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Was wollen die Besucher eigentlich im Nationalpark?

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Hemma Preisel von der BOKU Wien (links), Projektleiterin Sylvia Montag aus der Nationalparkverwaltung Eifel und Ranger Rainer Rainartz installierten diese Woche die Besucherzählgeräte im Nationalpark Eifel. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/M. Lammertz

Nordeifel. Der Nationalpark Eifel will es genau wissen: Mit dem Aufbau von insgesamt 19 Besucherzählgeräten im Nationalparkgebiet wurde jetzt gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität für Bodenkultur Wien eine umfangreiche Studie zur Besuchererfassung gestartet.

Im Juni folgt dann eine umfangreiche Befragung der Besucher im Großschutzgebiet.

An 19 Eingängen zum Nationalpark erfassen Geräte mit Wärmesensoren die Besucherzahlen im Nationalparkgebiet. Damit lässt sich erschließen, wie viele Menschen den Nationalpark Eifel besuchen, zu welchen Zeiten sie sich darin aufhalten und welche Gebiete sie bevorzugen.

Einen zweiten Schwerpunkt der Studie stellen persönliche Besucherbefragungen dar. Aus den Befragungen wünscht sich die Nationalparkverwaltung Erkenntnisse über die Effizienz von Maßnahmen zur Besucherlenkung und die Zufriedenheit der Besucher mit den Angeboten im Nationalpark. Zudem lässt sich erkennen, welches Profil die Besucher haben und wie sie die Natur wahrnehmen. Die Studie will zudem die Frage beantworten, wie viele auswärtige Touristen der Nationalpark in die Region zieht und wie sehr sie zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Über die Dauer von einem Jahr führen Studierende der DSHS-Köln an insgesamt 20 Terminen die Interviews an ausgewählten Standorten.

Bereits in der Vergangenheit kooperierte die Nationalparkverwaltung Eifel mit der DSHS Köln. So führt das Institut für Natursport und Ökologie der Hochschule seit 2010 unter der Leitung von Dr. Stefan Türk und Felix Wölfle Besucherzählungen im Nationalpark durch. „Wir befassen uns seit einigen Jahren mit der Frequentierung ausgewiesener touristischer Angebote im Nationalpark Eifel in Verbindung mit Anreizstrukturen und Besucherverhalten. Umso mehr freuen wir uns darauf, in den kommenden Monaten gemeinsam mit unserem Forschungspartner, der Boku Wien, die gesamte Fläche des Nationalparks zu analysieren und den Versuch zu unternehmen, die Bedeutung eines Nationalparks für die Region detailliert darzustellen“, so Wölfle.

Das aktuelle Besuchermonitoring-Projekt erfolgt erstmals mit dem Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur der BOKU Wien unter der Projektleitung von Professor Arne Arnberger und Hemma Preisel. Arnberger bringt umfangreiche und internationale Erfahrungen mit Besuchermonitoring in Großschutzgebieten in das Projekt ein: „Es freut mich, dass wir unsere Erfahrungen, die wir beispielsweise in österreichischen, deutschen oder nordamerikanischen Schutzgebieten gesammelt haben, hier in das Besuchermonitoring einbringen können.“

„Das Forschungsprojekt ist ein Gewinn für Mensch und Natur: Unsere Gäste können sich zu den Angeboten im Nationalpark äußern und die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die touristische Weiterentwicklung der Region mit einfließen“, sagt Projektleiterin Sylvia Montag von der Nationalparkverwaltung Eifel.

Seit der Ausweisung des Nationalparks im Jahr 2004 wurden immer wieder umfassende Studien gestartet. Die aktuelle Studie ist die Folgeuntersuchung von zwei Besucherbefragungen, die 2005 und 2007 von Professorin Claudia Erdmann von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen geleitet wurden sowie des Forschungsprojektes „Wirtschaftsfaktor Großschutzgebiete: Regionalökonomische Effekte des Tourismus in Nationalen Naturlandschaften“ von Professor Hubert Job im Jahr 2007.

Die Zählgeräte werden langfristig angebracht, um die Besucherzahlen an relevanten Nationalpark-Eingängen permanent erfassen zu können. Die Geräte messen mit Hilfe von Wärmesensoren Bewegungsimpulse bei Körpertemperatur. Sie machen weder Video-, Audio- noch Fotoaufnahmen, sodass die Privatsphäre und Anonymität der Besucher gesichert bleibt.

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