Wandererlebnise mit dem Lammersdorfer Eifelverein

Von: bl
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Sperrgebiet für Pumps und Lackschuhe. Die Durchquerung der Wutachschlucht war ohne Zweifel die Königsetappe der diesjährigen Wanderwoche des Lammersdorfer Eifelvereins. Foto: Bernd Läufer

Lammersdorf. Der Grund der Schlucht ist erfüllt vom herbstlich-herben Duft der Pflanzen. Dichtes Gebüsch zwischen den Erlen lässt die wenige Meter entfernt rauschende Wutach nur erahnen. Die Köpfe der 20 Wanderer ragen gerade noch aus einem Meer von Springkraut und Pestwurz heraus. Kaum zu glauben, dass der schmale Pfad vor wenigen Minuten noch durch eine steile, seilgesicherte Felswand führte.

Auch wenn das Wort „wildromantisch“ etwas abgedroschen klingt: Auf die zweite Etappe des Schluchtensteigs von Blumberg bis zur Schattenmühle trifft es voll und ganz zu. Überhaupt bot die diesjährige Wanderwoche des Lammersdorfer Eifelvereins im Südschwarzwald vom 14. bis 22. September so viele unterschiedliche Naturerlebnisse, dass einem davon fast schwindlig werden konnte. Völlig zu Recht zählt dieser Fernwanderweg zu den besten Deutschlands. Schluchten und Klammen, Wasserfälle und Seen, Moore und Bergwiesen, urwüchsige Hangwälder und mächtige Tannen, Felskanzeln und Hochflächen sowie Orte mit typischen Schwarzwaldhäusern prägen die einzigartige Landschaft rechts und links.

118 Kilometer in sechs Tagen

Den Tag nach der Anreise ließ man zunächst ruhig angehen. Auf dem Programm stand eine Fahrt in der von einer Dampflok gezogenen Sauschwänzlebahn. Am Montagmorgen machte sich die Gruppe dann auf den Weg durch das Reich von Wasseramsel, Tannenhäher und Ca. 118 Kilometer betrug die in sechs Tagen zu bewältigende Strecke.

Die ersten vier Etappen führten von Stühlingen aus durch die Wutachschlucht nach Lenzkirch und weiter zum Schluchsee bis zum Wallfahrtsort St. Blasien. Am fünften Wandertag überquerten die Schluchtensteiger aus Lammersdorf die Höhen bei Dachsberg und Ibach bis nach Todtmoos. An mehreren Aussichtspunkten beschrieben in Bronze gegossene Panoramen die Bergwelt der Schweizer Alpen - die man hätte sehen können, wenn die Blicke nicht in den nahen Wolken hängen geblieben wären. Das letzte Teilstück ging von Todtmoos aus durch das enge Tal der Wera nach Wehr.

Zum Abschluss gab es noch einen besonderen Leckerbissen. Vor der Fahrt nach Hasel zur letzten Übernachtung tauchten die Wanderer in die verwunschene Welt der Erdmannshöhle ein. Auch die Kultur kam während der Woche nicht zu kurz. Bereits der Anreisetag wurde für eine Führung durch die Freiburger Altstadt genutzt. Der Dom von St. Blasien, die drittgrößte Kuppelkirche der Welt, beeindruckte mit ihrem gewaltigen, ganz in Weiß gehaltenen Innenraum.

Auch alternatives Programm

Als besondere Sehenswürdigkeit entpuppte sich die Museumsmühle von Stühlingen-Blumeck mit ihren drei Wasserrädern und den funktionstüchtigen Mahlwerken. Während des Rundgangs mit verschiedenen Vorführungen bekamen Augen und Ohren einen lebhaften Eindruck davon, was es mit dem vielfach besungenen „Klappern“ auf sich hat.

Zum ersten Mal bot die Wanderwoche auch ein Programm für diejenigen, die kürzere und weniger anstrengende Strecken bevorzugen. Das bedeutete allerdings einen zusätzlichen Aufwand an Planung, galt es doch, an einigen Stellen Alternativwege oder passende Busverbindungen zum Abkürzen zu finden. Letzteres stellte sich wegen des eher mäßigen Angebots teilweise als logistisches Abenteuer heraus.

Doch Hildegard Felser-Kriener, die die gesamte Tour bis ins kleinste Detail hervorragend organisiert hatte, überwand diese Hürde mit Bravour. Apropos Personennahverkehr: Wie die Erfahrung gezeigt hat, kann ein Schnellkurs in Alemannisch vor Reiseantritt die Verständigung mit dem einen oder anderen Busfahrer durchaus erleichtern.

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