Aachen - Zentral statt vor Ort: Immer weniger fachmedizinische Notdienste

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Zentral statt vor Ort: Immer weniger fachmedizinische Notdienste

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Was für den einen ein weiter Weg sein mag, ist es für den anderen nicht; Entfernungen sind ja relativ. Von der Mitte Herzogenraths bis zum Aachener Klinikum sind es 12,6 Kilometer.

Gilt es die Distanz zu überbrücken, damit eine fachmedizinische Behandlung möglich ist, dann dürfte der Weg als weit empfunden werden.

Wer im Nordkreis wohnt und außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf die Hilfe eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes (HNO) angewiesen ist, der muss zum Aachener Klinikum oder zu einer anderen medizinischen Einrichtung in der Umgebung. Im Nordkreis gibt es keinen HNO-Notdienst mehr. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) begründet das damit, dass die Fachärzte überlastet wären, würden sie dort einen Notdienst anbieten. „In ländlichen Räumen gibt es oft so wenige Fachärzte, dass die dann beinahe jeden Abend im Einsatz wären”, sagt KVNo-Sprecherin Karin Hamacher auf Anfrage.

Einen allgemeinmedizinischen Notdienst gibt es dagegen in Stadt und Städteregion Aachen und in den Kreisen Heinsberg und Düren. Gleiches gilt für den augenärztlichen Notdienst. Einen HNO-Notdienst gibt es nur im Kreis Heinsberg und der Stadt Aachen, in letzterer existiert auch noch ein Notdienst für Kinder. Das sei nicht immer so gewesen, vor einigen Jahren noch habe es fast überall Notdienste für viele medizinische Fachrichtungen gegeben, sagt Hamacher. Mittlerweile ist das nur noch in Ballungsräumen so.

Auch deswegen wurden seit 2005 Schritt für Schritt die Kreise und Kommunen an die Arztnotrufzentrale angeschlossen (siehe Box). Wer dort anruft, erfährt, wo er den nächstgelegenen Spezialisten findet. Dass ein Anruf gebührenpflichtig ist, begründet die KVNo mit den Kosten, die für den Notdienst anfallen. Neben Miete und Personal für die Zentrale seien das auch Fahrtkosten. Wenn es einem Patienten nicht möglich ist, zum Arzt zu kommen, macht dieser einen Hausbesuch.

Zu diesem Zweck schließt die KVNo Verträge mit Hilfsdiensten wie den Johannitern oder auch Taxiunternehmen, die Ärzte zum Einsatzort fahren. „Das ist einfach sicherer”, sagt Hamacher. Sie sagt auch, dass man in den meisten Notfällen, bei einem Allgemeinmediziner auch ganz gut aufgehoben sei.

Die Nummer der Arztnotrufzentrale

Die Arztnotrufzentrale ist NRW-weit unter Tel. 0180/5044100 erreichbar (14 Cent/Minute aus dem Festnetz, max. 42 Cent/Minute aus dem Mobilfunknetz).

Die Kassenärztliche VereinigungNordrhein empfiehlt ausdrücklich, diese Nummer zu nutzen.

Die Faxnummer für Sprach- und Hörgeschädigte lautet 0203/5706 444.

Bei lebensbedrohlichen Fällen sollte in jedem Fall die 112 gewählt werden.

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