Rohren - Wald- und Naturlehrpfad feiert 25. Geburtstag

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Wald- und Naturlehrpfad feiert 25. Geburtstag

Von: M. S.
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25 Jahre Wald- und Naturlehrpfad im Kluckbachtal: Dieses Jubiläum wurde vergangenen Samstag im malerischen Holz-Hüttendörfchen mit vielen Gästen gebührend gefeiert. Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter (4. v. l.) gratulierte im Namen des Rates wie der Verwaltung und würdigte die ehrenamtlichen Leistungen des Trägervereins Bergwacht Rohren. Foto: Manfred Schmitz

Rohren. Traumbedingungen, wie geschaffen zu einem ungetrübten Sommerfest aus freudigem Anlass! Goldene Sonne und azurblauer Himmel über farbenprächtigem Eifelszenarium bildeten die Kulissen, als am Samstagvormittag Förster Bernd Drevermann und sein kompetentes Helferteam freiwilliger Fachleute zu den Jubiläumsfeierlichkeiten „25 Jahre Rohrener Wald- und Naturlehrpfad und Sägemühle im Kluckbachtal“ baten.

Eine illustre Gästeschar ließ mit ihrer Visite nicht lange auf sich warten; ein motorisierter Zubringerdienst ersparte den zahlreich erschienenen Besuchern mühsame Anstiege per Pedes .

Während einer Exkursion durch die museale Idylle mit klarem Realitätsbezug und praktischem Nutzen für die Gesellschaft blickte Bernd Drevermann auf ursprünglich bescheidene Gründerzeiten und die rasante Entwicklung zurück.

In der Sägemühle dreht sich alles um das Holz – um dessen Hege, Wachstum, Ernte und Verarbeitung. In der Museumswerkstatt erwartet die Besucher ein komplettes Sortiment an Forstwerkzeugen und Gerätschaft, mit dem die Waldarbeiter und bretterzurichtenden Müller ihr schweres Tagewerk in vielen Bergregionen Süd – und Osteuropas heute noch verrichten.

Im September 1988 fing es an

Der ehemalige Monschauer Forstbeamte erinnert sich noch gut an den Septembertag 1988, als der Waldlehrpfad unter gänzlich anderen Witterungsverhältnissen als derzeit herrschende eingeweiht wurde: „Unter Schirmherrschaft des rurstädtischen Bürgermeisters Herbert Isaac zogen wir los. Es regnete saumäßig. Nach festlichem Gedenkgottesdienst in Rohrens Pfarrkirche Sankt Kornelius fand der eigentliche Gründungsakt auf dem Bergwacht-Sportplatz statt. Nicht weniger als zehn Bläserkorps aus dem gesamten Kreis Aachen spielten zur Feier des Tages auf. Auch beim Erreichen des mit einigen aussagefähigen Exponaten bestückten Waldpavillons goss es Bindfäden. Außer einem Schau-meiler zur Holzkohlegewinnung gab es kein weiteres Anschauungsmaterial.“ Das änderte sich gewaltig, wenn auch der früher betriebene Großmeiler mangels versierten Personals seit langem kalt bleiben muss und das einst überregional so beliebte Köhlerfest damit leider ausfällt.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter ließ in einem Statement zum silbernen Stiftungsfest einige Zeitzeugen und Stationen des kulturgeschichtlichen Kleinods mit seinen pittoresken Häuschen Revue passieren: „1991 erfolgte die Erstbegehung der Bildungseinrichtung Wald- und Naturlehrpfad, seit 1993 befindet sich das gesamte Anwesen in Trägerschaft des SV Bergwacht. Bernd Drevermann ist als Abteilungsleiter für Pflege des Mühlenkomplexes samt Nebengebäuden hauptverantwortlich.“ Ihm und dem Bergwacht-Vorstand dankte Ritter „für ihr enormes Engagement pro Hüttendorf“. Die Mühle wurde 1995 in Betrieb genommen, 2001 folgte die Eröffnung des Waldmuseums.

Dann, schilderte die Bürgermeisterin eine für die vielen freiwilligen Helfer und Förderer furchtbare Tragödie. Aus bis jetzt ungeklärter Ursache brannte die komplette Sägeanlage 2009 ab. Und das – nach glücklichem Wiederaufbau mit tatkräftigen Freiwilligen – zum Leidwesen auch noch ein zweites Mal. Riesenglück im Unglück für die Väter und Mütter der einzigartigen Nordeifeler Lehr- und Kulturstätte wie beliebten Ausflugsziels für Wanderer und Naturfreunde, denn die Versicherung zahlte gottlob kulant, das ist in ähnlich gelagerten, ungeklärten Schadensfällen keineswegs selbstverständlich.

Die Bürgermeisterin anerkannte die in Bergwacht-Trägerschaft erbrachten Leistungen zu Gunsten des Mühlenareals: „Solche Erfolge sind nur dank tüchtigen und motivierten Ehrenamtlern möglich!“

Dieses Stichwort nahm Bergwacht-Vorsitzender Georg Dreuw zum Anlass einer Stellungnahme, aus der Besorgnis klang. Georg Dreuw wies mahnend darauf hin, dass sich nach geltendem Steuerrecht eben die so bewährte Trägerschaft einer naturkundlich-kulturellen Bildungsstätte mit Lehrpfad und musealen Ausstellungsdomizilen durch einen Sportverein auf Dauer problematisch gestalte: „Das Finanzamt verlangt, wenn einem Verein das Prädikat gemeinnützig zuerkannt und ihm folglich öffentliche Finanzmittel zugesprochen werden, eine eindeutige Zuordnung der Klubziele und Betätigungsfelder. So muss ein Sportverein sich satzungsgemäß absolut vornehmlich der Leibesertüchtigung widmen, ein Kulturverein sich dagegen mit Themen zu den schönen Künsten, wie Ausstellungen, Musik und Malerei, befassen.“

Bürgermeisterin Margareta Ritter versprach, sich diesen widersprüchlichen Standpunkten mit dem Ziel zuzuwenden, eine einvernehmliche Lösung zwischen gemeinnützigen Bergwacht-Anliegen im Bevölkerungsinteresse und den andererseits ebenso berechtigten fiskalischen Bestimmungen zu finden.

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