Radarfallen Blitzen Freisteller

Wespen: Gefühlt ist die Gefahr am größten

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Wespen sind viel weniger aggre
Wespen sind viel weniger aggressiv als ihr Ruf, das jedenfalls sagt Gerhard Maaßen, Vorsitzender ddes Imkervereins Monschauer Land, und beruhigt damit ängstliche Gemüter, die bei der Rückkehr des Sommers von diesen Plagegeistern belästigt werden. Foto: imago

Nordeifel. Die meisten Wetterfrösche sind sich einig, landauf, landab: Irgendwann kehrt der Sommer nochmal richtig zurück. Vielleicht sogar noch in diesem Jahr.

Sollte es tatsächlich soweit kommen, dann können die Aufenthalte in Gartenrestaurants und Biergärten stressig werden. Denn nicht nur die Menschen erfreuen sich an dem schönen Wetter, auch die Wespen werden dann wieder verstärkt ausschwärmen, um sich ihren Anteil an Limo, Kakao, Kirschkuchen und Sahneschnitzel zu sichern.

Wild mit den Händen in der Luft herumfuchteln sieht erstens befremdlich aus und bringt zweitens nichts. Denn, so Gerhard Maaßen aus Mützenich, Vorsitzender des Imkervereins Monschauer Land, „die kommen wieder und holen sich ihren Teil vom Wurstbrot”.

„Wenn man den Nerv dazu hat”, so der 55-jährige Hobby-Imker weiter, dann sollte man die Insekten am besten in Ruhe lassen, sie am völlig ignorieren. Die bedienten sich dann kurz am Cola-Glas und seien wieder weg. So einfach ist das in der Theorie.

In der Praxis sieht das anders aus: Ist eine Wespe gesättig und hat sich aus dem Staub gemacht, kommt die nächste. Und in diesem Jahr gibt es viel mehr hungrige Wespen als sonst, ließen sich bereits mehrere Experten in verschiedenen Medien vernehmen.

Auch Gerhard Maaßen geht davon aus, dass bei der Rückkehr der Sommers viele dieser Insekten unterwegs sei werden. Das warme Frühjahr habe dafür gesorgt, dass die gesamte Brut durchgekommen sei.

„Stehen auf Süßes”

Bereits jetzt haben die Wespen ihr Jahresgeschäft erledigt. Ende September, Anfang Oktober wird das Massensterben dieser Tiere einsetzen. Nur die Königinnen überleben und werden sich ein Winterquartier suchen, in welchem sie dann einen neuen Staat aufbauen. Nach und nach werden in nächster Zeit die bestehenden Nester aufgelöst.

In dieser letzten Phase ihres Lebens „stehen die Wespen vermehrt auf Süßes”, weiß Gerhard Maaßen, „auch wenn sie ein Stück Fleisch natürlich nicht verschmähen”.

Aggressiv seien Wespen von Natur aus nicht, betont der Vorsitzende des Imkervereins. Wenn ein Mensch Angst vor diesen Insektebn habe, sondere er über die Haut einen besonderen Duft ab, und dann steige die Gefahr, dass er von einer Wespe gestochen werde.

Gerhard Maaßen bestreitet nicht, dass Allergiker mehr gefährdet seien als andere Menschen. „Wenn man mit einem Getränk ein Wespe verschluckt und die einen dann von innen in den Hals sticht, kann das auch gefährlich werden.” Ansonsten seien die Tiere zwar lästig, aber harmlos.

Als er noch ein Junge war, erinnert sich der 55-Jährige, waren im Sommer Wespenstiche an der Tagesordnung. Als Kind sei er sehr oft von Wespen gestochen worden. „Heute hlört man doch kaum noch von Stichen”, hat Gerhard Maaßen festgestellt.

Abstand halten

Vorsorge zu treffen, hält der Imker für schwierig. Man könne lediglich die alten Erdnester im Herbst oder Winter verschließen, obwohl Königinnen eigentlich nicht in ein altes Nest zurückkehrten.

Wenn man irgendwo in Haus oder Garten ein Nest entdeckt, beispielsweise auf dem Speicher oder im Rolladenkasten, rät Gerhard Maaßen, zwei bis drei Meter Abstand zu halten, die Tiere in Ruhe zu lassen und einen Schädlingsbekämpfer zu informieren.

Die haben das Wissen und das Equipment, um Nester zu entfernen oder die Wespen umzusetzen, denn bis auf die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe stehen alle anderen Arten unter Schutz. „Die darf niemand einfach töten.”

Auch sei es nicht die Aufgabe von Hobby-Imkern, auf möglicherweise steilen Dächern herumzukriechen, um Nester zu entfernen. „Wir machen da schon mal in der Familie oder aus Gefälligkeit in der Nachbarschaft, aber es ist das Geschäft der Schädlingsbekämpfer”, sagt Maaßen.

In Panik geraten muss wegen der Wespen niemand, beruhigt der Imker ängstliche Gemüter.

Erstens sei man ohnehin der Natur ausgeliefert, denn ausrichten könne man gegen die Insekten nicht viel. Und zweitens „ist gefühlt die Gefahr größer als sie es in der Realität ist”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert