Wer nicht trifft, trifft nette Menschen

Von: ho
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Beim Bogensportclub Monschauer
Beim Bogensportclub Monschauer Land (BSC) sind alle Altersgruppen vertreten. In den Sommermonaten wird auf dem alten Ausweichsportplatz von Konzen trainiert. Foto: Hoffmann

Nordeifel. Wen der Zufall am alten Ausweichsportplatz von Konzen (Am Feuerbach) vorbeiführt, dem fallen gleich die dort aufgestellten mannshohen Zielscheiben ins Auge. Auf dem Konzener Sportgelände trainiert in der Sommersaison der Bogensportclub Monschauer Land (BSC), der jüngste Bogenschützenverein in der Städteregion.

Zwar besitzen beim BSC nicht alle die Treffsicherheit von Robin Hood, doch das ist auch nicht verwunderlich, denn beim BSC schießen Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters. Das jüngste Mitglied ist 9 Jahre alt und der Vereinsälteste kann immerhin 74 Jahre aufweisen.

Im Zusammenhang mit der altersmäßig bunt gemischten Truppe, die aus allen drei Eifelkommunen stammt, stellt Vorsitzende Barbara Frohnhoff fest: „Wer hier nichts trifft, trifft bei uns auf jeden Fall nette Leute.” Im Juli 2006 hatten sich erstmals fünf interessierte Leute aus dem hiesigen Raum getroffen, von denen drei noch nie einen Bogen in der Hand gehalten hatten, um sich von einem erfahrenen Bogenschützen aus Aachen in die Geheimnisse des Bogensports einweihen zu lassen. Im November 2006 gründeten dann 13 Mitglieder den BSC, der heute 58 Mitglieder (davon 23 Kinder und Jugendliche) aufweisen kann.

Barrierefreier Sport

Schon ein Jahr nach der Gründung richtete der BSC im Oktober 2007 die erste Vereinsmeisterschaft und das erste Monschauer Herbstturnier in der Halle aus, das inzwischen zum regelmäßigen Programm gehört und mit großer Resonanz ausgeführt wird. Mit Jörg Pfeifer und Trainer Lothar Dembetzki hat man sich kompetente Unterstützung geholt. Die Jugendabteilung wird von Jörg Gregori, Karl-Heinz Hanf und Hildegard Albrecht-Dittmer, die auch die wichtige Position der Sportwartin innehat und die von allen als die gute Seele des Vereins genannt wird, geleitet. Vorsitzende Frohnhoff hebt hervor, dass der Bogensport auch für Menschen mit körperlichen Gebrechen (z.B. Rollstuhlfahrer) möglich ist, die beim BSC gemeinsam mit Nichtbehinderten trainieren können.

Der Bogensport ist zudem als meditative Sportart hilfreich bei der Stressbewältigung und auch ein Angebot für Kinder mit Konzentrationsstörungen. Ansonsten ist zum Bogenschießen festzuhalten, dass hierfür keine besonderen körperlichen Voraussetzungen erforderlich sind und es sich hier um einen Familiensport handelt, der für alle Altersgruppen geeignet ist. Beim BSC nehmen die sportlich Ambitionierten an Wettkämpfen und Meisterschaften teil und die Anderen gönnen sich beim Training einfach einmal eine Auszeit vom Alltagstrubel und genießen den Spaß beim Bogenschießen. Wer zum ersten Mal „hereinschnuppert”, wird sofort feststellen, dass Bogen eben nicht Bogen ist.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen, bei denen ausschließlich mit einer bestimmten Bogenart geschossen beziehungsweise trainiert wird, ist beim BSC Vielfalt angesagt. Hier ist sowohl der (Freizeit-)Sportler mit dem (hölzernen) „Langbogen”, als auch der mit dem sogenannten „Recurve-Bogen” (auch olympischer Bogen genannt) anzutreffen. Dieses technisch ausgefeilte Sportgerät wird beim BSC am meisten genutzt.

Ein absolutes Hightech-Gerät mit sensibler Zielvorrichtung nebst eingebauter kleiner Wasserwaage ist der „Compound-Bogen”, dessen markantes Merkmal die Flaschenzugrollen zur Zuggewichtreduzierung sind. Der hölzerne Langbogen wird im übrigen von den Bogenschützen scherzhaft gerne als „Dachlatte” bezeichnet. Beim Training wird der Interessierte vermutlich zunächst einmal mit Erstaunen feststellen, dass man auch auf über 70 Meter Entfernung ein auf einer Zielscheibe angebrachtes kleines Stück Papier zentral treffen kann.

Schuppertraining

Neueinsteiger bekommen vom Verein zum viermaligen Schnuppertraining einen Leihbogen und die komplette Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Hierfür ist allerdings aufgrund der persönlichen Betreuung vorherige Anmeldung erforderlich (Kontakt: Barbara Frohnhoff, 02472/2607). In der Sommersaison (bis 30.9.) trainiert der BSC u.a. samstags ab 16 Uhr auf dem Konzener Ausweichsportplatz. In der Wintersaison geht es dann in die Sporthalle des Gymnasiums auf der Haag, wo vier Scheiben, die auf 18 Meter Entfernung aufgestellt sind, zum Training zur Verfügung stehen. Mit dem Trainingsgelände am Konzener Feuerbach sind die BSC-Sportler zunächst einmal froh, eine Möglichkeit zur Ausübung ihres Sports gefunden zu haben, auch wenn es sich dabei letztlich um ein Provisorium handelt.

Aufgrund des etwas abseits gelegenen Standortes hat man, wie Barbara Frohnhoff anführt, leider immer wieder mit Vandalismus zu tun. Auch aus diesen Gründen müsse das Vereinseigentum überwiegend in privaten Räumen untergebracht und dann zum Training herangebracht werden. Daher sei man auch nach fünf Jahren weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Platz mit Toiletten, Lagermöglichkeiten und Stromversorgung.
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