Wohnpark Greppstraßesoll „eifeltypisch” sein

Von: ess
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Der Wohnpark Greppstraße III,
Der Wohnpark Greppstraße III, der in diesem Bereich (Bild) entstehen soll, wie auch der kleinere Wohnpark Greppstraße I sollen eifeltypische Bauelemente erhalten. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Irgendwann konnte selbst SPD-Fraktionschef Klaus Jörg Onasch dem Verlauf der Debatte im Bauausschuss nicht mehr so ganz folgen. Eine etwa 100 Seiten starke Verwaltungsvorlage zum Wohnpark Greppstraße III stand zur Beratung.

Und weil offensichtlich kollektiver Informations- und Beratungsbedarf in den Fraktionen bestand, wurde noch vor dem Einstieg in die Diskussion vereinbart, keine Entscheidungen zu treffen.

Mit Fragen aus allen Bereichen, völlig unsortiert, förmlich zugeschüttet wurden Uwe Schnuis vom Planungsbüro Raumplan Aachen und Dirk Meyer vom Bauamt der Gemeinde.

Im Verlaufe dieses munteren Frage-Antwort-Spiels kristallisierte sich heraus, dass die im Plan ausgeführten Gestaltungsvorgaben einigen Ausschussmitgliedern offenbar zu weit gingen. Die UWG sprach gar von einer „Drangsalierung” der Bauherren. Der Wohnpark Lammerskreuz habe doch gezeigt, dass es auch ohne derart rigide Vorschriften gehe, das sei „eine richtig schöne Wohngegend”.

Kooperation mit der RWTH

Meyer und Schnuis konnten den Vorwurf der „Drangsalierung” nicht nachvollziehen. In einem Bebauungsplan würden gestalterische Festlegungen getroffen. Im Planentwurf Greppstraße III seien sicher so viele Festlegungen getroffen wie nie zuvor, räumte Dirk Meyer ein. Das habe allerdings einen Grund: Es solle versucht werden, in diesem Wohnpark eifeltypische Elemente sichtbar werden zu lassen, die in fruchtbarer Kooperation mit der Aachener Hochschule entwickelt worden seien.

Meyer: „Wenn man nach Bayern, nach Schleswig-Holstein oder ins Bergische Land fährt, sieht man sofort an der Bauweise, in welcher Region Deutschlands man ist. Solche regionaltypischen Elemente gibt es auch für die Eifel.” Fahre man hier durch ein Neubaugebiet, müsse man zuvor aufs Ortsschild schauen, um zu wissen, dass man in Roetgen und nicht in Köln sei. „Flachdächer sind aber nicht eifeltypisch”, konterte UWG-Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau postwendend.

Widerspruch der Unabhängigen gab es auch beim Schallschutz an den Bauparzellen, die der Bundesstraße ziemlich nahe kommen. Dort sollen die Bauherren eine automatische Lüftungsanlage einbauen lassen, weil sie die Fenster wegen der zu hohen Lärmemissionen tunlichst nicht öffnen sollten - und das an der Süd-/Südostseite der Häuser, wo tagsüber die Sonne scheint, wenn sie denn scheint. Natürlich könne man die Fenster öffnen, aber dann steige der Lärmpegel gewaltig an.

Wärmedämmung als Lärmschutz

Mit den Lüftungsanlagen, schimpfte UWG-Ratsherr Günther Severain, werde den Bauherren „etwas aufs Auge gedrückt”, was eigentlich Sache der Gemeinde sei. Die Alternative für die UWG: die betroffenen Grundstücke aus dem Plangebiet herausnehmen.

Je weiter die Parzellen von der Bundesstraße entfernt seien, so Schnuis, desto mehr reiche die normale Wärmedämmung der vorgesehenen Ein- und Zweifamilienhäuser als Lärmschutz aus. Diese Aussage wiederum glaubte Klaus Jörg Onasch nicht mit seinen Physikkenntnissen in Einklang bringen zu können.

Unter anderem ging es auch um eine Schallschutzwand, die den Lärm des Nahversorgungszentrums Vennhof abmildern solle. Da der Lärm durch den Vennhof entstehe, solle der auch für den Lärmschutz sorgen und nicht die Gemeinde, kam es aus der Politik. Es ging um Erschließung und Entwässerung, Bereich, in denen die Planungen noch nicht abgeschlossen sind. Das soll bis zum nächsten Bauausschuss der Falle sein.

„Verbindliches Ziel”

Dann soll auch ein Antrag der Grünen zur Sprache kommen, für die Baugebiete Greppstraße III und Greppstraße I ein energetisches Gesamtkonzept zu entwickeln, zum Beispiel ein Nahwärmenetz. Die Grünen unterstreichen damit die Notwendigkeit, in der Gemeinde den Anteil der Regenerativen Energien signifikant zu erhöhen. Nicht zuletzt die Gegner von Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet hätten in den Debatten in jüngerer Vergangenheit immer wieder darauf gedrängt.

„Da durch diese Satzung den künftigen Bauherren bereits relativ enge Vorgaben gemacht werden, bietet sich hier die Chance, noch einen Schritt weiterzugehen und die unverbindlichen Vorgaben als verbindliches Ziel zu definieren”, schreiben die Grünen.

Keinen Beschluss gab es auch zur Aufstellung des Bebauungsplans für den Wohnpark Greppstraße I, kleiner als Greppstraße III, aber von den Vorgaben her beinahe identisch. Der Bauausschuss im Juni solls richten.
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