Monschau - Ziemlich feuchte Hochzeit des Figaro

Star Wars Alden Ehrenreich Solo Freisteller Kino

Ziemlich feuchte Hochzeit des Figaro

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
Mozart im strömenden Regen: A
Mozart im strömenden Regen: Auf der Monschauer Burg waren Capes und trockene Tücher gefragte Utensilien. Die Musikfreunde nahmen es gelassen und genossen den Abend mit hervorragenden Solisten. Foto: Anneliese Lauscher

Monschau. Die Mozartnacht am Samstag sollte ein Höhepunkt der Mon-Klassik werden, trotz Regens strömten die Mozartfreunde zur Burg. Sie wurden für ihre Ausdauer reichlich belohnt.

Zunächst war jeder damit beschäftigt, seinen Sitz trocken zu reiben - hierfür lagen dankenswerterweise Tücher bereit -, sich das Regencape überzuziehen und eine kauernde Stellung einzunehmen, damit der Regen nirgendwo eindringen konnte. Die Stimmung war trotzdem bestens, man sah es gelassen. In die Klänge der Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit” mischte sich das Rauschen des Regens.

Herbert Feuerstein begrüßte die Gäste und tröstete sie, indem er auf die Menschen in Hawaii hinwies, die selten Regen bekommen und ihn deswegen „flüssiger Sonnenschein” nennen. Der Moderator wusste bestens über Mozart und dessen Werk Bescheid, er führte in anschaulicher Weise in die Welt des großartigen Komponisten und in die Handlung des Figaro. Mit stürmischem Applaus wurde Eva Lind empfangen, die die Arie des Cherubino vortrug. „Schön, dass sie alle her geschwommen sind”, begrüßte sie ihr Publikum. „La vendetta” hieß die Arie, in der die ewig aktuellen Themen der Liebe und der Eifersucht besungen wurden, der Bariton Manuel Wiencke überzeugte hier mit einem temperamentvollen Auftritt.

Als „Aminta” machte Eva Lind den Zuhörern Freude, ihr wunderschöner Sopran kam in der Arie „LAmoró” aus der Oper „Il Ré Pastore” klar und stark zur Geltung, ergreifend schön geriet das Zwiegespräch mit der Ersten Geige. Und außerdem hatte es aufgehört zu regnen, man konnte sich entspannen und genießen! Da wurde das folgende Duett der Sopranistin mit Manuel Wiencke zum freudigen Hörerlebnis: „Lá ci darem la mano” aus Don Giovanni, der Oper über den legendären Frauenhelden.

Nach der Pause entführte Herbert Feuerstein das gut aufgelegte Publikum in die Märchenwelt der „Zauberflöte”; mit viel Sachkenntnis, mit Charme und Witz legte er die Geschichte dieser erfolgreichen Oper dar. Das Orchester der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg unter dem Dirigenten Juri Gilbo stimmte mit der Ouvertüre auf kommende Leckerbissen ein. Mit geschlossenen Augen lauschte man dem Tenor Martin Shalita, der eine der gefühlvollsten Arien vortrug, die je geschrieben wurden: „Dies Bildnis ist bezaubernd schön.” Dann war Papageno an der Reihe, er bekam natürlich begeisterten Applaus. Wer kennt das Lied des Vogelfängers nicht? Manuel Wiencke gelang ein unbekümmerter, brillanter Vortrag.

In Anlehnung an türkische Einflüsse in der Musik hat Mozart das Rondo alla turca geschrieben, wie ein hüpfender Tanz mutet das muntere Stück an, Juri Gilbo leitete sein Orchester zu Hochform.

Arien aus „Cosí fan tutte” setzten denSchlussakkord unter einen Mozartabend mit herrlichen Vorträgen. Die Zugabe war das neckische Duett zwischen Papageno und Papagena. „Es ist das höchste der Gefühle”, sangen die beiden (Eva Lind und Manuel Wiencke) und sprachen damit den Zuhörern aus der Seele: Klassik auf der Burg mit der unsterblichen Musik des genialen Mozart - das ist wahrscheinlich das höchste der Gefühle.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert