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Wolfgang Nestler: Seine Spur führt bis zur UN nach New York

Von: ag
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Prof. Wolfgang Nestler aus Kalterherberg mit seiner Arbeit „Schwebender Horizont über festem Grund“: Ein baugleiches Objekt befindet sich in New York im Foyer der Vereinten Nationen. Foto: A. Gabbert

Kalterherberg/Herzogenrath. Wer so viele Kunstwerke geschaffen hat wie Prof. Wolfgang Nestler aus Kalterherberg, der verliert schon mal den Überblick, wo sich welche Arbeit gerade befindet. Kompliziert wird die Sache aber erst, wenn ein umfangreicher Werkkatalog erstellt werden soll. „Wo sind die Arbeiten nur geblieben“, fragte sich Nestler, als er jetzt vor dieser Aufgabe stand.

Dabei ging es auch um die Skulptur mit dem Titel „Schwebender Horizont über festem Grund“, die die Bundesregierung Ende der 1980er-Jahre gekauft hatte. Das Institut für aktuelle Kunst in Saarlouis machte sich an die Recherche und erhielt den Hinweis, dass sich das Kunstobjekt nicht mehr in Bonn, sondern in New York bei den Vereinten Nationen im Foyer befindet. Nestler fragte einen Freund, ob er die Arbeit für ihn in New York fotografieren könne. Dieser Freund war gerne bereit dazu, doch er scheiterte mit diesem Vorhaben. „Der Zugang ist nur mit einer Sondergenehmigung möglich“, sagt Nestler.

Trotzdem haben die Besucher seiner neuen Ausstellung mit dem Titel „Kraft, die niemand fürchtet“, die am Sonntag, 17. Januar, in Herzogenrath eröffnet wird (siehe Box), die Möglichkeit eine baugleiche Arbeit mit leicht veränderten Maßen zu sehen. Etwa 20 weitere Plastiken geben einen Einblick in das Schaffen des emeritierten Hochschullehrers. Prof. Dr. Wolfgang Becker, Direktor i.R. des Ludwigforums Aachen wird im Rahmen der Vernissage eine Einführung in Nestlers Werk geben. Zur Finissage wird es eine Diskussion mit dem Kunsthistoriker Prof. Dr. Georg Bussmann.

Nestlers Thema ist die Balance des Schwerpunktes; er inszeniert bei seinen Arbeiten oft ein fragiles Kräftespiel von Eisenstangen, Gelenkstücken, Scharnieren oder er balanciert zum Beispiel massive Blöcke aus.

Wolfgang Nestler wuchs in Witten an der Ruhr auf und machte am dortigen Städtischen Gymnasium für Jungen Witten Abitur. Von 1967 bis 1973 studierte er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf; er war Meisterschüler bei Erwin Heerich. Von 1972 bis 1977 war er als Kunsterzieher am Couven-Gymnasium in Aachen tätig. Von 1987 bis 1989 hatte er eine Professur an der Universität Siegen und von 1990 bis 2007 war er Professor für Plastik und Bildhauerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken. Zahlreiche seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum, unter anderem sechs Plastiken beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Bonn, eine Stahlplastik in der Bundesgartenschau Stuttgart und eine Steinskulptur als Mahnmal für die Opfer des Naziregimes in Krefeld. bei der Documenta in Kassel war Nestler zweimal vertreten. Seit vielen Jahren lebt er in Kalterherberg.

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