Mützenich - Zugvögel ändern ihre Reisepläne und landen in der Eifel

Zugvögel ändern ihre Reisepläne und landen in der Eifel

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Am Neujahrstag konnte Freddy Bauer aus Mützenich gegen 11 Uhr einige Fotos von einem kleinen Geschwader Kraniche machen, die sich auf eine seiner Wiesen aufhielten und kurz darau, als der Nebel sich lichtete, abzogen.

Mützenich. Ein ungewöhnliches Naturereignis spielt sich seit einigen Tagen in und über der Nordeifel ab. Mehrfach wurden in den letzten Tagen von unseren Lesern ziehende Kraniche über der Nordeifel gehört und gesehen und sogar rastenende Kraniche am Boden beobachtet.

Dies ist insofern außergewöhnlich, als die Zugvögel normalerweise ihren Zug Richtung Süden bis Mitte oder Ende November abgeschlossen und ihre Quartiere in Südeuropa längst erreicht haben.

In der Silvesternacht verriet das typische Krähen der Kraniche die rastenden Reisenden in den Bäumen und Sträuchern unterhalb des Burgrings, als dort viele Schaulustige das Feuerwerk über der Altstadt erlebten.

Auch in Mützenich waren die scheuen Tiere in der Silvesternacht „live” zu erleben. Freddy Bauer, dessen Hof unterhalb des Steling, also des höchsten Punktes im Kreis Aachen, liegt, berichtete: „Der Steling war durch Nebel verhüllt.

Im Herbst ziehen hier regelmäßig die Kraniche über das Hohe Venn in Richtung Süden und suchen oftmals auch das Venn als Rastplatz aus. Kurz vor Mitternacht - ich wollte gerade einige Raketen zum Abfeuern aufbauen - verirrte sich ein Geschwader Kraniche, im Volksmund Schneegänse genannt), in unmittelbarer Nähe unseres Hofes.

Sie schienen im Nebel zum Greifen nahe zu sein und suchten offenbar Übernachtungsmöglichkeiten. Ich verzichtete auf den Abschuss meiner Raketen, um die Tiere nicht noch mehr zu irritieren. Allerdings ging das Geknalle im Ort zum Jahreswechsel schon los, und die Kraniche zogen hörbar verstört ab.”

Am Neujahrstag erfuhr der Naturfreund aus Mützenich dann von weiteren Beobachtungen der Kraniche und berichtete: „Es müssen meherere Geschwader (oder ein großes?) in der Silvesternacht unterwegs gewesen sein. Sie wurden durch das Feuerwerk auseinandergetrieben. Mehrere Trupps, von drei Tieren bis über 20) waren noch am Nachmittag des Neujahrstages auf dem Platte Venn zu beobachten, die wahrscheinlich aufgrund des Nebels nicht mehr zueinander fanden. Beim Aufklaren im späten Nachmittag hat es dann hoffentlich funktioniert.”

Freddy Bauer hat inzwischen eine Erklärung für die - zu dieser Jahreszeit - ungewöhnlichen Gäste gefunden: „Es handelt sich um Kraniche, die nicht im Süden überwintern sondern aufgrund der vergangenen milden Winter bei uns auf die weite Reise verzichten und das norddeutsche Flachland in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen als Winterquartier vorziehen.

Flucht vor der Kälte

Durch das anhaltende und weiterhin angekündigte kalte Wetter aus Osteuropa waren sie jetzt aber doch gezwungen, den Zug in den Süden anzutreten, da die Nahrung aufgrund des anhaltenden Frostes knapp wird. Die Kraniche flüchten also vor der Kälte”, folgert der Landwirt aus Mützenich.

Bekanntermaßen richten Tiere ihr Verhalten oftmals nicht nur nach dem augenblicklichen Klima, sondern handeln instinktiv, weil sie eine mittelfristige Wetterentwicklung spüren. Deshalb bedeutet der späte Zug der Kraniche für uns: Es droht extreme Kälte.
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