Wohlfühlen an den Feiertagen: Weihnachten im Seniorenheim

Von: Katharina Isabel Franke
Letzte Aktualisierung:
6810845.jpg
Weihnachtliche Stimmung: Damit sich die Bewohner der Seniorenheime in der Region auch an den Feiertagen wie zu Hause fühlen können, lassen sich die Mitarbeiter einiges einfallen, wie hier der Besuch der Kindergartenkinder im Seniorenwohnsitz in Kalterherberg zur Nikolausfeier. Foto: Katharina Isabel Franke
6810929.jpg
Gebannt hörten auch die Bewohner des Seligen Gerhard in Simmerath die Worte des Nikolauses, der Gedichte zum Thema „Zeit“ vortrug. Foto: Katharina Isabel Franke
6810926.jpg
Ein wichtiger Termin in der Vorweihnachtszeit ist im Maria-Hilf-Stift in Monschau das Nikolausfest, zu dem jeder Bewohner ein Geschenk vom Nikolaus erhält. Foto: Katharina Isabel Franke

Nordeifel. Schon die Weihnachtsvorbereitungen im eigenen Familienkreis bringen Stress und viel Arbeit mit sich. Aber wie gestalten eigentlich die Menschen das Weihnachtsfest, die in Altenheimen arbeiten oder sogar die gesamte Einrichtung leiten?

Wer die Festtage in einem Seniorenheim organisieren muss, hat mehr zu beachten als Baum- oder Ganseinkauf. Das Seniorenzentrum „Itertalklinik“ in Roetgen, der „Selige Gerhard“ in Simmerath, der Senioren-Wohnsitz „Ursula Lambertz KG“ in Kalterherberg und der Maria-Hilf-Stift in der Monschauer Altstadt geben sich jedes Jahr viel Mühe, um das Familienfest würdevoll zu gestalten. In allen Altenheimen finden auch schon in der Vorweihnachtszeit zahlreiche weihnachtliche Aktionen statt.

Mit Backen von Waffeln und Plätzchen, Besuchen von Kindergärten, Vereinen und dem Nikolaus wird dort die Weihnachtszeit eingeläutet. Gemeinsames Schmücken des Hauses und des Weihnachtsbaums ist eine Pflicht für Personal wie auch für die Bewohner. Der 24. Dezember ist auch in den Eifeler Altenheimen eine erbauliche Feier mit festlichem Essen und Bescherung.

Im Maria-Hilf-Stift in der Altstadt von Monschau gibt es am Heiligen Abend immer ein „sehr festliches“ Essen, zu dem auch die Angehörigen eingeladen werden. Vorher findet eine Messe in der hauseigenen Kapelle statt. Der Weihnachtsbaum wurde dieses Jahr mit selbst gebastelten Weihnachtsengeln der Bewohner geschmückt.

Laut Frank Schade, Leiter des Stifts, muss das Weihnachtsfest und auch alle anderen Feiertage würdevoll gestaltet werden. Wenn dies nicht der Fall wäre, würde sich schnell Frustration bei den Menschen einstellen.

Zusätzlich zum vielfältigen Programm besucht der Heimleiter an Heiligabend jeden einzelnen Bewohner. Am Weihnachtstag selbst setzt man in Monschau mehr Personal ein. Die Arbeit in der Weihnachtszeit und am Heiligenabend sei eben nicht anders als „an den anderen 364 Tagen auch“.

Präsente für Bewohner

Ein wichtiger Termin ist auch immer das Nikolausfest. Dann werden die Bewohner bei Kaffee und Kuchen auf die Weihnachtszeit eingestimmt. Die beliebten und auch gewünschten Lieder und Gedichte stellen immer einen Höhepunkt für die alten Menschen dar. Natürlich hatte der Nikolaus auch in diesem Jahr für jeden Bewohner ein Geschenk dabei. Schade beschreibt seine Arbeit und die seines Personals so: „Wir sind für die Menschen in einem christlichen Haus da.“

In Kalterherberg kam der Nikolaus am 7. Dezember. Gemeinsam mit dem Eifelverein und dem Kindergarten wurde gefeiert. Die Kinder bekamen Geschenktüten und verteilten danach selbst Präsente an die Bewohner.

Elfriede Conrads, Vorsitzende des Eifelvereins, findet dieses generationenübergreifende Fest „enorm wichtig“. In diesem Jahr fand die Feier bereits zum sechsten Mal statt. Neben dem Spaß, den die Kinder haben, wenn sie Gedichte und Lieder vortragen, würde auch ein Lernprozess einsetzten. Die Kinder sehen, dass es „nicht nur Schönes im Leben gebe“.

