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Winterzeit ist Schrauberzeit bei Treckerfans

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Nordeifel. In den kalten Monaten bleiben die Fahrzeuge der Oldtimer-Trecker-Liebhaber in den Scheunen stehen. Die meisten Fahrzeuge haben kein Dach, keine Kabine, keine Heizung. So standen auch kürzlich die Fahrzeuge der Vereinsmitglieder im Winterquartier, als man sich zum zweiten Schraubertreffen des Vereins im historischen Gemäuer einer alten Tuchfabrik traf.

Bei dieser Veranstaltung bot der Trecker-Verein Monschauer Land seinen Mitglieder eine kostenlose Reparatur- bzw. Restaurations- Schulung an. Dies traf bei den Vereinsmitgliedern auf ein großes Interesse: etwa 30 Mitglieder fanden sich an jenem Samstag in der Schrauberhalle der Vereinsvorsitzenden Iris Braun ein. In der Tat waren einige interessierte Frauen anwesend, nicht nur Männer.

Schrauberkenntnisse sind im Kreis der Oldtimer-Trecker-Fahrer zentral. Die meisten Mitglieder sehen es als ihr Hobby an, neben den Spritztouren im Sonnenschein der schönen Eifellandschaft auch möglichst viel an Arbeiten im Rahmen von Restauration, Wartung und Instandsetzung selbst zu erledigen. Aus diesem Grund bot der Treckerverein nun zum zweiten Mal diesen Schrauber-Workshop an.

Es wird von Mitgliedern für Mitglieder das Fachwissen zu vielen speziellen Dingen weitergegeben. Der Verein kann bei den Dozenten auf eigene Kräfte zurückgreifen. So stehen die Technikwarte Klaus Schmitz, Clemens Sommer und Paul Koch für technische Fragestellungen – auch außerhalb der Schraubertreffen – zur Verfügung.

Diesmal wurde das Team durch den äußerst kompetenten Vereinskameraden Volkmar Braun ergänzt, der im richtigen Leben als KFZ-Meister in einer großen Werkstatt eines namhaften Automobilherstellers arbeitet. Für ihn ist es immer ein guter Ausgleich, an seinen Oldtimertraktoren zu arbeiten, da dort keine übertriebene Elektronik die mechanische Basis überwuchert. Darüber hinaus kommt bei dieser Arbeit das besondere Handpflegemittel Altöl zum Einsatz.

Geselligkeit und Technik

Neben den technischen Themen steht bei so einem Treffen natürlich auch die Geselligkeit als solche im Fokus. Es wurde süßes Gebäck, Brötchen und eine ganze Menge an Getränken zur Verfügung gestellt - auch um die Konzentrationsfähigkeit aufrecht zu halten, während zum Beispiel Stefan Meurer Interessantes vom Restaurationsprojekt der Vorsitzenden Iris Braun zur Sprache brachte.

Hauptsächlich werden von den Treckerfreunden Fahrzeuge aus Scheunenfunden wieder zum Leben erweckt. Solche Fahrzeuge haben meist mehrere Jahre unter widrigen Bedingungen irgendwo gestanden und sind technisch oft in einem sehr schlechten bis nicht mehr funktionsfähigen Zustand, auf Deutsch: total vergammelt und verrostet.

So war es auch bei Iris „neuem“ Hobbyfahrzeug, einem Deutz F2L514 aus dem Jahr 1956. Dieses Fahrzeug wurde in den vergangenen Monaten bis auf die letzte Schraube, bzw. bis auf jedes einzelne Zahnrad aus dem Getriebe auseinandergebaut. Da man teilweise keine geeigneten Ersatzteile mehr bekommt, wurde ein weiterer Traktor vom selben Typ gekauft und ebenfalls zerlegt. Alle Teile wurden gereinigt, gesandstrahlt und wieder zusammengebaut. Bis zum Treffen war man so weit, dass das Getriebe wieder zusammengeschraubt und der Motor angeflanscht werden konnte.

Am zweiten, leeren Getriebegehäuse konnten die interessierten Vereinskameraden und Kameradinnen sich mit dem Wiederzusammenbau des Getriebes vertraut machen. Angesichts so vieler größerer und kleinerer Zahnräder, Wellen, Bolzen, Lager und Schrauben an diesem Schulungsobjekt, kamen nur die wenigsten Vereinskameraden ohne Erklärungen zurecht.

An einem weiteren Stand wurde das Ventilspiel des Motors eingestellt. Hierbei handelt es sich um eine Arbeit, die an den alten Motoren alle paar Jahre mal gemacht werden muss, um die volle Leistung der Motoren aufrecht zu halten. Hier gab es jede Menge an Besonderheiten, die durch Volkmar Braun sehr anschaulich vermittelt wurden. Solche technischen Themen wurden auch in Kleingruppen immer wieder lebhaft weiter diskutiert und vertieft.

Die Meinung aller Vereinsmitglieder nach dem Schraubertreffen war eindeutig: Alle hatten viel Spaß und haben einiges gelernt.

Interessierte Treckerfans können sich gerne an die Vertreter des Vorstandes wenden. Iris Braun, René Schmitz, Helmut Breuer, Klaus Schmitz, Stefan Meurer und alle anderen 130 Vereinsmitglieder würden sich freuen, wenn die Vereinsgemeinde um weitere aktive Mitglieder wachsen würde. Der Verein bietet das ganze Jahr Veranstaltungen rund um das Hobby alter landwirtschaftlicher Fahrzeuge an. Stefan Meurer ergänzt dazu mit einem zwinkernden Auge: „Es sind neben Traktorfahrern und -fahrerinnen auch schwarze Schafe wie Unimog-Fahrer oder ähnliches willkommen!“

Wer sich über den Verein und seine Aktivitäten informieren möchte, findet Wissenswertes auf der Internetseite und auch auf dem Facebook-Auftritt des Vereins. Dort sind auch alle geplanten Aktivitäten veröffentlicht. www.treckerverein-monschauer-land.de

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