Simmerath/Lammersdorf - Wilde Müllkippe am Lammersdorfer Bahnhof

Wilde Müllkippe am Lammersdorfer Bahnhof

Von: ho
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Im Kampf gegen die wilde Müllkippe und für den Lammersdorfer Bahnhof an der Vennbahntrasse als touristisches Aushängeschild der Gemeinde Simmerath vereint (v.r.): Gerd Skropke, Georg Schruff, Franz-Josef Hammelstein und Andreas Hermanns, zu denen sich der Ortskartellvorsitzende Sascha Schlepütz gesellt hatte. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Simmerath/Lammersdorf. Bei der offiziellen Vennbahn-Eröffnung durch die Städteregion Aachen am 15. September vorigen Jahres strahlte das Gelände rund um den Lammersdorfer Bahnhof in vollem Glanz und präsentierte sich mehreren hundert Besuchern auch als touristisches „Schmuckstückchen“ der Gemeinde Simmerath.

Über alle Vereins- und Parteigrenzen hinweg waren sich alle Beteiligten einig, dass dieser Zustand noch ausbaufähig sei, um Simmeraths einzigen Rast- und Haltepunkt am Premiumradweg noch attraktiver zu gestalten.

Diese hehren Absichten wurden aber alsbald immer wieder von einem „wilden“ Müll- und Komposthaufen unterlaufen, der sich hinter dem eisernen Waggon-Wartehäuschen stets wie von Geisterhand anhäufte. Die überwiegend dort abgelagerten organischen Abfälle aus dem Gartenbereich trieben nicht nur den „Chefs“ des direkt daneben liegenden Bauernmuseums, Georg Schruff und Gerd Skropke vom Heimatverein, Zornesfalten auf die Stirn.

Nachdem man das Gelände des an die Vennbahn angrenzenden Bauernmuseums auf Hochglanz gebracht hatte und zudem seit Eröffnung des Radweges das Wiesengelände zum Lammersdorfer Bahnhof pflegerisch betreut, war die Verärgerung über die Verschandelung durch die organische Müllkippe verständlich.

Auch nachdem die Gemeinde, die dort vom Königreich Belgien einen Teil des Bahnhofsareals gepachtet hat, die Gartenabfälle mehrfach beseitigte und sogar ein Verbotsschild aufstellte („Abladen von Bauschutt, Müll und organischen Abfällen verboten“), trat keine Besserung ein. Die wilden Müllkipper schlugen nicht nur wieder zu, sondern vor einigen Tagen wurde das gemeindeeigene Hinweisschild gleich mit auf den organischen Abfallhaufen geworfen. Über so viel Unverfrorenheit zeigte sich auch Andreas Hermanns aus Lammersdorf, der keinen Hehl daraus macht, dass der touristische Anlaufpunkt des Lammersdorfer Bahnhofs bei ihm eine Herzensangelegenheit sei, entsetzt.

Lösungen ins Auge gefasst

Beim Ortstermin betonte der Geschäftsführer der Simmerather CDU ebenso wie Franz-Josef Hammelstein, SPD-Ratsherr, dass man hier über alle Parteigrenzen hinweg gemeinsam Abhilfe schaffen wolle. Sowohl die beiden Kommunalpolitiker als auch die beiden Vertreter des Heimatvereins, Gerd Skropke und Georg Schruff, stimmten dahingehend überein, dass das Areal rund um den Lammersdorfer Bahnhof für die Gemeinde Simmerath von hoher Bedeutung sei.

Mögliche Lösungen zur endgültigen Beseitigung der illegalen Müllstelle wurden dabei beim Ortstermin ins Auge gefasst. Einigkeit bestand darüber, dass die drei großen Tannen, die zur Bahnhofstraße hin, den wilden Müllkippern einen idealen Sichtschutz beim illegalen Abkippen bieten, am besten gefällt würden. Da sich die Bäume aber auf belgischem Gebiet befinden, waren sich alle Beteiligten über die daraus entstehenden verwaltungstechnischen und grenzüberschreitenden Probleme im Klaren. Die beiden Kommunalpolitiker wollen aber diesbezüglich bei der Gemeindeverwaltung nachfragen, inwieweit hier entsprechende Möglichkeiten gegeben sind.

Die Problematik wird in diesem Zusammenhang noch durch die Stromleitungen gesteigert, die in der Bahnhofstraße oberirdisch von Mast zu Mast bzw. Haus zu Haus laufen. An besagter Stelle ist das Astwerk der Tannen auch quasi in die Leitungen hinein gewachsen, so dass man dort nicht so einfach die Kettensäge ansetzen kann.

Die Hoffnung, dass durch die im vorigen Jahr verlegten Erdleitungen Abhilfe geschaffen werden könnte, pulverisierte sich gleichfalls. Die meisten Anwohner in der Bahnhofstraße waren nach der Verlegung der Kabel davon ausgegangen, dass die oberirdischen Leitungen verschwinden und der Stromanschluss der Häuser an das Erdkabel erfolgt.

Auch Gerda und Manfred Moosmayer, deren Haus sich direkt neben dem Bauernmuseum und vor den Tannen befindet, waren diesem Irrtum unterlegen. Bei der Verlegung des Erdkabels im vorigen Jahr, so Gerda Moosmayer, habe man ihnen zugesagt, dass sie in diesem Frühjahr „strommäßig“ an das Erdkabel angeschlossen würden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung wurde hierzu von der Stawag Aachen, die seit 1. Januar für das Simmerather Stromnetz zuständig ist, mitgeteilt, dass die Verlegung des Erdkabels im vergangenen Jahr noch vom damaligen Netzbetreiber, der RWE-Tochter Westnetz GmbH, erfolgt und von entsprechenden Zusagen bezüglich Hausanschlüssen bei der Stawag nichts bekannt sei. Diesbezüglich, so Christoph Wald von der Stawag, werde man sich aber mit dem damaligen Netzbetreiber in Verbindung setzen, um hier gegebenenfalls tätig zu werden.

Blitzschnell tätig wurde die Stawag dann bereits auf einem anderen Gebiet. Nach entsprechendem Hinweis auf den in Mitleidenschaft gezogenen Holzstamm des Strommastes an den zuvor angesprochenen Tannen war Christoph Wald laut Georg Schruff umgehend zur Schadensbesichtigung vor Ort. Wie Schruff dabei erfuhr, soll so schnell wie möglich ein neuer Holzmast, einige Meter von den Tannen versetzt, errichtet werden.

Parksituation verbessern

Zur allgemeinen Parksituation in Lammersdorf im Zusammenhang mit der vor allem bei schönem Wetter stark frequentierten Vennbahntrasse wurde vom Interessen-Quartett des Lammersdorfer Bahnhofs (Hammelstein, Hermanns, Schruff, Skropke) zudem eine entsprechende Beschilderung angeregt, um die Parksituation im Ort zu entschärfen.

Durch entsprechende Park-/Hinweisschilder könnte auf diese Weise sinnvoll ein zentrales Parken am Lammersdorfer Bahnhof erreicht werden.

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