Wo die Städteregion noch immer der „Kreis Aachen” ist

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
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Neu auf alt: Bei vielen Ortseingangsschildern wurde der Zusatz „Kreis Aachen” durch „Städteregion Aachen” mit Hilfe von Aufklebern ersetzt.

Nordeifel. Seit genau 329 Tagen gibt es die Städteregion Aachen. Der Zusammenschluss von Monschau, Simmerath, Roetgen, Aachen, Herzogenrath, Baesweiler, Alsdorf, Würselen, Stolberg und Eschweiler soll vor allem in verwaltungstechnischer Hinsicht vieles erleichtern.

Da gibt es beispielsweise zur Vereinfachung für die Bürger eine gemeinsame Polizei- und Notrufzentrale. Auch optisch wird auf sämtlichen Ortseingangsschildern seit einem guten Jahr anstatt mit „Kreis Aachen” nun mit „Städteregion Aachen” geworben. Herzlich willkommen, so weit, so gut.

Nur, auch fast ein Jahr nach dem interkommunalen Zusammenschluss sind noch längst nicht alle „Überreste”, die vom ehemaligen Kreisgebiet zeugen, beseitigt. Beispiele: In Roetgen steht am Ortseingang von der Himmelsleiter kommend seit Jahr und Tag ein großes Hinweisschild, das in roten Lettern auf weißem Grund vor „Radarkontrollen im Kreisgebiet” warnt.

Außerdem heißt es in einigen Zufahrtsstraßen zu den Gemeinden der Nordeifel noch immer „Willkommen im Kreis Aachen”. Man könnte leicht auf die Idee kommen, dass wir uns in mancherlei Hinsicht nach wie vor in 2009 befinden.

Doch wie kann das sein? „Das ist eigentlich ganz einfach”, sagt Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion. „Im vergangenen Jahr sind in der ganzen Region hunderte, wenn nicht tausende Schilder ausgewechselt worden. Dann kann das ein oder andere Schild auch schonmal in Vergessenheit geraten.”

Funken sagt auch, dass „in Vergessenheit geraten” einer von zwei Aspekten sei, warum gerade im ländlichen Bereich nach wie vor zahlreiche Schilder fälschlicherweise auf den „Kreis Aachen” hinweisen. „Der andere ist wie in den meisten Fällen eine Kostenfrage”, gibt der Pressesprecher zu.

Verschiedene Ordnungsbehörden

Und weil die Herstellung je nach Schildgröße eben „ein paar hundert Euro kosten kann” (Funken) und dies in manchen Fällen in Kooperation mit den ohnehin finanziell klammen Kommunen passiere, seien noch nicht alle Schilder auf den neuesten Stand gebracht. In manchen Fällen sei aber auch gar nicht die Städteregion selbst, sondern die jeweils zuständige Ordnungsbehörde für die Schilder zuständig. Außerdem seien manche Schilder - wie etwa der Hinweis auf Radarkontrollen - keine offiziellen Hinweise der Städteregion.

Lediglich bei den Ortseingangsschildern könne garantiert werden, dass die der Städteregion angehörigen Kommunen auch selbige unter dem Ortsnamen stehen haben. „Selbst wenn es sich pro Kommune nur um drei, vier Schilder handelt, liegen wir gleich im Bereich von mehreren tausend Euro”, verdeutlicht Funken.

Geld, das für solche Maßnahmen fehle. Obwohl es nicht nur um die Korrektur von falschen Angaben gehe, sondern in dessen Folge auch um das Image der Städteregion. Die Möglichkeit, Schriftzeichen - wie auf einigen Ortseingangsschildern - zu überkleben und damit Kosten zu sparen, sei nur bedingt eine Option: „Es geht natürlich auch darum, wie alt ein bestimmtes Hinweisschild ist und ob es sich lohnt, selbiges zu korrigieren oder lieber gleich ganz auszutauschen”, sagt Detlef Funken.

Das für diese Fälle zuständige Verkehrsamt der Städteregion will die Schilderproblematik in nächster Zeit verstärkt in Angriff nehmen. „Wir werden auf die Problematik hinweisen”, sagt Funken.

Bis dahin dürfte die Städteregion ihren ersten Geburtstag jedoch längst hinter sich haben.
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