Nordeifel - Wohnungsnot gibt es auch in der Nordeifel

Wohnungsnot gibt es auch in der Nordeifel

Von: hes
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Der Wohnungsmarkt in der Nordeifel befindet sich total im Umbruch. Neubaugebiete müssen um Grundstückskäufer werben, Miet- und Eigentumswohnungen hingegen gehen weg wie warme Semmeln. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Wohnungsnot in der Eifel? Ein Missstand, den man bisher eher den Ballungsräumen zuordnete, greift auch im ländlichen Raum der Nordeifel um sich – sagt die in Monschau ansässige Immobiliengesellschaft bonafide.

„Die Auswertung der Zahlen des Immobilienmarktes des zweiten Quartals 2013 ergab auch für die Nordeifel eine erschreckende Wohnungsnot“, sagt Oliver Domes, Geschäftsführer der bonafide Immobilien GmbH.

In der Nordeifel standen demnach 413 Mietwohnungssuchenden insgesamt 56 Wohnungsangebote gegenüber. Es hätten also sieben Mal mehr Wohnungen vermietet werden können, als auf dem Markt vorhanden waren. Dabei ist die Wohnungsnot in allen drei Nordeifelkommunen – Monschau, Roetgen und Simmerath – ähnlich.

Die ungedeckte Nachfrage nach Mietwohnungen wirke sich auch auf den Eigentumsmarkt aus, wie die Immobilien-Gesellschaft festgestellt hat. Hier standen 107 Kaufwilligen ganze 23 Wohnungen zur Verfügung. „Die bonafide“, so Domes, „war in diesem Jahr im Bereich Eigentumswohnungen bereits zwei Mal komplett ausverkauft. Die Vermietung von Mietwohnungen dauert teilweise nur noch Stunden.“

Weniger dramatisch sieht die Lage auf dem Einfamilienhausmarkt aus. Hier standen 111 angebotenen Objekten 234 Kaufgesuche gegenüber.

Ganz entspannt zeigt sich nach Auffassung der Immobiliengesellschaft aus Monschau der Grundstücksmarkt in der Nordeifel. 90 angebotenen Grundstücken standen nach den Zahlen der Monschauer GmbH, die darin auch die Klicks der Internetportale Immonet und Immoscout auswertet, lediglich 91 Grundstücksuchende gegenüber.

Oliver Domes zieht aus diesen Zahlen das Fazit, „dass es wenig Sinn für die Gemeinden der Nordeifel macht, immer weitere Einfamilienhausgrundstücke auszuweisen.“ Diese würden sich bestenfalls noch in Roetgen einigermaßen vermarkten lassen, das stärker als Monschau und Simmerath vom Zuzug aus Aachen profitiere.

Sogar schädlich sei die Ausweisung von neuen Einfamilienhausgrundstücken für die Vermarktung leer stehender oder werdender Einfamilienhäuser. Domes: „Durch die demografische Entwicklung ziehen immer mehr ältere Mitbürger in die Zentralorte Simmerath, Imgenbroich und Roetgen, hin zur Infrastruktur, bestehend aus Geschäften, medizinischer Versorgung, Gastronomie und Freizeitgestaltung“, sagt der Geschäftsführer. Die von diesen Bürgern bisher genutzten Häuser gelte es vorrangig wieder „mit Familien zu füllen“, bevor man für viel Geld neue Wohngebiete erschließe, so Domes weiter.

Wohnungsbau im Zentralort

Hier sei die Gemeinde Simmerath einen guten Weg gegangen, indem sie massiv Platz für Wohnungsbau im Zentralort geschaffen habe. Oliver Domes: „Damit haben die älteren Bürger der Gemeinde eine neue Heimat im Zentralort gefunden, und die freiwerdenden Häuser konnten an Familien vergeben werden.“ Dies habe insgesamt zu einem Stillstand des Bevölkerungsverlustes in Simmerath geführt.

„In der Gemeinde Roetgen und in der Stadt Monschau hingegen besteht noch erheblicher Nachholbedarf beim Wohnungsbau, wenn beispielsweise in Monschau der von der Bertelsmann Stiftung prognostizierte Bevölkerungsverlust von 15,7 Prozent bis zum Jahre 2020 nicht eintreten soll“, erläutert Domes und zeigt einen Weg aus der die Wohnungsnot auf: „In den Orten Monschau und Roetgen fehlt es vor allem an Grundstücken, die für den Wohnungsbau zugelassen sind, beklagt Domes. Hier ist die Politik dringend gefordert.

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