Roetgen - Wird die Biotonne in Roetgen noch zum Erfolgsmodell?

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Wird die Biotonne in Roetgen noch zum Erfolgsmodell?

Von: Helga Giesen
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Bürgermeister Manfred Eis, Stephanie Pfeifer von der Regio-Entsorgung und AWA-Beraterin Regina Brück hoffen, dass die Roetgener Ratsvertreter bald dem Beispiel der anderen Kommunen folgen und sich auf eine attraktive Regelung für die Einführung der Grünen Tonne einigen werden. Einen kleinen Vorsortierer für die Küche gibt es gleich dazu. Foto: Giesen

Roetgen. Eine gewisse Ratlosigkeit herrschte am Mittwochmorgen beim Pressegespräch zur Einführung der Biotonne in Roetgen. Es sollte unter anderen Vorzeichen stattfinden, erklärten Bürgermeister Manfred Eis und Kämmerer Heinz Mertens. Aber nachdem am Abend zuvor im Gemeinderat keine Einigkeit über eine neue Struktur der Müllabfuhrgebühren erzielt werden konnte, hängen alle weiteren Planungen in der Luft.

Neben der Roetgener Verwaltungsspitze wollten seitens der Regioentsorgung Vorstandsmitglied Rainer Lenzen und Projektleiterin Stephanie Pfeifer sowie Regina Brück von der AWA-Abfallberatung den Fahrplan für die Einführung vorstellen. Zwar sind die Abfuhrtermine ab Mai 2011 schon in dem neuen Abfallkalender aufgeführt, der in den nächsten Tagen an alle Haushalte verteilt wird, aber es bleibt abzuwarten, ob dieser Zeitplan jetzt noch eingehalten werden kann.

Eine „unsortierte Ratsmehrheit” wolle eigentlich keine Biotonne und schaffe es nicht, den Finanzierungsspagat zwischen „voll subventioniert” und „voll bezahlt” zu bewältigen, bedauerte der Kämmerer, dass er interessierten Bürgern immer noch keine konkreten Zahlen nennen kann.

„Gelebte Nachhaltigkeit”

Eine Biotonne sei gelebte Nachhaltigkeit, stellte Stephanie Pfeifer heraus, es dürfe niemand finanziell bestraft werden, der sich ihrer bedienen möchte, weil er nicht kompostieren kann oder will. Sie wies auch darauf hin, dass beispielsweise Speiseabfälle nicht in den Kompost gehören, weil sie Tiere anziehen - und schon gar nicht auf den „grauen Entsorgungsweg”, wie Heinz Mertens zum gern praktiziertem Wegspülen von Essensresten in die Kanalisation anmerkte.

Auch der demographische Faktor spiele eine Rolle: Für viele ältere, alleinlebende Menschen, die das Kompostieren nicht mehr bewältigen können, sei die Biotonne eine haushaltsnahe Dienstleistung.

Die Einführung der Biotonne in Roetgen zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben solle freiwillig, aber kostenpflichtig geschehen, so hatte der Rat im September entschieden, ohne jedoch konkrete Vorgaben zu machen. Der Kalkulation sei eine Anschlussquote von 20 Prozent zugrunde gelegt worden, was ca. 500 Tonnen entspreche, erläuterte Mertens das Verwaltungsmodell. Eine Quersubventionierung durch die Restmülltonne sei eine in allen Kommunen gängige und auch rechtlich zulässige Praxis, bestätigten die Fachleute vom Zweckverband.

Um dem Produkt Biotonne auch in Roetgen doch noch zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen, soll am Montag, 10. Januar, um 18 Uhr im Rathaus ein Informationsabend stattfinden. Auch mit der Versendung von Flyern sowie Infoständen im Rathaus oder auf dem Marktplatz will die Regioentsorgung auf die Bürger zugehen.

Weil weitgehend Unwissenheit herrscht, was eigentlich mit dem Bioabfall geschieht, soll auch zu einer Besichtigung der Kompostieranlage in Würselen eingeladen werden. Diese soll 2011 um eine Vergärungsanlage erweitert werden. Das hier erzeugte Biogas wird in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk verstromt.

Die nicht verwertbaren Reststoffe werden ebenfalls kompostiert. Der Kompost wird an Gewerbetreibende und Bürger abgegeben und kann unter anderem Kompostplatz in Aachen-Brand, Camp Pirotte 50, abgeholt werden.
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