Roetgen - Zum Schluss rattert die Lok

Zum Schluss rattert die Lok

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Die Künstler und die Macher der Ausstellung „Schotter-Schienen-Schwellen” im Kulturbahnhof Roegen, die jetzt zu Ende gegangen ist, können zufrieden sein.

Roetgen. Zum Ende der Ausstellung „Schotter-Schienen-Schwellen” im Kulturbahnhof Roetgen las die Aachener Autorengruppe WORTart zur Musik von Illa Tönnies vor vollem Haus.

Vor Publikum, dicht gedrängt wie in einem überfüllten Zug, aber dennoch gemütlich bei bullerndem Holzofen, fand die für absehbare Zeit letzte Ausstellung, zu der Roman Havertz in den Kulturbahnhof Roetgen einlud, ihr Ende.

„Das Reisen” war die Metapher, auf die sich alle Künstler bezogen, die an dieser rundum gelungenen Veranstaltung beteiligt waren. Den visuellen Rahmen bildeten die Werke von Peter Schneider, wie seine Installation „Reisebericht” - Krähenfedern, die von den Schienen aufwirbelnd zu einem Fenster hinaus schweben - und die Materialbilder von Peter Malzahn „Verkehrszeichen” aus Schwellennägeln, die fast alle einen Käufer fanden.

In vielseitigen Variationen fügten sich die literarischen Beiträge der Autorengruppe WORTart zu den bildnerischen Werken. Vera Klee lässt „rollende Räder durch Roetgen rattern”, Lotte Jacobs Geburtstagsstimmung zerfällt angesichts eines Selbstmordes auf dem Gleis, Bettina Fücker besingt die Helden des Alltags, die jeden Morgen zur Arbeit pendeln, und Peter Schoenen lässt humorvoll eine dramatisch-erotische Liebesphantasie in nüchterner Rohheit wie eine Seifenblase zerplatzen.

Literarisches

Renate Fuchs folgt ihrer Sehnsucht vom Kaffeetisch in die Wolken, Hilmar Weldin zeichnet in einfühlsamer Sprache seine Beobachtungen im Bahnhof vor und nach dessen Stilllegung auf, Peter Schneider widmet den Krähen, deren Federn in seinen Installationen verwendet wurden, ein ernstes Gedicht, Marion Link zaubert mit der Suche nach einem piependen Wecker in einem morgenmüden Pendlerzug ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer und Silvia Tenten lässt in ihrem Gedicht „Zug” den Rhythmus rollender Waggons entstehen.

Sehr künstlerisch greift Illa Tönnies Sprachrhythmus und Sprachbilder in ihren Improvisationen am Violoncello auf. Da stampft die Lok, die Wagen rattern, in den Klängen ihrer Musik wird die Sehnsucht nach Ferne und der Wind hörbar, der um die Ohren pfeift.

Publikum begeistert

Das Publikum zeigte sich begeistert. Es wäre wünschenswert, wenn die Kulturlandschaft in Roetgen weiterhin durch solche Veranstaltungen bereichert würde, so der Tenor.

Die Leiterin der Autorengruppe, Doris Krockauer, sowie Peter Malzahn und Peter Schneider zollten in ihren Ansprachen dem Betreiber des Kulturbahnhofs, Roman Havertz, ihren besonderen Dank. Es sei zu hoffen, dass Havertz und die Gemeinde Roetgen wegen einer Fortführung des Kulturbahnhofs im Gespräch blieben.
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