Zu warm, zu nass und ganz viel Sonnenschein

Von: kjl
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Auch an Regen ließen es Mai in der Eifel nicht mangeln. Die Natur dankte es mit kräftigem Grün. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Insgesamt war das Wetter im Mai recht ausgewogen. Etwas zu warm, zu nass und viel Sonnenschein könnte die Kurzbilanz lauten. Es fehlten aber die Höhepunkte bei der Wärme. Das ist besonders an der geringen Zahl der Sommertage im Aachener Raum (nur zwei, im Vorjahr acht) abzulesen.

Einem eher kühlen, aber trockenen Monatsstart folgte bis zur Monatsmitte ein wechselhaftes Wetter, bevor ab dem 19. Mai warme Witterung mit Gewittern folgte. Vergleicht man die Monatsmitteltemperatur im Raum Aachen (14,1 Grad) und in der Nordeifel (Kalterherberg 11,3 Grad) mit dem 30-jährigen Mittel, so ergibt sich eine positive Abweichung von etwa 0,9 Grad in allen Höhenlagen.

Auch die Eisheiligen blieben harmlos und Luftfröste wurden am 4. und 9. Mai nur noch in den hochgelegenen Talmulden der Rur oder im Venn beobachtet: Rurtal bei Küchelscheid -2,4 Grad, Kalterherberg -1,8 Grad, Monschau -1,0 Grad und Höfen -0,3 Grad. Am Erdboden musste Karl Josef Mertens in Kalterherberg bei - 5 Grad (9. Mai) das Thermometer freikratzen. Die Obstblüten oder Erdbeeren litten weder im April noch im Mai unter Schadfrösten, dementsprechend gut wird die Ernte mengenmäßig ausfallen.

Das andere Extrem der Temperaturskala wurde erst am 25. Mai mit Höchstwerten bis 29 Grad ermittelt. Vor einer Gewitterfront trieb der Eifelföhn die Maxima besonders an den Nordhängen hoch. In Roetgen war es an diesem Tag mit 28,6 Grad wärmer als in Aachen mit 27,5 Grad. Der Höfener Südhang konnte mit 30,1 Grad im Schatten sogar einen ersten Hitzetag verbuchen. Diese Werte sind allerdings noch einige Grad vom Mairekord (24. Mai 1922) entfernt. Damals schwitzten nicht nur die Aachener bei 34,8 Grad (Eifelföhn).

Azurblauer Himmel

Neben der positiven Temperaturabweichung konnte im saftig grünen Mai die Sonnenscheinausbeute in allen Höhenlagen gefallen. Besonders zum Muttertag am 10. Mai und zum Monatsende an den Pfingsttagen schien die Sonne ungestört vom azurblauen Himmel. Meist wurde in der Monatssumme ein Plus von zehn bis 15 Prozent errechnet: Raum Aachen 215 Stunden, Schöneseiffen Windpark 193, Kalterherberg 176 und Mützenich 164 Stunden. Der sonnigste Tag des Monats war der tiefblaue und wolkenlose 29. Mai (Schöneseiffen 15,3 Sonnenstunden).

Die Niederschläge waren wie so oft im Mai mit Gewittern verbunden (besonders 8. und 25.), und daher waren die Monatssummen zwar überall zu hoch (20 bis 35 Prozent), doch regional sehr unterschiedlich. Ganz anders als im Vorjahr blieben die Gewitter diesmal ohne große Schäden. Den stärksten Regenguss gab es innerhalb von 24 Stunden an der Perlenbachtalsperre mit 31 l/qm (Liter pro Quadratmeter) am 11. Mai. Die Regenmengen des Mai lagen in der Nordeifel meist zwischen 60 und 80 l/qm. Trockener war es rund um Aachen mit 50 bis 55 l/qm.

Anfang Juni erlebten wir die vorgezogene Schafskälte mit leichten Bodenfrösten in den Eifelmulden. Keine ungewöhnliche Wetterlage für Anfang Juni. Seit 1869 beträgt der Tiefstwert der Lufttemperatur für die ersten zehn Junitage in Aachen 1,8 Grad (2. Juni 1962), jetzt waren es 5,8 Grad am 6. Juni.
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