Zum Jubiläum kommt das Mittelalter nach Imgenbroich

Von: Heiner Schepp
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Der Ömmscher Össel wird 650
Der Ömmscher Össel wird 650 Jahre alt. Im Juni wird gefeiert.

Imgenbroich. Im Jahre 1361 wird der Ort „ymgenbroich” zum ersten Mal zusammen mit einigen anderen Dörfern des Monschauer Landes in einer Urkunde erwähnt, die einen Gebietstausch zwischen Wilhelm II., Herzog von Jülich, und Reinard von Schönforst besiegelte.

Man kann davon ausgehen, dass die Besiedlung des Ortes während einer Rodungsepoche im 11./12. Jahrhundert vom Nachbardorf Konzen aus erfolgte, einer schon im Jahre 888 erwähnten fränkischen Siedlung. Interessant ist, dass die Schreibweise des Ortsnamens in dieser Urkunde fast identisch ist mit der heutigen. Der Wortteil „broich” weist auf Sumpfgelände hin, das „imgen” könnte von einem Namen „Imigo” stammen.

Mallorca-Party und Markttreiben

650 Jahre Imgenbroich - das ist natürlich ein Grund zum Feiern, und das wird im einstigen Tuchmacherdorf vom 1. bis 5. Juni recht ausgiebig getan. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen dabei ein unterhaltsamer Festabend am Samstag, 4. Juni, im Festzelt am Bürger Casino sowie ein mittelalterliches Fest am Sonntag, 5. Juni, ab 11 Uhr rund um Imgenbroichs „gute Stube”.

Los geht es aber mit einem Angebot für alle jungen und jung gebliebenen Besucher, denn am Mittwoch, 1. Juni, steigt im Zelt eine Mallorca-Party mit allem, was dazu gehört: Partymusik und Stimmung, ein entsprechendes Getränkeangebot und eine „Happy Hour” - kurzum: der Deutschen liebste Insel liegt am ersten Junitag an der Trierer Straße.

Am Folgetag wird zwar im Zelt weitergefeiert, jedoch hat die „Mega-Vatertags-Fete” an gleicher Stelle nichts mit dem eigentlichen Festprogramm zu tun.

Dieses wird dann am Samstag, 4. Juni, mit dem Festabend ab 19.30 Uhr im Zelt am Casino fortgesetzt. Umrahmt von einem bunten Unterhaltungsprogramm wird Dr. Elmar Neuß in seiner Festrede auf 650 Jahre Dorfgeschichte blicken und werden verschiedene Gäste, darunter auch Schirmherr Städteregionsrat Helmut Etschenberg, den Imgenbroichern zum Jubiläum gratulieren. Tanz und Musikeinlagen werden an diesem Abend den Bogen vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit spannen. Neben den musiktreibenden Vereinen aus Imgenbroich sowie den Tanzgruppen des FC Imgenbroich und der Tanzschule „DaSh” werden die Tanzgruppe „Condra”, eine Gruppe Gaukler und die Musikformation „Wanderwind” ein Gefühl dafür vermitteln, wie ein solches Fest vor 650 Jahren gefeiert wurde. Natürlich darf an diesem Abend die vor 30 Jahren entstandene Dorf-Hymne, das „Ösele-Lied”, nicht fehlen und wird pünktlich zum Fest sogar als CD angeboten.

Der Sonntag, 5. Juni, beginnt dann so, wie es früher bei Dorffesten üblich war - mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche. „Da in der Geschichte Imgenbroichs die Evangelischen eine bedeutende Rolle gespoielt haben, wird dieser Gottesdienst ökumenisch gestaltet”, erläutert Otto Drosson, Geschäftsführer des Vereins für Heimatgeschichte Imgenbroich, der das Jubiläumsfest maßgeblich vorbereitet hat.

Nach dem Gottesdienst und einer Kranzniederlegung am Ehrenmal geht es mit Musik zum Festzelt, wo zum Frühschoppen aufgespielt wird.

Ab 11 Uhr gibt es dann vielfältige Angebote rund um das Casino und auf einem mittelalterlichen Markt auf der Wiese hinter dem „Werners Hof” (heute Juwelier & Optiker). Kindergarten und Grundschule haben sich intensiv mit der Geschichte Imgenbroichs beschäftigt und stellen Arbeiten aus. Im Hinblick asuf die Bedeutung des Dorfes als Tuchmacherort lieg ein Schwerpunkt auf dem Thema Wolle, und so werden Schafschur, Spinnen, Weben und Wollverarbeitung gezeigt. Ein Hufschmied beschlägt ein Pferd, Zimmerer sägen Balken und Bretter wie früher ohne Maschinen, Korbmacher, Besenbinder und Töpfer demonstrieren ihr altes Handwerk. Auf dem mittelalterlichen Markt lagern mehrere Gruppen und geben einen Einblick in Kleidung und Leben vor mehr als 600 Jahren. Taverne und Feldbeckerey bieten in entsprechendem Ambiente ihre Speisen und Getränke an, und Ritter zeigen ihre Waffen, führen Schaukämpfe durch und lassen die Besucher mit Pfeil und Bogen schießen.

Für Kinder gibt es an diesem Tag viele Möglichkeiten, sich zu betätigen und kreativ zu werden. So können sie historisches Spielzeug kennenlernen, die Knappenschule besuchen oder eine Märchenhexe in ihrem Zelt besuchen.

Im Casino bietet die Monschauer Tafel eine Cafeteria an und ist eine Ausstellung mit Dokumenten aus der Geschichte Imgenbroichs zu sehen.

Am Abend warten zum Abschluss der Festtage schließlich noch zwei weitere Höhepunkte im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion. Ab 21 Uhr wird ein Konzert mit Klassik und Zigeunermusik in der Pfarrkirche von einem Lichtkünstler begleitet, ab 23 Uhr dann tauchen ein Bodenfeuerwerk am Ehrenmal und der Lichtkünstler das Herz des Jubiläumsdorfes in faszinierendes Licht.
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