Wahrzeichen des Rotter Kreuzwegs braucht Hilfe

Von: Helga Giesen
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Eine neue Verkleidung aus Schiefer für das Westdach der Kreuzweg-Kapelle: Unser Foto zeigt Rudolf Jungbluth (rechts) vom Verwaltungsgremium und Dachdeckermeister Norbert Tournay bei der Arbeit. Doch der Reparaturbedarf ist damit noch nicht abgedeckt. Foto: Helga Giesen

Rott. Seit fast 65 Jahren überragt ein 13 Meter hohes Eichenholz-Kreuz die Ortschaft Rott. Im Herbst 1950 wurde es von den Einwohnern aus Dankbarkeit, dass ihr Dorf von den Zerstörungen des Krieges verschont geblieben war, auf dem Giersberg errichtet.

Durch eine von Ortsbürgermeister Johann Jungblut initiierte Haussammlung hatten die Rotter Bürger die Mittel aufgebracht und alle Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt.

Ein Jahr später wurden an einem neu angelegten Serpentinenweg aus dem Lensbachtal auf dem 360 Meter hohen Berg Kreuzwegstationen eingeweiht. Die 12. Station ist das „Friedenskreuz“. 1952 wurde als 13. Station des Kreuzweges eine Kapelle errichtet. In ihrer heutigen Form besteht die Kreuzweganlage auf dem Giersberg, der im Volksmund seit langem „Kreuzberg“ heißt, seit 1956, nachdem der Bildhauer Clemens Winkhold das letzte der Blaustein-Reliefs fertig gestellt hatte, die nach und nach die ursprünglichen Holzkreuze an den Stationen ersetzten.

Betreut wird der Kreuzweg von einem ehrenamtlichen vierköpfigen Verwaltungsgremium, dem seit 1972 auch Rudolf Jungblut, der Sohn des damaligen Ortsbürgermeisters, angehört. In den ersten Jahren war die Anlage immer verschlossen. Wer sie besuchen wollte, musste sich bei einem von 43 Rotter Bürgern, die im Besitz eines Schlüssels waren, anmelden.

Nach 1972 wurde sie zunächst tageweise, später durchgehend für die Öffentlichkeit zugänglich. „Damit konnten wir auch Gelder aus Fremdenverkehrsmitteln beantragen“, erläutert Rudolf Jungblut. Ansonsten werden die anfallenden Unterhaltungs- und Pflegekosten aus einem Fonds finanziert, in den im Wesentlichen die Einnahmen aus dem Opferstock an der Kapelle und Spendengelder einfließen.

Seit zehn Jahren laufende Bemühungen, die Kreuzweganlage unter Denkmalschutz zu stellen, blieben bisher erfolglos. „Wir versprechen uns davon keine finanziellen Vorteile, aber eine weitere Absicherung des Bestands für die nächsten Jahrzehnte“, hofft das Verwaltungsgremium auf einen positiven Bescheid in diesem Jahr.

Im Laufe der Jahrzehnte nagte der Zahn der Zeit heftig an der Kreuzweganlage, so dass auch größere Sanierungen fällig wurden. Hier sprang immer wieder der Heimatverein Rott mit großzügigen finanziellen Zuwendungen in die Bresche und auch der Bauhof der Gemeinde Roetgen leistete durch den Einsatz von Mitarbeitern und Maschinen Hilfestellung.

Unter anderem musste 1997 das morsch gewordene Kreuz teilweise erneuert werden, 2001 wurde der Handlauf an dem steilen Serpentinenweg erneuert. Zusätzlich wurden 70 weitere Stufen eingebaut, um den Aufstieg abzuflachen und auch für ältere Menschen leichter begehbar zu machen.

2005 konnten endlich die 1999 zusammengebrochene Stromzufuhr wiederhergestellt und 2007 auch neue Lampen am Serpentinenweg aufgestellt werden. Die ursprünglichen sieben Straßenlaternen, so erinnert sich Rudolf Jungblut, hatte sein Vater seinerzeit für 360 Mark das Stück beim RWE in Monschau gekauft.

Schwerer Schaden entstand dann im Herbst 2012 durch einen Sturm. Ein herabstürzender, armdicker Eichenast beschädigte den Rundturm auf dem Schieferdach und eindringender Regen richtete auch im Inneren an der Altardecke beträchtlichen Schaden an. Die Reparaturkosten in Höhe von 7200 Euro wurden knapp zur Hälfte von der Versicherung gedeckt, der Rest aus dem Kreuzwegfonds und weiteren Spenden finanziert.

Eine weitere Dachreparatur wird zurzeit durchgeführt. Die Westseite und das Eingangsdach werden neu mit Moselschiefer belegt. Die hier entstehenden Kosten in Höhe von 6500 Euro sind bereits durch Spenden gedeckt, unter anderem von der Pfarrgemeinde St. Antonius Rott.

Aber nun macht das Kreuz wieder Sorgen. Es ist – wie bereits im Jahr 2005 – im oberen Teil von Insekten befallen, außerdem sei im Inneren des unteren Stammbereichs ein Faulvorgang festzustellen, berichtet Rudolf Jungbluth. Genaueres könne man erst sagen, wenn das Kreuz eingerüstet ist. Er schätzt die Kosten, die dann auf das Verwaltungsgremium zukommen, auf etwa 3000 bis 3500 Euro.

Auch wenn der Heimatverein hier wieder eine Unterstützung zugesagt hat, sind weitere Spenden willkommen. Sie können eingezahlt werden auf das Konto des Vereins der Freunde und Förderer der Kreuzweganlage Rott e.V. bei der Sparkasse Aachen, IBAN DE65 3905 0000 0000 093989. Die Sanierung soll noch in diesem Jahr ausgeführt werden.

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