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Wasserwerk Perlenbach weist Kritik zurück

Von: P. St.
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Die Perlenbachtalsperre von oben: Rechts oben befinden sich Damm und Aufbereitungsanlage. Die im Jahr 2001 neu gebaute Anlage erfüllt laut Betriebsleitung ihre Aufgaben zuverlässig gemäß den Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Mit „Stolz und Genutuung“ hatte Derk Buchsteiner, Betriebsleiter des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach, in der Sitzung des Betriebsausschusses vergangene Woche verlauten lassen, dass die Trinkwasseraufbereitungsanlage der Talsperre ein Starkregenereignis Anfang September „mit Bravour“ gemeistert habe und die „Trübungsspitzen im Rohwasser sauber abfiltriert“ worden seien.

Außerdem hatte Buchsteiner den Vorgang als hilfreiches Argument gesehen, wenn das Wasserwerk Ende 2015 bei der Bezirksregierung erneut die Entnahme von Rohwasser aus der Talsperre beantragen müsse.

Was in den Ohren der Ausschussmitglieder wie eine Erfolgsmeldung klang und die technische Leistungsfähigkeit der Anlage unter Beweis stellen sollte, zeigt für Wilfried Soddemann, bis zum Jahr 2005 Leiter des Staatlichen Umweltamtes Aachen, hingegen „ein weiteres wesentliches Defizit“ des Wasserwerkes Perlenbach auf, da das Rohwasser nur am Grund der Talsperre „zusammen mit dem ganzen Schlamm und den darin enthaltenen Krankheitserregern entnommen werden kann.“ Der 58-jährige leitende Regierungsbaudirektor, der vor acht Jahren nach heftiger Kontroverse mit seinem Dienstvorgesetzten vorzeitig aus dem Amt schied, fordert für die Perlenbachtalsperre einen Rohwasserentnahmeturm „wie ihn richtige Trinkwassertalsperren haben“. Damit könnte das Wasser aus unterschiedlichen Schichten möglichst trübstoffarm entnommen werden.

Die Bezirksregierung Köln sei daher aufgefordert, das Wasserentnahmerecht aus der Perlenbachtalsperre „nur unter den Maßgaben zu verlängern, dass eine den Regeln der Technik entsprechende Rohwasserentnahme errichtet und betrieben und das Rohwasser anschließend nach Vorbehandlung in der vorhandenen neuen Flockung und Filtration in einer ebenfalls noch zu errichtenden und zu betreibenden Ultrafiltrationsanlage fein gefiltert wird“.

Bis dahin möge der Perlbachverband „auf die technisch, vertraglich und wirtschaftlich mögliche Überleitung von einwandfreiem Trinkwasser“ aus dem Wasserwerk der WAG in Roetgen an der Dreilägerbachtalsperre zurückgreifen.

Betriebsleiter Derk Buchsteiner räumt ein, dass es zutreffend sei, dass das Rohwasser über zwei starre Entnahmeleitungen der Trinkwasseraufbereitungsanlage zugeführt werde. Unzutreffend sei aber die Behauptung, dass sich diese am Grund des Sees befinden würden. Die Entnahmeleitungen befänden sich elf Meter unterhalb des Stauziels und sechs Meter über Grund. Aufgrund der Lage der Leitungen sei zudem die Entnahme von trübstoffreichem Rohwasser „in der Regel ausgeschlossen“.
„Nach den Regeln der Technik“

Die Einrichtung eines Entnahmeturms bezeichnet er als „nicht zielführend“. Anders als bei größeren Seekörpern gebe es bei der Perlenbachtalsperre keine Schichtung, die die Entnahme unterschiedlicher Rohwasserqualität möglich mache. Die Aufbereitungsanlage habe die Aufgabe aus dem vorliegenden Rohwasser Trinkwasser zu erzeugen, was bislang „immer zuverlässig“ gemäß Trinkwasserverordnung geschehen sei.

„Mit Sachverstand“ werde die Obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung Köln prüfen, „ob wir auch unter Würdigung der Gewässerschutzanstrengungen im Einzugsgebiet in Kalterherberg unter bestimmten Auflagen und Bedingungen das Wasserrecht für weitere 20 oder 30 Jahre bewilligt bekommen“. Die Bezirksregierung Köln dürfe im übrigen keine Aufbereitungstechnik speziell vorgeben.

Derk Buchsteiner: „Mit unserer Aufbereitungsanlage wird den allgemein anerkannten Regeln der Technik nachhaltig so entsprochen, dass hygienisch einwandfreies Trinkwasser erzeugt werden kann“.

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