Monschau - Zwei Millionen Euro Gewinn im Stadtwald

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Zwei Millionen Euro Gewinn im Stadtwald

Von: hes
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Forstwirtschaftsmeister Klaus-Jürgen Schmitz vor der Ernte im Stadtwald oberhalb des Fuhrtsbachtals. Mittlerweile wird bei guten Preisen der Baum komplett vermarktet, selbst die Krone findet als Brennholz Verwendung und wird u.a. im Simmerather Heizkraftwerk genutzt. Foto: H. Schepp

Monschau. Der Stadtwald ist ein gutes Stück Monschau. Er prägt die Landschaft mit jahrzehntealten Beständen und großer Artenvielfalt, bietet den Menschen Ruhe und Erholung und den Tieren ein Refugium, und er wirft nicht zuletzt Jahr für Jahr sechsstellige Gewinne für die marode Stadtkasse ab.

Stolze zwei Millionen Euro an Gewinnen haben sich seit 2005 addiert, und auch das kommende Waldwirtschaftsjahr wird nach erster, vorsichtiger Kalkulation ein Plus in einer Größenordnung von gut 160.000 Euro abwerfen.

Alles klar im Wald also, ist man geneigt zu sagen. Als am Dienstag der Forstwirtschaftsplan 2014 im Umweltausschuss der Stadt Monschau auf der Tagesordnung stand, war dort auch ein deutliches „Ja aber“ zu vernehmen. Schuld daran ist die sogenannte Forsteinrichtung, eine Art Inventur, die jeweils für einen Zeitraum von zehn Jahren vorgibt, wie im Wald zu wirtschaften ist. 2001 erfolgte die letzte Forsteinrichtung für den Monschauer Stadtwald und für den Planungszeitraum 2001 bis 2011.

„Frühzeitig“, so Kämmerer Franz-Karl Boden nun im Umweltausschuss, hatte die Stadt 2009 vor Ablauf dieses Zeitraums den Landesbetrieb Wald und Holz um eine Fortschreibung der Planung ersucht, doch aus Düsseldorf kam der Hinweis, dass man derzeit finanziell und personell nicht in der Lage sei, das „Wald-Gutachten“ für die nächste Dekade zu erstellen.

Monschau möge die Forsteinrichtung extern vergeben, wurde empfohlen, doch dies lehnt die Verwaltung vehement ab, liegt die Forsteinrichtung doch in einem Kostenrahmen von über 50.000 Euro. In einem Schreiben an die NRW-Ministerien für Umwelt und für Inneres hat die Stadtverwaltung nun deutlich gemacht, dass nach ihrer Auffassung das Land hier in der Verantwortung ist, auch vor dem Hintergrund der kritischen Finanzsituation der Stadt Monschau und einer Konsolidierung ihrer Finanzen. „Die Antwort steht noch aus“, so Boden im Umweltausschuss.

Mangels aktueller Forsteinrichtung wirtschaftet die Stadt nach wie vor mit dem Hiebsatz, der 2001 vorgegeben wurde – auch im kommenden Waldwirtschaftsjahr 2014. Da der Stadtwald in den letzten Jahren fleißig gewachsen ist und gut gehegt wurde, wäre durchaus auch eine höhere Ernte möglich, doch dafür fehlt eben die rechtliche Grundlage. Immerhin hat dies den positiven Nebeneffekt, dass der Stadtwald auf einer Betriebsfläche von 1776,8 Hektar mit einem Holzvorrat von 445.000 Festmetern inzwischen seinen „Normalvorrat“ erreicht hat, wie die Verwaltung dem Umweltausschuss berichtete.

Der frühere Überhang an Jungbeständen, der den Stadtwald einst zum sogenannten Aufbaurevier machte, sei überwunden, heißt es weiter im Vorbericht und mit Blick auf die Zukunft: „Bei einem geschätzten jährlichen Zuwachs von rund 19.000 Festmetern und einer nach wie vor geplanten Abschöpfung von knapp 10.000 Festmetern pro Jahr wird der Holzvorrat weiter ausgebaut.“

Im Umweltausschuss nahm man dies erfreut zur Kenntnis, wenngleich bei höherem Einschlag und den aktuell sehr guten Holzpreisen durchaus ein noch höherer Gewinn für die Stadtkasse zu erzielen wäre.

Schaden durch hohe Wildbestände

Auch im sogenannten Kulturplan, der Auskunft gibt über die geplanten Pflanzmaßnahmen, wären noch günstigere Zahlen für den Forstwirtschaftsplan möglich. „Viele Kulturen, die wir in den letzten Jahren angepflanzt haben oder die durch Naturverjüngung entstanden sind, werden nachhaltig beeinträchtigt durch zu hohe Wildbestände“, ließ Forstbetriebsleiter Felix Meyer zwischen den Zeilen wissen, dass die Jagdpächter hier und da offenbar nicht aktiv genug sind.

Die Forstfachleute der Stadt sind deshalb dazu übergegangen, bei Neuanpflanzungen mit dem im Vorjahr angeschafften Erdbohrer höhere Jungpflanzen zu setzen, die mit 80 bis 120 Zentimetern bereits aus dem Äserbereich des Rehwilds herausgewachsen sind, wie Klaus-Jürgen Schmitz erläuterte.

Eine kleine Rolle spielt im kommenden Plan nur der Wegebau. Lediglich 1,8 Kilometer Waldweg im 180 Kilometer langen Waldwegenetz des Monschauer Stadtwaldes werden 2014 im Dürholderbachtal, im Spielerörtchen und zwischen Grotte und Sägemühle in Rohren instand gesetzt.

Der Forstwirtschaftsplan 2014 wurde vom Umweltausschuss einstimmig gebilligt.

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