Weihnachtsmarkt: Da leuchten auch die Augen der Großen

Von: V.M.
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Märchenhaftes zur Weihnachtszeit: Zur Eröffnung des Monschauer Weihnachtsmarktes führte der Frauen- und Mütterverein den „Gestiefelten Kater“ auf. Foto: V. Monterey

Monschau. Mit einem Märchen hat Weihnachtsmarkt in der Monschauer Altstadt am Freitag eine Woche früher als sonst begonnen. Wie gewohnt wurde der Markt durch den Ortsvorsteher und Marktleiter, Georg Kaulen, am Vincent-Weber-Platz mit einer Aufführung des Frauen- und Müttervereins eröffnet.

„Viel Freude“ wünschte Kaulen in einer kurzen Ansprache allen Besuchern, Einheimischen und Touristen auf dem jährlichen Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr anstatt an vier, an fünf Wochenenden stattfindet (bis auf den Totensonntag). Dann gab er die Bühne frei für den „Gestiefelten Kater“.

Die Theatergruppe, die schon in den vergangenen Jahren mit den Aufführungen des „Froschkönigs“ und „Frau Holle“ überzeugt hatte, gab ihr Bestes, trotz weniger märchenhaften Wetters. Doch die kleinen Besucher schien der Regen gar nicht aufzufallen. Sie standen schon vor dem ersten Auftritt erwartungsvoll am Rand der natürlichen Bühne, eben jenem Platz am Aukloster, der für die Aufführung eines Märchens wie geschaffen ist. Das Bühnenbild und die schönen Kostüme, allesamt selbst kreiert und finanziert durch Mitgliedsbeiträge sowie durch die Unterstützung der Monschau-Touristik, taten ihr weiteres dazu.

Die Mitglieder der Theatergruppe des Frauen- und Müttervereins, Bettina Gonnermann als Erzählerin, Astrid Neuss als Prinzessin, Bettina Fricke in einer Doppelrolle als Müllersohn und Graf, Michael Kaulen als König, Patrick Gonnermann als Zauberer und die Hauptdarstellerin Helga Janke-Offermann als gestiefelter Kater brachten mit einer Mischung aus Moderne und Nostalgie das Märchen der Gebrüder Grimm so frisch und fröhlich herüber, dass auch die Erwachsenen ihre Freude daran hatten. Diese hätten so manches Mal gar die „leuchtenderen Augen“, berichtete Janke-Offermann.

Das Märchen, welches einst in der ersten Auflage von 1812 in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm erschienen ist, erzählt von einem Müllersohn, der im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern eine scheinbar wertlose Erbschaft erhält, einen Kater. Im Lauf der Geschichte beschert der pfiffige Kater, der überraschenderweise der menschlichen Sprache mächtig ist, dem armen Müllersohn jedoch Glück und Reichtum. Unzählige Male ist das Märchen aufgeführt worden, für die Oper adaptiert, für das Theater und für den Film speziell für Kinder aufbereitet worden.

„Tolle Kulisse, tolle Schauspieler“, lobten Barbara Fronhoff, Ivanka Henn und Heike Becker von der Monschau-Touristik, die den Weihnachtsmarkt mit veranstaltet. Begeistert war auch die kleine Besucherin Lisa Drösch, die mit ihrer Freundin ganz alleine von Imgenbroich nach Monschau gekommen war, um den gestiefelten Kater in seinem schönen neuen Kostüm, den unheimlichen Zauberer und die Prinzessin zu sehen.

Das eigentümliche Licht, eine Szene hinter einer bemalten Leinwand, wie ein Schattenspiel, Scherenschnittgleich und die Vorfreunde auf die Weihnachtszeit sorgten für das rechte Ambiente.

Jeden Freitag um 17 Uhr wird das Märchen aufgeführt. Darüber hinaus hat sich für den 1. Adventssamstag der Nikolaus angemeldet und abends erklingen die Alphörner über der Stadt und laden ein, von Richters Eck über den Marktplatz bis zum Patere Höffje zu schlendern und an den zahlreichen Ständen das ein oder andere ausgefallene Geschenk, von warmen Mützen, Schals und Handschuhen über Schmuck, Dekorationen und Kunsthandwerk bis zu leckeren Naschereien, Wein und Honig einzukaufen, Lebkuchen zu naschen oder einen heißen Glühwein oder Kakao zu trinken.

An dem einen Ende der Stadt, im Kreuzgang des Auklosters verzaubert eine Märchenausstellung die Besucher, am anderen Ende, beim Brauereimuseum „Die lebende Krippe“.

Insbesondere am Abend, wenn weihnachtlicher Glanz die Altstadt einhüllt, dessen alte Fachwerkkulisse wie ein Bühnenbild anmutet und der große Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz erstrahlt, ist es am schönsten und lässt vielleicht sogar so manch einen Weihnachtsmuffel seine Meinung ändern. Das einzige was nun noch für die perfekte Atmosphäre fehlt, ist der erste Schnee.

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