Nordeifel - Wolfgang Tambornino stirbt bei Verkehrsunfall auf A44

Wolfgang Tambornino stirbt bei Verkehrsunfall auf A44

Von: hes
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Wolfgang Tambornino engagierte
Wolfgang Tambornino engagierte sich weit über das übliche Maß hinaus für Arbeitslose und vor allem für junge Menschen. Foto: R. Palm

Nordeifel. „Wolfgang Tambornino ist ein Glücksfall für die Nordeifel und für viele Menschen unserer Region, die in Not geraten sind.” So stand es vor einiger Zeit noch groß in unserer Zeitung.

Entsprechend groß waren Trauer und Bestürzung in der gesamten Nordeifel, als sich am Mittwoch die Nachricht vom tragischen Unfalltod des 58-Jährigen verbreitete. Wolfgang Tambornino ist am Mittwochmittag bei einem schweren Autounfall auf der Autobahn 44 bei Jülich ums Leben gekommen.

Der engagierte Sozialpädagoge, wohnhaft in Höfen, hat in seiner Heimatstadt Monschau und weit darüber hinaus zahlreiche Projekte angestoßen, mitinitiiert und weiter entwickelt, die sich vor allem benachteiligten Menschen unserer Gesellschaft widmen.

So war Wolfgang Tambornino seit 1992 Leiter des Arbeitslosenzentrums in Monschau, der Kontakt- und Beratungsstelle für Arbeitslose und für Jugendliche im Übergang von Schule in Arbeit und Beruf, die erst kürzlich vom Bischof-Vogt-Haus ins Imgenbroicher Pfarrheim umgezogen war. Hier betreute der engagierte Sozialpädagoge jährlich im Schnitt über 200 Menschen, darunter rund 130 bis 150 Jugendliche und junge Erwachsene.

Doch Wolfgang Tambornino wartete nicht nur auf seine „Kunden”, er ging auch in die Schulen, wirkte aktiv und erfolgreich besonders an den Hauptschulen und an der Förderschule Eicherscheid, wo die benachteiligten Jugendlichen ihm stets eine Herzensangelegenheit waren.

Tambornino hatte Verständnis für die Menschen, die in Not geraten waren, weil sie keine Arbeit oder keinen Ausbildungsplatz fanden, er half diesen Menschen wie es in seiner Kraft lag, suchte mit ihnen nach Arbeit, motivierte sie, sich zu qualifizieren, half ihnen bei Behördengängen, Bewerbungen und Formularen, machte ihnen Mut und hörte ihnen zu.

Vom Bistum gewürdigt

Das segensreiche Wirken des 58-Jährigen würdigte auch das Bistum Aachen als Träger der Einrichtung. Im Rahmen der Aktion „Gespannt aufs Morgen” zeichnete Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff 2006 Wolfgang Tambornino für sein besonderes Engagement um junge und ältere Arbeitslose aus und bezeichnete die Beratungsstelle und ihren Leiter als „lebendigen Schatz im Bistum Aachen”.

Wolfgang Tambornino war es auch, der 1995 das Sozialwerk Eifeler Christen initiierte und mitgründete und dessen Vorsitzender er seit 2007 war. Mehr als 16 Jahre engagierte er sich für die Sicherung und Weiterentwicklung der Arbeit mit Arbeitslosen, die in diesem Projekt eine Beschäftigung finden. „Viele Projekte wären ohne ihn nicht möglich gewesen. Und vieles wird ohne ihn nicht mehr möglich sein”, beschrieb Geschäftsführerin Gabriele Attemeier im Namen des Sozialwerks Eifeler Christen den tragischen Verlust eines Menschen, dessen Engagement weit über seine beruflichen Aufgaben hinausging.

Wolfgang Tambornino hinterlässt eine Lücke, die, wenn überhaupt, nur sehr schwer zu schließen sein wird.
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