Wird die letzte Gaststätte in Rollesbroich schließen?

Von: ho
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Gehen in Rollesbroichs letzter Kneipe auch bald die Lichter aus? Ortsvorsteher Marc Topp (l.) mit Carola Braun und Werner Cosler von der Roetgener Firma betac sind bemüht, für das „Haus am Nationalpark“ einen neuen Pächter zu finden. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Rollesbroich. Als Ende Oktober 2015 in Rollesbroich das Landgasthaus „Haus am Nationalpark“ an der Dürener Straße in Rollesbroich seine Pforten schloss, klingelten vor allem bei den acht im Ort ansässigen Vereinen die Alarmglocken.

Die Gaststätte mit angeschlossenem Sälchen war für die Vereine so wichtig wie das tägliche Brot, da hier beispielsweise alle Versammlungen stattfanden.

Höchste Not herrschte vor allem bei der Karnevalsgesellschaft „Klev Botze“, die kurz vor der Session die Durchführung ihrer gesamten Veranstaltungen mangels Versammlungsstätte gefährdet sah.

Präsident Marc Topp, gleichzeitig Ortsvorsteher und Ortskartellvorsitzender, versuchte sofort, eine Lösung zu finden und führte Gespräche mit dem Eigentümer. Die Gaststätte sei schließlich „ein wesentlicher Anlaufpunkt für die gesamte Bürgerschaft“.

Die Rollesbroicher Traditionswirtschaft, zu der eine Betreiberwohnung gehört, verfügt über rund 70 Sitzplätze und war seit jeher ein wichtiger Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. Wichtiger Bestandteil des Komplexes ist dabei sicher der angeschlossene Saal mit 220 Quadratmetern, in dem bei Festivitäten bis zu 240 Personen Sitzplätze fanden.

Wie Marc Topp nun erläutert, ist die Firma betac aus Roetgen vom Eigentümer beauftragt worden, die Immobilie unter Einbeziehung der Interessen der örtlichen Vereine, des Ortskartells und der Nachbarschaften zu vermarkten. „Wenn wir Gaststätte und Saal verlieren, wäre das ein großer Verlust für den Ort; es würde ein Stück Rollesbroich fehlen“, so Topp.

Aus der Not heraus sind zunächst einmal die „Klev Botze“ aktiv geworden. Für die Veranstaltungen der zurückliegenden Session hat die Karnevalsgesellschaft Kneipe und Saal bis Aschermittwoch gemietet. Damit waren die Veranstaltungen der Karnevalisten in trockenen Tüchern, auch wenn das mit viel Arbeit verbunden war, da nach den Festivitäten aufgeräumt und geputzt werden musste.

Carola Braun von der Firma betac betont, dass im Vorfeld mit allen Betroffenen Gespräche geführt worden seien. Dabei habe das Augenmerk vorrangig darauf gelegen, einen neuen Pächter für den Gesamtkomplex zu finden. Braun: „Hierzu wird eine faire Pacht und die Unterstützung der Vereine zugesagt. Allerdings sollte der neue Pächter einige Modernisierungsmaßnahmen ausführen“.

In der Vergangenheit nutzten alle acht ortsansässigen Vereine mit ihren mehr als 2000 Mitgliedern das „Haus am Nationalpark“. Nachdem zuletzt in immer mehr Orten die Dorfkneipen geschlossen haben, hofft man für die Rollesbroicher Lokalität, dass dort nicht auch noch endgültig das Licht ausgeht.

Noch ist Hoffnung

Marc Topp dazu: „Wir wünschen uns sehnsüchtig, dass das Haus am Nationalpark erhalten wird und sich ein Interessent findet, damit im Ort ein Stück Heimat erhalten bleibt“. Von Seiten des Vermarkters wird allerdings auch eine andere Nutzungsmöglichkeit des Objektes in Betracht gezogen. Braun: „Aus dem vorderen Teil könnte man zum Beispiel Wohneigentum schaffen und den Saalbau dann an die Vereine verpachten“.

Marc Topp hofft nun, dass diese Variante im Interesse des Ortes und der Vereine nicht zum Tragen kommt und sich am Ende doch noch ein Pächter für Kneipe und Saal findet.

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