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Waffenbesitzer bekommen Besuch von der Polizei

Von: pol-ac/dapd
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Gut gefüllt: Die Waffenkammer der Aachener Polizei. Foto: Polizei Aachen

Städteregion Aachen. Viele Waffenbesitzer in der Städteregion werden in der nächsten Zeit Besuch von der Polizei erhalten. Der Hintergrund: In Deutschland gilt ab 2013 ein einheitliches Waffenregister, für das alle Waffen erfasst und registriert werden.

Diese Daten werden dann bundesweit allen zuständigen Behörden zur Verfügung stehen. Bislang sind sie bei fast 600 einzelnen Behörden gespeichert, aber nicht miteinander vernetzt. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund zehn Millionen legale Waffen. In NRW gibt es laut Innenministerium etwa 296.000 Waffenbesitzer (Stand 2010). Meistens handle es sich um Jagdwaffen oder vererbte Schusswaffen.

Private Schusswaffen dürfen nur in besonders zertifizierten „Sicherheitsbehältnissen”, kurz Tresoren, aufbewahrt werden. Die Lagerung von Schusswaffen in Nachttischen und Wohnzimmerschränken ist bereits seit 2003 gesetzlich verboten. Trotzdem sind bei Wohnungseinbrüchen immer wieder auch Schusswaffen und Munition gestohlen worden, die nicht ordnungsgemäß aufbewahrt wurden.

Im Zuge der bisherigen Kontrollen hätten bereits viele Waffenbesitzer ihre Waffen der Polizei zur Vernichtung übergeben, so die Polizei Aachen. Meist waren ihnen die Anschaffungskosten für den Tresor zu teuer oder vor dem Hintergrund von Amokläufen erschien ihnen das Sicherheitsrisiko zu hoch.

Die Polizei bittet, die kontrollierenden Beamten bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Grundsätzlich würden die Kontrollen durch uniformierte Beamte durchgeführt. Nur in Einzelfällen würden Regierungsbeschäftigte der Polizei in Zivil kontrollieren, die sich entsprechend ausweisen könnten.

Die „Hausbesuche” würden grundsätzlich nicht angekündigt, so die Polizei Aachen. Werde niemand angetroffen, werd eine Bitte um Terminabsprache hinterlassen. Neben der Kontrolle der Waffen werden die Beamten der Aachener Polizei auch die sichere Aufbewahrung der Schusswaffen und der Munition überprüfen. Weitere Infos zum Thema gibt es auf der Homepage der Aachener Polizei.

Grund für das im Dezember beschlossene nationale Waffenregister war der Amoklauf eines 17-Jährigen im März 2009 in Winnenden. Damals hatte der Jugendliche 15 Menschen und sich selbst erschossen. Mit einer einheitlichen Waffendatei sollen Beamte vor Einsätzen schnell erkennen, welche Bürger Waffen zu Hause haben.
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