neue Schüler aufgenommen werden (bis einschließlich 30 Schüler wird eine Klasse gebildet, ab 36 Schülern werden zwei Klassen gebildet).

Diese Regelung kann vor allem für die zweizügigen Grundschulen Kinzweiler (laut Schulentwicklungsplan ist dort für das Schuljahr 2012/2013 mit 34 Anmeldungen zu rechnen), Weisweiler (2010/2011 34 Anmeldungen) und Bohl (2014/2015 35 Anmeldungen) sowie für die einzügige Grundschule in Röhe (2014/2015 31 Anmeldungen) Folgen haben.

Bei den Mitgliedern des Schulausschusses stieß der Erlass während der Sitzung am Dienstag auf heftige Kritik. «Es ist sehr problematisch Schüler abzuweisen», betonte Dietmar Schultheis (SPD). Doch auch für angenommende Schüler habe der Erlass große Nachteile. «Diese Regelung führt zwangsläufig zur Bildung von Klassen mit 30 Schülern. Gerade Schüler mit Lernhemmnissen leiden unter großen Klassenverbänden», so der Sozialdemokrat.

Noch deutlicher wurde Gerd Schnitzler, Leiter der KGS Kinzweiler und Sprecher der Grundschulleiterkonferenz: «Der Erlass bedeutet eine Unterwanderung der freien Schulwahl, stört den Schulfrieden und ist ein Sparmodell auf Kosten der Schüler.»