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Wildwasserrennen: Selbst Talsperrenwasser hilft nicht

Von: P. St.
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Auf der anspruchsvollen Naturstrecke des Perlenbachs mussten die Kanuten Geschick und fahrerisches Können zeigen. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Unter keinem guten Stern stand das 56. Wildwasserrennen, das am Sonntag in Monschau ausgetragen wurde. Sowohl die Athleten wie auch die Zuschauer mussten kurzfristig umdenken.

Denn am Morgen hatte die Rennleitung entschieden, den Wettbewerb auf einer fast um die Hälfte verkürzten Strecke auszutragen.

Nach dem Start unterhalb der Staumauer an der Perlenbachtalsperre war gut drei Kilometer weiter nahe der Brauerei schon wieder Schluss. Zahlreiche Zuschauer irrten durch Altstadt, schauten auf die Rur und fragten sich gegenseitig: „Wo bleiben die Kanuten denn?”

Nichts zu sehen am Favoritentöter

Langsam machte dann am Favoritentöter, dem spektakulären Wehr im Rosental, die Information die Runde, dass es hier heute nichts zu sehen gibt. Also pendelten die Zuschauer quer durch die Stadt Richtung Dreistegen, um wenigstens noch den Rest der insgesamt 70 Starter aus ganz Deutschland zu erleben.

Ein wenig extra Wasser aus der Talsperre

Zwar gab es wie üblich Zuschuss-Wasser aus der Perlenbachtalsperre, aber dies reichte nicht aus, um faire Bedingungen auf der gesamten Strecke zu garantieren, denn sowohl Rur als auch Perlenbach leiden derzeit unter extremem Niedrigwasser.

So war auch schon am Samstag das Training komplett wegen Wassermangels abgesagt worden, da der Perlenbachverband nur für zwei Stunden den Grundablass öffnete.

Die schöne Naturstrecke des Perlenbachs bot insbesondere in Höhe des Wehr Perlenau dann den Zuschauern, die sich bis hierhin vorgekämpft hatten, einige spektakuläre Passagen. Informationen über Rennverlauf und Starter gab es allerdings nicht, denn die gesamte Technik war im Rosental verblieben. An der Brauerei wurden die Fahrer nach kurzer, aber anspruchsvoller Fahrt per Hand gestoppt.

„Beim derzeitigen Wasserstand können wir keine gleichen Bedindungen vorhalten, außerdem besteht die Gefahr, dass die Sportler sich im Rosental ihre Boote zerschlagen”, meinte auch der leicht enttäuschte Organisationsleiter Ralf Beerschwenger. Für den Junioren-Nationaltrainer stand aber der sportliche Nutzen der Veranstaltung im Mittelpunkt, ging es doch für die Teilnehmer darum, sich das Ticket für die Junioren-Europameisterschaft in Serbien zu sichern.

Das Problem des Wassermangels erwartet den Deutschen Kanuverband übrigens auch beim am kommenden Wochenende anstehenden Rennen im Schwarzwald, wo ebenfalls die Strecke verkürzt werden muss.

Mit dem sportliche Niveau des Rennens in Monschau aber zeigte sich Beerschwenger dennoch zufrieden, da die Naturstrecke des Perlenbachs viel Geschick und fahrerisches Können verlangt, denn es reicht nicht, das Boot zwischen Felsgestein den Bach hinuntergleiten zu lassen. „Das Tempo hängt von der Schlagzahl ab; man muss das Boot immer wieder neu anreißen”, erläutert der Junioren-Nationaltrainer den wesentlichen Punkt bei die kräftezehrenden Abfahrt.

Und dann lauern da auch nie Gefahren der Natur, denn es gilt frühzeitig die oft in Gischt versteckt liegenden Steine zu erkennen. „Da fährt man sich schnell die Spitze breit”, sagt Beerschwenger, oder was noch schlimmer ist: „Man fährt sich einen Briefkasten ins Boot.” Ein Briefkasten ist ein Riss im Kanu, durch den dann Wasser eindringt und die Balance gefährdet.

Dass ein Boot kentert, ist die Ausnahme, zumal ja der Favoritentöter diesmal außen vor blieb. Für den Fall der Fälle aber stand die DLRG-Wasserrettung aus Düren an den kritischen Passagen mit angeseilten Helfern bereit.

Nach zwei Stunden war der Spaß dann schon wieder vorbei, und einige Zuschauer in der gut besuchten Monschauer Altstadt zog es dann noch einmal ins Rosental, denn an Turnhalle fand nach alter Tradition die Siegerehrung statt.
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