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Wer Monschau erleben will, muss gut zu Fuß sein

Von: rpa
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Für die Einwohner Monschaus gehören die ungezählten Treppenstufen zum Alltag, für manchen Touristen, der die Stadt zu Fuß erobern will, sind sie eine Herausforderung. Foto: Raimund Palm

Monschau. Der Weg hinauf ist steil. Und wer nicht gut bei Kondition ist, der gerät leicht außer Puste. Fast 180 Stufen muss erklimmen, wer unten von Richters Eck hinauf zum Eselsturm will.

Wer dann wieder vom Stift über den Burgweg hinab zur Kirchstraße möchte, der hat, geht er an der alten Pfarrkirche vorbei, 126 Stufen zu bewältigen. Monschau - das ist die Stadt der Treppen: Wer das Städtchen erkunden will, der kommt an den Treppen und Treppchen nicht vorbei. Die Geschichte der Altstadt ist in den alten Treppen und in den Felsenstufen zu spüren, die von der Laufenstraße oder Stehlings zum Haller und zum Rahmenberg führen.

Monschau, die vielbesuchte „Stadt im Tal” (das ist auch der Titel des Fernsehfilms, der im Sommer 1974 unter der Regie von Wolfgang Petersen in Monschau gedreht wurde), eigentlich mehr noch: die Stadt in den zwei schluchtartigen Tälern: im Tal der Rur und im Tal des Laufenbaches. So um die zwei Millionen Tagestouristen sind es, die sich im Jahr wie ein endloser Lindwurm durch die engen Straßen und Gassen winden.

Vor allem die Rur teilt die Stadt in zwei Bereiche, die von neun Brücken verbunden werden. In der Altstadt gibt es mehr als 25 Treppen und Treppchen, die die Straßen im Parterre mit den Straßen auf der ersten Etage verbinden - wie die große Markttreppe, die von Richters Eck hinauf zur Kirchstraße führt.

Die Markttreppe führt von Richters Eck auf die Kirchstraße. Von der Kirchstraße aus steigt eine Treppe mit 146 Stufen hinauf zum Schlossberg und zum Eselsturm. Diese Schloss-Treppe am evangelischen Jugendhaus vorbei gehört wohl zu den steilsten und längsten Treppen in der Stadt. Steil auch die Treppe, die von der Schleidener Straße zum Unteren Mühlenberg hoch führt. Vom Oberen Mühlenberg kann man auf unterschiedlichen Treppenwegen zum Friedhof gelangen: über das Rösengässchen und über das so genannte Rehpfädchen.

„Tuttele Treppcher”

Die Stadt hat einen Höhenunterschied von 110 Metern: 410 Meter über NN hat die Talsohle, die Haag ist 520 Meter hoch. Eben dies ist ein Grund für die vielen Treppen. Und etliche Treppen haben einen volkstümlichen Namen wie die „Tuttele Treppcher” am „Eifel-Stübchen” (nahe am Roten Haus und am alten Kino). Tuttele sind (im Volksmund) einfältige und ängstliche Leute, meist Frauen, die langsam und zögerlich im Denken und Handeln sind. Von besonderer Atmosphäre sind die Treppen, die vom „Städtchen” am Amtsgericht (früher auch Gefängnis) vorbei hinauf zum Haller (und zum Rahmenberg) führen. Die Landratstreppen, das sind die Treppen hinauf zum alten Landratsamt (gegenüber dem Amtsgericht).

Ein Erlebnis auch, wenn man die schmalen und steilen Treppen und Felsenstufen zur Sonntagsley hinauf kraxelt: Der Treppenweg beginnt gleich hinter der Rurbrücke an Richters Eck, vorbei an den Monschauer Möbelwerkstätten „Auf den Planken” windet der Treppenpfad sich so rund 150 Stufen aus Bruchstein und Schiefer hinauf zur Sonntagsley, einer der schönsten Plätze in Monschau, der einen herrlichen Blick über die Stadt eröffnet.

Ein Korb für den Kaiser

Die wohl schönste Treppe in der Monschauer Altstadt ist die Treppe im Roten Haus. Als Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1910 Monschau besuchte, war er auch Gast im Roten Haus. Von der Treppe des Hauses mit dem barocken Schnitzwerk war Seine Majestät derart begeistert, dass er den Wunsch äußerte, diese Treppe für das neu erbaute Kronprinzenpalais Cäcilienhof zu erwerben.

Ein Glück nur für das Rote Haus und für Monschau, dass Carl Scheibler standhaft blieb und antwortete: „Majestät, dies ist meine Treppe, und sie bleibt in meinem Haus.” Die über drei Etagen freitragend gebaute Wendeltreppe aus Eichenholz ist längst weltberühmt, 21 kleine Puttenszenen an die verschiedenen Stationen in und an der Treppe erinnern an die Tuchherstellung.

Mit dem „Treppenlauf” am Sonntag, 21. Februar, bringt der TV Konzen die Monschauer Treppen neu ins Bewusstsein: Monschau, die Stadt der Treppen.
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