Was der Winter außer Schnee so alles mitbringt

Von: Carmen Krämer
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Nach den starken Schneefällen in den letzten Wochen kommen die ersten Schäden zum Vorschein. Die Straßenmeisterei fährt nun vermehrt die Straßen ab, um Schlaglöcher zu flicken. Foto: Carmen Krämer

Nordeifel. Auch wenn die kurzen Tauwettereinlagen schon ein wenig an der Nordeifeler Schneedecke genagt haben, liegt derzeit immer noch mehr Schnee als in den Jahren zuvor. Langsam kommen jedoch die ersten Schäden unter der dichten Schneedecke zum Vorschein: Abgeknickte Straßenschilder, Schlaglöcher und Spurrillen in den Straßen werden sichtbar. Doch dabei wird es wohl nicht bleiben.

„Was noch alles folgt, wissen wir erst, wenn wir die weiße Decke mal hochheben”, blickt Kaus Dollmann, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath in die Zukunft. „Nach dem für Donnerstag angekündigten Tauwetter werden wir wohl auch abgeknickte Leitpfosten, beschädigte Bordsteine und kaputte Verkehrsinseln finden.” Die Schneelast, die derzeit so manches Dach zum Einstürzen bringt, drückt schließlich auch auf die Leitpfosten. Dies lässt sich, ebenso wie die durch Räumfahrzeuge verursachten Anprallschäden an Bordsteinen in solchen Wintern nicht vermeiden.

Vermeiden ließe sich möglicherweise aber die hohe Zahl an Schlaglöchern, die sich überall dort bilden, wo die Straßen schon vor dem Winter beschädigt waren. Wasser läuft in bereits vorhandene Risse und sprengt diese weiter auf, wenn es friert. So wird geflickt, was das Zeug hält, aber dadurch werden die eigentlichen Probleme nur überdeckt, sodass es in jedem Winter zu solchen Schlaglöchern kommt. Doch den Kommunen fehlt das Geld.

„In diesem Jahr werden die Schäden aufgrund der großen Schneemassen und der andauernden kalten Temperaturen wohl besonders extrem sein. Und der Winter kann ja in der Eifel noch gut drei Monate dauern”, betont Klaus Dollmann auch mit kritischem Blick auf die niedrigen Streusalzbestände. An einem normalen Wintertag benötige er schließlich rund 100 Tonnen Streusalz, derzeit habe er aber nur 50 Tonnen zur Verfügung. „Das ist wirklich ärgerlich. Wir müssen sehr sparen, denn jedes Gramm könnte das letzte sein.”

Auch haben Dollmann und seine 26 Mitarbeiter derzeit mit dem Flicken der Löcher alle Hände voll zu tun. Eine Versicherung für solche und ähnliche Schäden gebe es leider nicht und von den Kommunen wird die Straßenmeisterei nicht unterstützt. „Die haben ihre eigenen Probleme”, weiß Klaus Dollmann. Deshalb müssen er und seine Leute selbst ran. „Bei so einem Winter stoßen wir an unsere Grenzen”, erklärt er weiter.

Die langen Fahrten, die schließlich Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in einer Länge von 330 Kilometern einschließen, gehen an die Substanz der Fahrer. „Unsere Mitarbeiter sind sehr gute Fahrer, sie müssen durch enge Gässchen und immer als erstes über das Glatteis, denn irgendwie müssen die ja auch zur Arbeit kommen.” Da sei es zwar verständlich, aber meist unangebracht, wenn sich die Bürger bei den Fahrern über zugeschüttete Einfahrten beschweren. Denn die Aufgabe der Fahrer sei es, die Hauptstraßen Tag und Nacht freizuhalten und das ginge nun mal häufig nicht ohne die ein oder andere zugeschüttete Einfahrt. Für alle weiteren Räumungen sei nicht die Straßenmeisterei, sondern die betreffende Kommune verantwortlich.

Für die bestmögliche Räumung und gestreute Straßen hat die Straßenmeisterei immer einen Plan, der den Fahrern die Besonderheiten auf verschiedenen Strecken aufzeigt und darauf achtet, dass nicht zu viele Leerfahrten entstehen. Mit Einsetzen des Tauwetters werden diese Fahrten zwar nun vermutlich weniger, aber der Winter ist noch nicht vorbei und die Aufräumarbeiten warten bereits.
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