Zollbeamte nehmen im Kaufland mehrere Personen fest

Von: ag
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Schwarzarbeit Zoll Symobolbild dpa
Erste Ermittlungen haben ergeben, dass die Frauen gegen Bezahlung eingeschleust wurden und über Russland und Berlin in die Eifel gelangten. Symbolbild: dpa

Imgenbroich. In der Kaufland-Filiale im Imgenbroicher Gewerbegebiet sind am Montag und am Mittwoch mehrere Personen festgenommen worden. Im Rahmen einer bundesweiten Schwerpunktprüfung des Einzelhandels, insbesondere des Lebensmittelbereichs, suchte die so genannte Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Aachen auch die Kaufland-Filiale in Imgenbroich auf.

Ziel war es, alle dort untergebrachten Betriebe zu kontrollieren. Im vorderen Bereich der Filiale befinden sich ein Nagelstudio und ein vietnamesischer Imbiss, Inhaberin der beiden Geschäfte ist nach Angaben der Zollbehörde eine Deutsche mit vietnamesischer Herkunft.

In dem Nagelstudio trafen die neun Zollbeamten auf einen Asylsuchenden aus Berlin. Um seine Identität zu klären, wurde er vorläufig festgenommen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen illegalem Aufenthalts und illegaler Beschäftigung eingeleitet. Ebenso gegen die Inhaberin wegen Beihilfe. Auch der Imbiss sollte kontrolliert werden. Die dort arbeitende Person trat aber die Flucht vor den uniformierten und bewaffneten Beamten an.

Daraufhin suchten fünf Zollbeamte in zivil gekleidet das Nagelstudio und den Imbiss am Mittwoch erneut auf. Drei Beamte kontrollierten das Nagelstudio, die anderen beiden zeitgleich den Imbiss. In dem Nagelstudio trafen die Beamten auf zwei 21-jährige (soweit sich das Alter feststellen ließ) Frauen mit vermutlich vietnamesischer Herkunft. Die eine Frau konnte zunächst keine Ausweispapiere vorweisen.

Dann versuchte sie sich mit der Kopie eines deutschen Personalausweises auszuweisen. „Aber auch auf der Kopie handelte es sich nicht um die betreffende Person“, sagte der Pressesprecher des Hauptzollamtes Aachen, Mark Gerner. Die andere Frau legte einen slowenischen Ausweis vor, der sich aber als Fälschung herausstellte. Beide wurden vorläufig festgenommen.

Erste Ermittlungen haben ergeben, dass die Frauen gegen Bezahlung eingeschleust wurden und über Russland und Berlin in die Eifel gelangten. Nach ersten Vernehmungen wurden sie an das Ausländeramt der Städteregion Aachen übergeben.

In dem Imbiss trafen die Zollbeamten auf einen 26-jährigen in Schmidt lebenden Asylbewerber aus Indien ohne Arbeitserlaubnis. Nach der Kontrolle der Personendaten beendete er die Arbeit und betrat den Aufenthaltsraum des Nagelstudios. Als er wieder herauskam, bemerkten die Beamten ein verdächtiges Tütchen, das aus seiner Hosentasche hervorlugte. Die Einsatzkräfte forderten ihn auf, seine Taschen zu entleeren. Dem kam er nur widerwillig nach, woraufhin einer der Beamten das Tütchen aus seiner Tasche zog. Darin befand sich circa ein Gramm Marihuana.

Bei der Durchsuchung der Person stellte sich heraus, dass der Mann in den vier Jogginghosen, die er übereinander trug, ein weiteres Tütchen mit circa zwei bis drei Gramm Marihuana versteckt hatte. Bei der Sicherstellung stieß er die beiden Beamten links und rechts von ihm zur Seite und versuchte einem dritten Beamten das Marihuana zu entreißen, um anschließend damit zu flüchten.

Das gelang ihm nicht. Er fand sich anschließend mit Handschellen gefesselt auf dem Boden wieder. Er wurde der hinzugerufenen Polizei übergeben. „Zeugen konnten bestätigen, dass es sich bei dem bereits Polizei bekannten Mann um die am Montag geflüchtete Person handelt“, sagte der Pressesprecher des Hauptzollamtes.

Gegen den Mann wurden mehrere Anzeigen gefertigt, unter anderem wegen des tätlichen Angriffs.

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