Waisenkind Ramona schläft jetzt durch

Von: Manfred Schmitz
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Liebevoll kümmert sich Gabi Dautzenberg um das Ziegen-Waisenkind Ramona. Foto: Manfred Schmitz

Dedenborn. Fröhliches Gemeckere erklingt in diesen Tagen „Auf den Feldern“. Auf dem Dedenborner Ziegenhof Dautzenberg können es acht Muttertiere und Böcke der Spezies „Westafrikanische Zwergziege“ kaum erwarten, den molligen aber dunklen Winterstall zu verlassen und ihren wibbelstetzigen Nachwuchs auf saftig-sonnige Eifelweiden zu führen.

Dort können sie lecker Äsen, übermütige Bocksprünge machen und wild mit den Geschwistern Herumtollen.

Die beiden fleißigen gehörnten „Chefs“ der Großsippe, „Stammvater“ Moritz aus Eicherscheid und „Leihvater“ Fridolin aus Stetternich, haben ganze Zeugungsarbeit geleistet. Sie haben den Damen neun muntere Junge ins weiche Naturbett gelegt, fünf Zicklein und vier Böckchen.

„Sie sind jetzt gerade erst zwei Wochen alt“, sagt Gabi Dautzenberg, „zum ersten Mal sind pechschwarze Hochspringer im Wurf, meist ist das Fell dieser Rassevertreter eine Melange aus Braun, Schwarz, Grau und Weiß.“

Die Züchterin fand seit der Geburt ihrer Lieblinge („Alle Tiere kamen binnen drei Tagen zur Welt“) wenig Schlaf, der jüngste „große Wurf“ verlangte rund um die Uhr menschliche Obhut, Pflege und Zuwendung.

Zumal die Muttergeiß von Kitz Ramona kurz nach der Geburt trotz tierärztlichem Kraftakt starb. „Die ersten Tage und Nächte“, blickt Gabi Dautzenberg auf eine unruhige Phase zurück, „musste unser Waisenkind alle zwei Stunden gefüttert werden, mittlerweile schläft Ramona nachts durch und bekommt täglich vier Fläschchen à 180 ml mit nahrhafter Lamm-Aufzuchtmilch. Zudem erhalten alle frischgeborenen Ziegenkinder wertvolles Aufbaufutter, eine Art Müsli, und sie knabbern schon fleißig Heustängel.“

Albert und Gabi Dautzenberg zogen vor sieben Jahren von Aachen nach Dedenborn. Das Paar stammt aus Oidtweiler (Stadt Baesweiler) und aus dem niederrheinischen Moers. In seinem Heimatort, im Norden der Städteregion, engagiert sich Albert für soziale Projekte, etwa den kürzlich vollendeten, gemeinnützigen Bau eines schmucken Vereinsheimes. Auch in seiner Demer Wahlheimat ist er ehrenamtlich aktiv. „Wir begannen mit einem Ziegenpärchen“, berichtet er über ein angedacht nützliches Hobby, das für die Eheleute längst zur unverzichtbaren Passion wurde. Die kletterfreudigen Paarhufer sollten eigentlich nur die Dautzenbergschen Grundstücke in schwer zugänglicher Hanglage per Dauerappetit von allzu üppig grünem Wildwuchs freihalten.

Doch dann forderten Tierliebe der Ziegenhalter und Verzicht auf „die Pille“ für die flinken Gipfelstürmer ihren Tribut; die Natur nahm ihren Lauf. Dies bereuten die Dautzenbergs keineswegs und ihre Nachbarn ebenso wenig. „Die Kindergartenkinder besuchen uns regelmäßig wöchentlich, das können die Jungen und Mädchen kaum erwarten. So wecken und stärken die Kinder ihr Gefühl für die Natur und deren Geschöpfe.“ Noch einen kräftigen Schluck aus Ziehmutter Gabis Milchpulle – dann macht es sich Waisenkind Ramona in ihrer Kuschelkiste gemütlich und… träumt schon von der nächsten Stärkung.

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