Winterberg/Hellenthal - Winterfreuden allenthalben, nur Eifel hat das Nachsehen

Winterfreuden allenthalben, nur Eifel hat das Nachsehen

Von: dpa
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Bahn frei, jetzt geht´s los: Die rasante Schussfahrt mit dem Schlitten war gestern für die Kleinen das Größte. Foto: Stefan Schaum

Winterberg/Hellenthal. Strahlende Gesichter im Sauerland - enttäuschte Mienen in der Eifel. In den Hochlagen des Sauerlandes sorgt der strenge Winter mit blauem Himmel und klirrendem Frost für klingelnde Kassen.

Selbst Lifte in den mittleren Lagen, die in den vergangenen Jahren mangels Schnee häufig eingemottet blieben, wurden in Betrieb genommen.

Dagegen degradierte der Winter die Eifel zum Stiefkind. Die Wintersportzentren in der Nordeifel haben so wenig von der weißen Pracht abbekommen, dass die Decke schon am Mittwoch nicht mehr für den Skibetrieb auf allen Pisten reichte.

Rund um die Sauerländer Wintersport-Hochburg Winterberg ist seit Weihnachten kurzfristig kaum ein Bett zu bekommen. „Solche Winter könnten wir häufiger gebrauchen”, sagte Brigitte Gamm von der Touristik-Information in Hallenberg.

Weil Winterberg bereits seit Wochen so gut wie ausgebucht war, schickte die dortige Zimmervermittlung die Gäste in die ganze Region. „Besser die Leute bleiben im Sauerland, als dass sie gefrustet nach Hause fahren”, sagte der Winterberger Kurdirektor Michael Beckmann.

Solche Engpässe hatten die Verkehrsämter in der Eifel nicht. In Monschau waren die Quartiere zwar recht gut belegt - auch von Wanderern - aber ein Zimmer ist immer noch zu bekommen, teilte die Monschau-Touristik mit.

Liftbetreiber Rudolf Hermanns merkte von dem regen Zulauf nicht viel: „Bisher war die Saison für uns ein Zusatzgeschäft. Der Petrus hat uns vergessen”, bilanzierte er die erste Etappe. Magere zwölf Zentimeter Pulverschnee liegen auf der Piste. Die Lifte liefen bisher keine zehn Tage, Langlauf war nicht einen Tag lang möglich.

Bei der Winterberger Touristinfo habe es mit täglich 1000 Anfragen doppel so viele wie sonst gegeben, sagte Kurdirektor Beckmann. Insbesondere Gastwirte und der Einzelhandel hätten deutliche Mehrumsätze gemacht.

Im Gegensatz zum Vorjahr gebe es in diesem Winter kaum Stornierungen langfristig gebuchter Quartiere. In der letzten Saison hätten viele Gäste an den schlechten Wintersport- Wochenenden kurzfristig abgesagt und dabei den Tod eines Verwandten als Ausrede genutzt. Und das sonst übliche Januarloch nach Ferienende gebe es nicht.

Die Liftbetreiber in den Hochlagen konnten ihre Anlagen zum Teil schon 50 Tage nutzen. „Die Erfolgsstory der Wintersportarena Sauerland setzt sich nach zwei Jahren Pause fort”, freute sich der Sprecher der Liftbetreiber, Meinolf Pape. Viele kleine Skigebiete bräuchten die Umsätze aber dringend, um Investitionsstaus aufzuarbeiten: „Die Anlagen sind zum Teil 40 Jahre alt.”

In den tiefer gelegenen Skigebieten wie in Olpe-Fahlenscheid herrscht noch kein Jubel über den Winter. „Wir brauchen noch einige gute Wochenenden, um unsere Investitionen zu finanzieren”, sagte Betreiber Josef Stinn. Aber auch bei ihm ist seit 15 Tagen der Hang immer gut besucht.

Mit 15 Tagen wären die Eifeler in Hellenthal schon zufrieden. Es gab einen richtig guten Tag und das war der letzte Weihnachts- Ferientag in NRW. Die Schneeverhältnisse waren eher bescheiden. Schneekanonen lohnen sich nicht, meint der Leiter des Verkehrsamtes Hellenthal, Winfried Kaiser. Das Skigebiet liege zu niedrig und die Durchschnittstemperaturen damit zu hoch. „Da fehlen uns die 100 bis 200 Meter vom Sauerland.”

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