Wenn Tierliebe falsch verstanden wird

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Nordeifel. Ob junge Hasen, Rehkitze oder Vogelküken - ab Ende April verwandeln sich Feld und Flur in eine regelrechte Kinderstube. Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) bittet daher alle Naturfreunde und Spaziergänger um erhöhte Rücksichtnahme.

In keinem Fall sollten Spaziergänger Jungtiere anfassen, das schreckt die Mutter ab und macht Kitz und Co tatsächlich zu Waisen. Uralte Instinkte sichern Hase und Reh das Überleben: Regungslos und nahezu geruchlos verharrt der gut getarnte Nachwuchs im hohen Gras. Nur zum Säugen erscheint die Mutter. Echte „Rabeneltern”? Keineswegs, sondern optimaler Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs. „In Sachen Nachwuchspflege ist Tier eben nicht gleich Mensch”, so DJV-Präsident Jochen Borchert.

Auch stöbernde Hunde können zur großen Gefahr werden. Hochträchtige Rehe sind bei weitem nicht mehr schnell genug, um erfolgreich vor ihnen flüchten zu können - Rehkitze, junge Hasen oder Vogelküken sind ebenfalls leichte Beute. Der DJV bittet daher alle Erholungssuchenden, sich gerade in der Brut- und Setzzeit bis Ende Juni nur auf den ausgewiesenen Wegen aufzuhalten und Hunde, die nicht auf Zuruf oder Pfiff reagieren, anzuleinen. Dies gilt auch dort, wo kein Leinenzwang besteht.

Risikobereich für den Nachwuchs

Risikoreich für den Nachwuchs, auch für Bodenbrüter wie Kiebitz und Uferschnepfe, ist die jetzt anstehende Frühjahrsmahd. Die „Ducken-und-tarnen-Strategie” schützt vor dem Fuchs aber nicht vor dem Kreiselmäher. Um die Verluste bei der Mahd zu minimieren, arbeiten Jäger eng mit den Landwirten zusammen. Mit ausgebildeten Jagdhunden suchen sie kurz vor der Mahd die Flächen ab und bringen Jungtiere in Sicherheit.

Jäger rechtzeitig informieren

Zusätzlich platzieren die Jäger am Abend vor der Mahd flatternde Müllsäcke, Blinklichter oder lärmende Radios auf den Wiesen. Irritiert zieht das Muttertier mit seinem Nachwuchs ab und überlässt buchstäblich dem Menschen das Feld. Der DJV appelliert daher an die Landwirte, den Jägern vor Ort die Mahdtermine rechtzeitig mitzuteilen. Das Mähen selbst sollte von innen nach außen erfolgen. So wird das Wild nicht langsam eingekreist, sondern kann durch das noch stehende Gras fliehen.
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