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Wichtige Ziele: „Verwaltung kann besser und transparenter sein“

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Brachten sich vor dem Simmerather Rathaus schon einmal in Position: Die Simmerather Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Stephan Kaever (Mitte) und seinem Kompetenzteam mit (v.li.) Alina Offermann, Gregor Harzheim, Franz-Josef Hammelstein und Marc Topp. Siegfried Peeters fehlte. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Simmerath. Franz-Josef Hammelstein, der bisher maßgeblich für die Koordination des Wahlkampfes des SPD-Bürgermeisterkandidaten Stephan Kaever verantwortlich zeichnete, zeigte sich gelassen. „Wir werden nicht nervös und als Mannschaft auftreten. Und wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die 16 CDU-Sitze im Simmerather Gemeinderat weniger werden.“

Am Donnerstagabend informierten die Simmerather Genossen in ihrem Fraktionszimmer im Rathaus mit Blick auf die anstehende Kommunal- und Bürgermeisterwahl über ihre Themen, Ziele und Aktionen.

Daneben stellten sie ein Kompetenzteam vor, das neben Hammelstein aus dem Fraktionsvorsitzenden Gregor Harzheim, dem Ortsvereinsvorsitzenden Siegfried Peeters, Rollesbroichs Ortsvorsteher Marc Topp, Alina Offermann (Jusos) und natürlich ihrem Spitzenkandidaten Stephan Kaever besteht.

Mehr Transparenz

Die Politik in Simmerath transparenter zu machen, sei ein wichtiges Ziel, so Franz-Josef Hammelstein. Vielfach sei in der Vergangenheit bei Bürgerinformationen der Eindruck entstanden, „dass alles schon gebacken war – das Ergebnis also vorher schon feststand“. Hammelstein betonte, dass man mehr Transparenz im Vorfeld erreichen müsse und auch die Sozialverbände mit einbezogen werden müssten.

Zum Themenbereich Generationenvertrag kam Gregor Harzheim gleich auf das offensichtliche Topthema der Sozialdemokraten im bevorstehenden Wahlkampf zu sprechen. „Politik darf sich nicht an Fördertöpfen orientieren“, stellte er unisono mit Stephan Kaever fest. Harzheim bemängelte den fehlenden Wettbewerb bei Projekten und das offensichtlich nur das in Angriff genommen werde, wofür es einen Fördertopf gibt.

Zum Haushalt der Gemeinde konstatierte er, dass dieser „knapp auf Kante genäht sei“. Im Hinblick auf die veranschlagten Einnahmen durch den geplanten Windpark im Lammersdorfer Wald hielt er fest: „Wenn dort per Zufall ein Schwarzstorch gefunden wird, befinden wir uns schon im Nothaushalt.“

Über das Forum der Simmerather Grundschule solle zudem nochmals gründlich nachgedacht werden. Im Zusammenhang mit dem bisherigen Ablauf schlug Harzheim herzhaft auf die Wahltrommel und meinte: „Das ist kein modernes Kommunalmanagement, das ist Politik nach Gutsherrenart.“ Zudem wollen die Sozialdemokraten die interkommunale Zusammenarbeit (beispielsweise mit der Stadt Monschau) verbessern. Wichtig, so Harzheim, sei eine Intensivierung der Gespräche und die Übernahme gemeinsamer Aufgaben. Man müsse davon wegkommen, sich gegenseitig Gutachten „um die Ohren zu hauen“.

Spitzenkandidat Stephan Kaever kam anschließend auf den Ausbau der Infrastruktur in der Gemeinde zu sprechen. Hierzu monierte er, dass schnelles Internet in vielen Bereichen noch nicht optimal vorhanden sei und WLAN unverständlicherweise im Rathaus nicht zur Verfügung stehe. Im Zusammenhang mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) schwebe ihm zudem eine Schnellbusverbindung von Monschau, über Simmerath zum Stolberger Bahnhof vor.

Wichtig sei ihm auch, dass in der neuen Sekundarschule eine Beschulung im Rahmen der Inklusion möglich werde. Zudem müsse der Apothekennotdienst ortsnah erhalten bleiben. „Unser Ziel ist es, dass Simmerath mit all seinen Ortschaften noch attraktiver wird“, hielt Kaever abschließend fest.

Marc Topp, der mit stolz geschwellter Brust von den Tarifverhandlungen in Potsdam zurück kam, beschäftigte sich in seinen Ausführungen mit Flickschustereien an Straßen und plötzlich auftretenden baulichen Mängeln an Gebäuden und maroden Brücken. Es könne nicht sein, dass diese Bereiche wie bisher in die Verantwortung der Ortsvorsteher gelegt werde. „Wie auch in anderen Kommunen ist hier ein Gebäude- und Immobilienmanagement von Nöten“, erläuterte Topp, der dazu gleich ergänzte: „Im Hinblick auf die ausufernden Kosten in diesen Bereichen amortisiert sich ganz schnell die Einstellung einer entsprechenden Fachkraft.“

Weiter wurde von Topp die Wichtigkeit der ortsnahen Versorgung durch Lebensmittelgeschäfte in den Dörfern hervorgehoben. „Nicht jeder ist mobil und einkaufen darf nicht nur in Simmerath möglich sein.“

Auf die Aufgabe des Bürgermeisters als Verwaltungschef kam zum Schluss nochmals Stephan Kaever zu sprechen. „Verwaltung kann viel besser und transparenter sein und Entscheidungen müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, hielt er dazu fest. Weiterhin forderte er ein kooperatives Führungssystem, Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter sowie eine effizientere und schlankere Verwaltung.

Effizientere Verwaltung

Mit dem Slogan „Politik, die einleuchtet“ ziehen die Simmerather Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Stephan Kaever (48), der 1966 in Eschweiler geboren wurde, der SPD seit 1988 angehört und seit 2002 in Dedenborn beheimatet ist, in den Wahlkampf. Der stellvertretende Dienststellenleiter beim Verkehrskommissariat der Polizei Aachen wird allerdings demnächst mit seiner Lebensgefährtin Umzugskartons packen, da ein Wohnortwechsel nach Lammersdorf ansteht. Dort will dann auch Franz-Josef Hammelstein als Ortsvorsteher antreten. Gregor Harzheim strebt das gleiche Amt in Steckenborn an und Marc Topp steht für diesen Posten wieder in Rollesbroich zur Disposition.

Im Wahlkampf (Start am Karsamstag mit der bekannten Ostereier-Aktion) wollen die Sozialdemokraten vor allem das Gespräch vor Ort suchen und hören, „wo der Schuh drückt“. Franz-Josef Hammelstein hatte sich im übrigen bei der Info-Veranstaltung der Simmerather SPD bezüglich der Anzahl der CDU-Ratssitze „vergaloppiert“. Nicht 16 sondern 17 Sitze haben die Christdemokraten nach dem Wechsel von Stephan Weber von der UWG zur CDU im Rat inne.

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