Zukunftsforum: Roboter bequem per Smartphone bedienen

Von: Laura Hentz
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So sieht die Zukunft aus: Emma
So sieht die Zukunft aus: Emma, Emma und Mareike ( v.l.n.r.) vom Einhard-Gymnasium experimentieren mit Rotkohl, Moderator Bernd Büttgens schaut zu. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Was sagt man in Bayern zu Rotkohl?” fragt Mareike Ropers. „Blaukraut”, antwortete Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung.

Mareike und zwei Mitschülerinnen zeigen dem Publikum und dem Veranstaltungsmoderator Büttgens, warum: Mit einer Säure - zum Beispiel Essig - gemischt färbt sich das Rotkohlwasser rot. Doch mit einer Base - zum Beispiel Milch - gemischt wird das gleiche Wasser bläulich. Ein einfaches chemisches Experiment.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Lernen vor Ort” versammelte das Bildungsbüro geballte Kompetenz beim 4. Zukunftsforum in der Städteregion. Unter dem Motto „Hallo Zukunft! Perspektiven der Mint-Bildung” kamen Experten zu Wort, und drei Schulen aus der Region präsentierten im Super C der RWTH ihr Engagement in Sachen Mint.

Mint - das sind die Disziplinen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gerade auch in diesen Bereichen kooperieren zum Beispiel die FH Aachen und die RWTH mit vielen Schulen der Region, um Interesse und Erfindergeist zu wecken.

Das Aachener Einhard-Gymnasium stimmte die Teilnehmer des Forums nicht nur mit einem kleinen Versuch auf das Thema des Abends ein. Es stellte weitere Mint-Initiativen wie das Projekt „Formel 1 in der Schule” vor. Stefan Herrmann sagt: „Das ist Mint, aber vielfältiger. Man muss ein Auto kons-truieren, Sponsoren anwerben, sich selbst präsentieren und einen Businessplan schreiben.” Das Modellauto - betrieben mit einer CO2-Kartusche wie im Sahnespender - jagt mit bis zu 120 km/h über eine 20 Meter lange Rennstrecke. Dafür haben Stefan und die anderen Teammitglieder viele Stunden ihrer Freizeit investiert. Und das hat sich gelohnt: Sie belegen den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft und dürfen an der kommenden Weltmeisterschaft teilnehmen.

Das Projekt Mathe-Plus wird am Couven-Gymnasium als Arbeitsgemeinschaft und Projektkurs angeboten. Nils Froleyks ist seit zweieinhalb Jahren dabei. Naturwissenschaften seien sein Ding, erzählt der Schüler. Außerdem gehört er zu einem doppelten Abi-Jahrgang. Da sei es besonders wichtig, sich von den anderen mit zusätzlichen Qualifikationen abzusetzen. Im Bereich Robotik werden am Couven-Gymnasium besonders Mädchen gefördert. Die älteren bringen den jüngeren bei, wie man Roboter baut und lebensnah bedient: Ihre Roboter steuern die Mädels mittlerweile ganz bequem mit dem Smartphone.

Die Seismik-AG ist der Mint-Renner am St.-Michael-Gymnasium in Monschau. Seit 1994 haben die Schüler Modelle entwickelt und verfeinert, um Erdbeben zu erkennen und aufzuzeichnen. „Wir haben unsere Bauanleitung online gestellt, und eine Frau von der Uni München hat unseren Seismographen nachgebaut”, berichtet Felix Hoff nicht ohne Stolz. Er ist schon seit der 5. Klasse in der AG. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind für alle sichtbar. In einer Box auf dem Schulflur können alle Schüler und Lehrer die Aufzeichnungen permanent verfolgen. Besonders weit entfernte Beben seien da gut zu erkennen, erklärt Felix Mitschüler Fabio Krämer. Wackelt die Erde in Neuseeland, weiß man am St.-Michael gleich Bescheid.

Außerschulische Lernorte

Großen Anklang fanden auch die Ansätze von Dr. Gerhard de Haan, Professor für Zukunfts- und Bildungsforschung an der Freien Universität Berlin, der die ersten Ergebnisse der Studie „Mint-Bildung@Zukunft2030” vorstellte. Experten schätzten in der Studie die Zukunft von außerschulischen Lernangeboten, wie Schülerlabors, ein und kommen zu einem entscheidenden Schluss: Wir müssen die Mint-Kompetenzen der jungen Menschen fördern, um weiterhin weltweit mithalten zu können. Dabei sind außerschulische Lernorte, aber auch die Kooperation mit Schulen und Hochschulen besonders wichtig.
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