Monschau/Gemünd - „Windelschmeißer von Monschau“ schweigt vor Gericht

„Windelschmeißer von Monschau“ schweigt vor Gericht

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:

Monschau/Gemünd. Nach mehreren Stunden Verhandlung wurde am Mittwoch im Amtsgericht in Gemünd am Marienplatz für den Fall des „Windelschmeißers von Monschau“ ein weiterer Gerichtstermin anberaumt. Richterin Claudia Giesen beschloss, weitere Zeugen in dieser Angelegenheit anzuhören.

In Gemünd muss sich ein 39-jähriger Mann verantworten, der im Monschauer Stadtgebiet lebt. Dem mehrfachen Familienvater wird vorgeworfen, in zwölf Fällen fremdes Eigentum beschädigt und eine Person verletzt zu haben. Der Angeklagte, der kein gutes Deutsch spricht, ließ sich vor Gericht nicht ein und schwieg. Ausschließlich seine Personalien wurden preisgegeben.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, zwischen dem 17. Dezember 2012 und dem 16. März 2013 eine Lagerhalle in Monschau mit Reststücken von Eternitplatten, mit Steinen und mit benutzten Babywindeln beschmissen zu haben, um sie zu beschädigen und zu beschmutzen. Weiter soll er am 4. September 2012 um 7.45 Uhr einen Kradfahrer angegriffen haben, weil dieser angeblich zu schnell unterwegs war.

Der Angeklagte soll den Kradfahrer am Helm gepackt und ihm beim Versuch, den Helm von dessen Kopf zu reißen, im Nackenbereich verletzt haben. Außerdem soll er Autos beschädigt und einem Kleinlastwagenfahrer eine benutzte Babywindel während der Fahrt gegen die Windschutzscheibe geworfen haben.

70 Strafanzeigen

Der Verteidiger griff gleich zu Beginn des Prozesses die Staatsanwaltschaft scharf an, in dem er sagte: „Die Staatsanwaltschaft muss sich fragen lassen, ob sie in diesem Fall nicht instrumentalisiert wird. Die Polizei kann keinen Tathinweis führen, ob diese Taten wirklich meinem Mandanten anzulasten sind.“ Alles sei sehr merkwürdig, und durch das Werfen von Pampers sehe er nicht die Gefahr der Sachbeschädigung.

Die benutzten Windeln hätten immer vor dem Haus seines Mandanten frei herumgelegen und jeder hätte sie wegnehmen können. Seit die benutzten Pampers hinter Verschluss gehalten würden, hätte sich das Windelschmeißen erledigt. Richterin Giesen wies den Verteidiger in die Schranken und fächerte den Fall derzeit detailliert auf.

Ein Nebenkläger berichtete am Rande der Verhandlung, dass er in den vergangenen drei Jahren bereits 70 Strafanzeigen gegen den Angeklagten wegen Bedrohung, Sachbeschädigung und Mitarbeiterangriffen gestellt habe. Angeklagter und Nebenkläger leben in Nachbarschaft und hatten vor gut drei Jahren geschäftlich miteinander zu tun.

Der Folgetermin in dieser Sache, bei dem weitere Zeugen gehört werden sollen, findet am Mittwoch, 9. April, um 13 Uhr im Amtsgericht in Gemünd statt.

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