Zahl der Helfer steigt

Ältere Menschen treffen und auch deren Krankheiten sehen, würden dazu auch den benötigten Respekt gegenüber dem Alter aufkommen lassen. Rund 56 Kinder besuchten dieses Jahr das Seniorenheim in Kalterherberg. Laut Conrads steigt die Anzahl der Kinder und der freiwilligen Helfer, die diesen besonderen Nachmittag ermöglichen, von Jahr zu Jahr.

Auch für Ursula Lennefer-Lambertz, Heimleiterin, steht dieser Termin dick angekreuzt im Kalender: „Für die älteren und zum Teil auch schwer kranken Menschen ist es wichtig, nicht vergessen zu werden.“ Tage wie das Nikolausfest stellen nur einen kleinen Teil des Programms des Seniorenwohnsitz dar. Für Lennefer-Lambertz gibt es auch „keine Schwierigkeiten“ das Weihnachtsfest für die Bewohner wie Zuhause zu gestalten.

Für sie sei es das „A&O, das alles so stattfinden kann, wie sie es Zuhause gemacht haben.“ Der 24. Dezember beginnt in Kalterherberg immer mit dem sogenannten „Heiligmorgen“. Dann wird mit den Angehörigen gefeiert. Der „Heilignachmittag“ ist dagegen heimintern. Dann gibt es ein großes Buffet.

Johannes Mertens, der als klinisch-therapeutischer Sozialarbeiter tätig ist, merkt dazu an, „dass es nie ein Problem ist, jemanden zu finden, der an diesen Tagen arbeiten will“.

Auch Ralf Heckmann, Heimleiter der Itertal-Seniorenklinik in Roetgen, schafft es jedes Jahr, das Weihnachtsfest wie zu Hause zu gestalten. Ein Blickfang ist dabei immer der neun Meter hohe Weihnachtsbaum, der in jeder Etage zu sehen ist. So kann auf jeder Ebene geschmückt werden – oft mit einer Dekoration, die von den Bewohnern selbst gebastelt oder gebaut wurde.

Messe und Krankensalbung

Die Philosophie in Roetgen ist: „Wir wollen das neue Daheim sein, es soll sich so wenig wie möglich ändern zwischen ‚neuem‘ und ‚alten‘ Zuhause.“ Bereits den ganzen Dezember fanden mehrere Veranstaltungen statt, darunter auch das gemeinsame Backen und eine Messe mit Krankensalbung.

Heckmann bietet in der Vorweihnachtszeit lieber mehrere und kleinere Termine an, als eine große Feier, die die Bewohner schnell erschöpfen würde. Der 24. Dezember findet heimintern statt.

Wie das ganze Jahr entscheiden auch die Bewohner mit, was es an diesem Tag zu essen geben wird: „Dieses Jahr wird es wieder ein besonderes und traditionelles Essen geben. Bevor man zusammen isst, werden innerhalb der Wohnbereiche Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen. An den beiden Weihnachtsfeiertagen gibt es ein etwas reduziertes Angebot, da an diesen Tagen vor allem Zeit für die Angehörigen sein soll.“

Ein ganz „bewusstes Zusammensein“ sei den Bewohnern wichtig. Und obwohl der Dezember immer etwas spezieller sei, gäbe es, dank guter Organisation nicht wirklich Stress in dieser Zeit.

Im Simmerather „Seligen Gerhard“ legt Pflegerin Anita Klesen sehr viel Wert darauf, den „Zuhause-Charakter“ zu erhalten. Auch dort wird am Heiligenabend ein traditionelles Gericht gegessen und vorher eine Messe gefeiert. Die dekorierten Stationen, die vom Personal und von den Bewohnern gestaltet werden, sollen das „ganz bestimmte Gefühl der Weihnachtszeit vermitteln“, so Klesen. Aktionen, wie die mit dem örtlichen Kindergarten und diversen Vereinen, stimmen die Bewohner bereits den gesamten Dezember über auf das Weihnachtsfest ein. Und auch in Simmerath wird immer eine Nikolausfeier veranstaltet. Peter Baumann, der dieses Jahr bereits zum vierten Mal den Nikolaus spielt, sieht das als selbstverständlich an.

Gedanken zum Thema „Zeit“

In diesem Jahr stellte er seinem Besuch Gedanken und Gedichte zum Thema „Zeit“ dar. Die Bewohner des „Seligen Gerhards“ seien das dankbarste Publikum, was er haben könnte.

Einige Bewohner würden über die Weihnachtstage auch nach Hause geholt: „Auf dem Land werden die Menschen nicht abgeschoben“, das steht für Anita Klesen fest.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert