Nordeifel/Aachen - Zwölf Braunkehlchen-Paare bremsen den Ravel-Radweg

Zwölf Braunkehlchen-Paare bremsen den Ravel-Radweg

Von: P. St.
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Still ruht die Vennbahntrasse am Grünen Kloster: Hier nistet das Braunkehlchen, was aller Wahrscheinlichkeit nach eine Umleitung des Ravel-Radweges zur Folge haben wird. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel/Aachen. Der Bekanntheitsgrad des Braunkehlchens ist in letzter Zeit enorm gestiegen. Der Vogel des Jahres 1987 bevorzugt ausgerechnet das Umfeld der früheren Vennbahntrasse, um sich hier niederzulassen.

Seitdem nun geplant ist, auf der ehemaligen Schienenstrecke einen grenzüberschreitenden Radweg anzulegen, spielt der Bodenbrüter eine entscheidende, was den späteren Verlauf der Strecke betrifft.

Im zurückliegenden Wirtschaftsausschuss der Stadt Monschau wurde berichtet, dass es vor allen Dingen schwierig wird, den Abschnitt zwischen Kalterherberg und Sourbrodt planmäßig auszubauen. In einer nun vorliegenden Umweltstudie wurde festgestellt, dass hier, ausgerechnet auf einem der attraktivsten Teilstücke der insgesamt 130 Kilometer langen Strecken durch Deutschland, Belgien und Luxemburg, in einem Teil des Rurtals zwölf Braunkehlchen-Paare nisten.

Diese führte dazu, dass die zuständige Umweltbehörde bei der wallonischen Region in diesem Bereich eine Fortführung des Radweges auf der ehemaligen Bahnstrecke abgelehnt hat.

Nunmehr ist die Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgiens gefragt, eine Lösung finden. Die ostbelgische Tourismusministerin Isabelle Weykmanns werde sich intensiv um eine Lösung bemühen, sagte Monschaus Bürgermeisterin jetzt im Wirtschaftsausschuss. Die Gemeinde Bütgenbach habe bereits eine Ausgleichsfläche von 45 Hektar für zwei Braunkehlchen-Paare ausgewiesen.

Die Stadt Monschau gehe nach wie vor von der „Realisierung des Gesamtprojektes” aus, so Margareta Ritter.

Dass nun erst im Rahmen des Bauantrages die Probleme auftauchen, hat seinen Grund darin, dass dass das gesamte Interreg-Projekt wegen seinen besonderen grenzüberschreitenden Bedeutung bereits von den zuständigen Gremien bewilligt wurde, obwohl die für das Verfahren erforderlichen Umweltuntersuchungen noch nicht vorlagen.

Für den als besonders sensibel festgestellten Bereich zwischen Kalterherberg und Sourbrodt werden verschiedene Alternativlösungen geprüft. Neben Ausgleichsflächen stehen eine zeitweise Sperrung des Weges sowie eine Alternativroute zur Debatte.

1. Bauabschnitt unproblematisch

Die Städteregion Aachen ist federführend für den den 28 Kilometer langen Abschnitt zwischen Raeren-Grenze bis Kalterherberg-Bahnhof zuständig. Die 28 Kilometer umfassenden Baumaßnahme ist in zwei Bauabschnitte unterteilt worden. Der erste Bauabschnitt bis Lammersdorf-Bahnhof ist unproblematisch. Hier ist die Planung abgeschlossen und die Baugenehmigung liegt bereits vor. Eine Ausschreibung der Arbeiten ist allerdings noch nicht erfolgt, weil die weiteren Untersuchungen abgewartet werden sollen; die Vergabe soll in der Sitzung des Städteregionsausschusses am 2. September erfolgen.

Bis dahin hofft man, dass die Umweltfragen gelöst sind, denn auch auf deutscher Seite ist der weitere Ausbau ab Lammersdorf nach Kalterherberg problematisch. Hier ist ebenfalls eine Umweltstudie erforderlich, deren Ergebnis bis Ende Juli vorliegen soll. Im Bereich Lammersdorf sind im vergangenen Jahr mehrfach Birkhühner gesichtet worden, die dem Artenschutz unterliegen.

Daher prüft auch die Städteregionsverwaltung Alternativen, von einer Verlegen des Weges über eine zeitweise Sperrung bis hin zu einer Einhausung.

Seitens der Stadt Monschau geht man davon aus, dass Probleme auf deutscher Seite gelöst werden können. Auf jeden Fall problematisch wird der Bereich „Grünes Kloster” zwischen Kalterherberg und Elsenborn bleiben. Für das 2,5 Kilometer lange Teilstück mit der hohen Braunkehlchen-Population gehen alle Beteiligten inzwischen von einer Alternativlösung aus.
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