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Zwei Kirchengemeinden werden zu einer

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Monschau. Monschaus Gemeindepfarrer Jens Peter Bentzin spricht von einer „Sternstunde evangelischen Lebens in der Region”. Anlass der Freude: Die Presbyterien der beiden Evangelischen Kirchengemeinden Monschau und Roetgen haben auf einer Klausurtagung in Erkensruhr die erforderlichen Beschlüsse gefasst, die zur Neubildung einer Kirchengemeinde zum 1. Januar 2011 führen.

Die beiden Evangelischen Kirchengemeinden Monschau und Roetgen hören zu diesem Zeitpunkt auf zu existieren.

Schon viel Gemeinsames

Bereits seit 2007, so berichtet Pfarrer Bentzin, ist auf diesen Tag hin gearbeitet worden, zunächst nicht mit dem ausdrücklichen Ziel, aber mit der Intention, Gemeinsames stärker zu fördern, nicht zuletzt auch ausgelöst durch die sich verschlechternden Rahmenbedingungen für die Gemeinden, durch das rückläufige Kirchensteueraufkommen und durch die Frage, wie sich „evangelisches Leben in Zukunft in der Eifel gestalten” soll.

Laut Bentzin war es eine Vielzahl von Aspekten, die in den Gemeinden diskutiert worden seien, zunächst durchaus auch kontrovers. Das einstimmige Votum der beiden Presbyterien eröffne jetzt einen gemeinsamen Weg ab 2011.

Dabei wird es, so Bentzin weiter, ab dem 1. Januar nächsten Jahres nicht einen großen Schnitt geben und alles ist anderes. Bereits seit einiger Zeit fördere man die Gemeinsamkeiten, wo sie sich anböten. Das ist zum Beispiel der gemeinsame Konfirmandenunterricht und die Konfirmation, die Kirchenmusik plant gemeinsam, Gottesdienstpläne sind aufeinander abgestimmt, das kirchliche Finanzwesen wurde mit großem Aufwand angeglichen und es gibt einen gemeinsamen Gemeindebrief.

An diesen Dingen hätten sehr viele Menschen sehr intensiv mitgearbeitet, betont Bentzin. Die viele guten Erfahrungen hätten letztlich zum einhelligen Votum beider Presbyterien beigetragen, und der Zusammenschluss sei damit quasi eine logische Konsequenz guter Erfahrungen.

Kräfte bündeln

Mit Jahresbeginn werde es eine neue Kirchengemeinde geben, in der die Kräfte gebündelt und neuer Schwerpunkte benannt werden sollen. Eines der Ziele sei es, in der Fläche der Nordeifel weiterhin präsent zu bleiben, in etwa 40 Orten zwar nicht überall mit Gebäuen, aber dennoch für die Gläubigen präsent zu bleiben.

Ein weiteres Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass die Pfarrstellen erhalten bleiben. In der evangelischen Kirchen kenne man den Priestermangel zwar nicht so wie bei den Katholiken, aber die Vorgaben der Landeskirche seien eindeutig: Die Anzahl der Pfarrer werde in den nächsten Jahre „erheblich reduziert, Planstellen gestrichen”.

Und der „engagierte Nachwuchs” habe es schwer, in eine Pfarrstelle nachzufolgen. „Allerdings”, ist Bentzin beruhigt, „im Kirchenkreis Aachen haben wir bei der Personalplanung unsere Hausaufgaben gut gemacht.”

Drei Pfarrbezirke

Die neue Kirchengemeinde wird in drei Pfarrbezirke aufgeteilt sein: den Rurbezirk mit Dienstsitz in Monschau, den Kallbezirk mit Dienstsitz in Lammersdorf und den Bezirk Roetgen mit dem Dienstsitz in Roetgen. Die neue Kirchengemeinde wird unierten Bekenntnisses sein und den Unionskatechismus gebrauchen.

Ungefähr 4600 Gemeindemitglieder zwischen Mulartshütte, Schmidt und Kalterherberg werden zu dieser neuen Kirchengemeinde gehören. Der gemeinsamen Weg, auch das freut den Monschauer Pfarrer, sei aus den Gemeinden heraus gefunden worden. „Niemand von oben hat das verfügt, sondern die Presbyterien haben frei und unabhängig diese Entscheidung getroffen. Das kann uns Evangelischen niemand nachmachen.”

Trotz aller Freude mache sich inzwischen aber auch ein Stück Trauer breit, denn von zwei sehr alten Gemeinden müsse man sich verabschieden, so Jens Peter Bentzin. Die Gemeinde in Roetgen gebe es seit Anfang des 18. Jahrhunderts und die Gemeinde Monschau gehe beinahe bis auf den Zeitpunkt der Reformation zurück. Bentzin: „Da wird viel Liebgewonnenes und Gewohntes zu verlassen sein.”
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