Zwei kranke Buchen werden gefällt, drei gesunde bleiben stehen

Von: hes
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Die markante Baumgruppe am Peter-Schreiber-Weg im Imgenbroicher Baugebiet Steinrötsch II bleibt erhalten. Zwei kranke Bäume werden gefällt, zwei neue Stämme dafür nachgepflanzt. Die übrigen Rotbuchen sollen einen fachgerechten Schnitt erhalten. Foto: H. Schepp

Monschau. Im konkreten Fall ist eine Entscheidung getroffen - die Debatte um die Fällung alter Bäume aber geht weiter. Im Neubaugebiet Steinrötsch II in Imgenbroich dürfen demnächst zwei morsche Rotbuchen gefällt werden, weil ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Der Monschauer Planungsausschuss beschloss am Dienstagabend die entsprechende „Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans Imgenbroich „Rulertsweg/Steinrötsch II”.

Der Fall der markanten Baumgruppe am Peter-Schreiber-Weg in Imgenbroich war vor knapp einem Jahr öffentlich geworden, als Erika Krebs und Dietmar Schütteler von der Fraktion „Die Linke” hier vor einem Kahlschlag warnten.

Damals hatte der Grundstückseigentümer beantragt, alle fünf Buchen aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernen zu dürfen. Die dazu vorgelegte Einschätzung der Unteren Landschaftsbehörde war dem Planungsausschuss seinerzeit zu oberflächlich, und so wurde dem Grundstücksbesitzer ein zweites Gutachten aufgetragen.

Dieses Gutachten durch den Baumsachverständigen Friedrich Bauer kam dann tatsächlich zu dem Ergebnis, dass zwar zwei der Bäume todkrank und nicht zu retten sind, der Rest des Bestandes jedoch standsicher sei. „Allerdings”, so der Gutachter, sollten die Buchenstämmlinge alle zwei bis drei Jahre in Augenschein genommen werden, um Versagenkriterien erkennen zu können”. über dies sei es angebracht, einige weit über den Straßenraum ragende Äste fachgerecht zu entfernen, um das Lichtraumprofil bis in 4,50 Meter Höhe über dem Verkehrsraum herzustellen.

Zwei Stämme nachpflanzen

In diesem Sinne bewerteten nun auch die Mitglieder den aktuellen Fall. Die CDU stimme der Befreiung und damit der Fällung der beiden kranken Buchen zu, „wenn gewährleistet wird, dass zwei neue Stämme nachgepflanzt werden und die übrigen Bäume erhalten bleiben”, sagte Heinrich Jansen für seine Fraktion. Und im Nachsatz empfahl er: „Ein fachgerechter Schnitt hilft ja oft auch schon weiter.”

Auch SPD-Sprecher Erwin Jansen stellte fest, dass es „immer schmerzt, wenn alte Bäume verschwinden”. Hier aber gehe die Sicherheit vor. Werner Krickel (Grüne) stellte fest, dass das Vorgehen in diesem Falle beispielhaft sein könne für die Verfahrensweise in vielen anderen, ähnlich gelagerten Fällen.

Da war Bürgermeisterin Margareta Ritter anderer Meinung: „Ich weiß nicht, ob wir dem Bürger in jedem Fall diesen Aufwand und ein kostenpflichtiges Gutachten zumuten können und sollten.” im vorliegenden Fall hatte der Grundstückseigentümer selbst das zweite Gutachten in Auftrag gegeben und auch finanziert. Wenn Bäume so offensichtlich kaputt seien, „dass man schon durchlaufen kann, weiß ich nicht, ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist”, zumal wenn es sich auf privatem Grund abspiele. Erwin Jansen aber hielt die genaue Prüfung der Standfestigkeit für vertretbar, „denn sonst wird demnächst alles umgelegt, was irgendjemanden stört”.

Beispielhaft am vorliegenden Fall, so das Resümee vor dem einstimmigen Beschluss, sei auf jeden Fall der erzielte Kompromiss zwischen Sicherheit einerseits und Landschaftserhaltung auf der anderen Seite.
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